# Kreuzadaptation

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/kreuzadaptation/
- Englisch: cross adaptation
- Schlagwörter: Anpassung, Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-02-02
- Sprache: de

Kreuzadaptation (cross adaptation), mittelbare [Adaptation](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/) neben der direkten Adaptation, bekannt als positive K. (Anpassungsgewinn wie z.B. Abhärtung gegenüber Temperaturschwankungen) oder negative K. (Anpassungsverlust, wie z.B. Infektanfälligkeit durch höhere [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/)). Unter psychologischem Aspekt die konstante Reizung in einer Geschmacksqualität zu einer Änderung des Wahrnehmungseindrucks in einer anderen Qualität ([https://lehrbuch-psychologie.springer.com/lexikon/424](https://lehrbuch-psychologie.springer.com/lexikon/424) - Zugriff 04.02.2020).

Sportliches [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) führt nicht nur zu einer Steigerung der trainierten [Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/), sondern auch als erwünschte Nebenwirkung zu [Adaptationen](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/) in Bereichen, die primär mit der [Motorik](https://schwimmlexikon.de/motorik/) nichts zu tun haben. Dieser Vorgang wird, soweit die [Resistenz](https://schwimmlexikon.de/resistenz/) des Organismus verbessert wird, als positive Kreuzadaptation (umgangssprachlich als Abhärtung) bezeichnet. Die muskelaktivitätsbedingte positive Kreuzadaptation äußert sich in einer optimierenden [Thermoregulation](https://schwimmlexikon.de/thermoregulation/), einer gesteigerten Sauerstoffmangeltoleranz, einer erhöhten Resistenz gegenüber Giften und ionisierenden Strahlen, einer verbesserten [immunologischen](https://schwimmlexikon.de/immunsystem/) Situation u.a. Stellt man die positive Kreuzadaptation in einen Zusammenhang mit den Theorien organismischer Regulationen und mit dem Störungs-Kompensations-Konzept, so erweist sie sich als ein Faktor der Stabilisierung des inneren Milieus. Die positive Kreuzadaptation ist eine Form der unspezifischen Anpassungsreaktion auf sportspezifische Anforderungen, wobei insbesondere Ausdaueransprüche wirksam sind (Verf.-Referat Israel et al. 1983).

Unspezifische Trainingsübungen können sich aber auch negativ auf die [Wettkampfübung](https://schwimmlexikon.de/wettkampfuebung/) auswirken (negative Kreuzadaptation), z.B durch übermäßig hohe und einseitige [Trainingsbelastungen](https://schwimmlexikon.de/trainingsbelastung/) bis zum [Alltagsstress](https://schwimmlexikon.de/stress/) ([Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/)) (Schnabel et al., 2008, S. 93). Dem positiven "Cross Adaptation" - Effekt wird eine große Rolle in [langfristigen Leistungsaufbau](https://schwimmlexikon.de/leistungsaufbau-langfristiger/) von Sportlern zugesprochen. Das Fehlen von Wissen über diesen Effekt und die Unfähigkeit, es in der Praxis mit Sportlern anzuwenden, hindert den [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/), den Trainingsprozess zu kontrollieren und das Potenzial seiner Sportler in [Leistungen](https://schwimmlexikon.de/leistung/) umzusetzen (Razumov et al., 2018).

## Quellen

- Razumov, Pavlov & Pavlov (2018). Cross adaptation and the laws of training level transfer The Russian Journal of Physical Education, 11 (3), 31-38

## Verwandte Begriffe

- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Motorik](https://schwimmlexikon.de/motorik/)
- [Resistenz](https://schwimmlexikon.de/resistenz/)
- [Thermoregulation](https://schwimmlexikon.de/thermoregulation/)
- [Immunsystem](https://schwimmlexikon.de/immunsystem/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Kreuzadaptation. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/kreuzadaptation/ (abgerufen am 5. November 2026).
