# Kyphose

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/kyphose/
- Englisch: kyphosis
- Schlagwörter: Anatomie, Erkrankung, Physiotherapie, Sportmedizin
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-02-05
- Sprache: de

Kyphose (kyphosis), griech. kyphos "Buckel"; pathologische Form für verstärkte ([dorsale](https://schwimmlexikon.de/dorsal/)) Krümmung der [Wirbelsäule ](https://schwimmlexikon.de/wirbelsaeule/)([Rundrücken](https://schwimmlexikon.de/rundruecken/)) als Folge von [Bewegungsmangel](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmangel/)([Haltungsfehler](https://schwimmlexikon.de/haltungsfehler/)), chronischer (sportbedingter) [Fehlhaltung](https://schwimmlexikon.de/fehlhaltung/) oder Wachstumsstörung der Wirbelkörper ([morbus Scheuermann](https://schwimmlexikon.de/scheuermann-morbus/)). →[Osteochondrose](https://schwimmlexikon.de/osteochondrose/)

Die sportartspezifische [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/) im Schwimmen führt häufig durch die [innerrotarische](https://schwimmlexikon.de/innenrotation/) und [adduktorische](https://schwimmlexikon.de/adduktor/) Bewegung der Arme gegen den [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/) zu einer Kyphose (Dalichau & Scheele, 2001). In einer Studie wurden bei 70 Schwimmern die Neigungswinkel folgender Wirbelsäulenabschnitte gemessen: Lumbosakrale Wirbelsäule (a), thoraxolumbare Wirbelsäule (b), obere [Thorax](https://schwimmlexikon.de/thorax/) wirbelsäule (g). Bei allen Schwimmarten, insbesondere beim [Schmetterlingsschwimmen](https://schwimmlexikon.de/schmetterlingsschwimmen/), wurde ein Anstieg des Winkels g beobachtet, was eine Progression der Kyphose der oberen Thoraxwirbelsäule anzeigt. Die Werte der Winkel a und b waren für jede Schwimmart unterschiedlich. Im Brustschwimmen war Winkel a am größten und im Schmetterlingsschwimmen am kleinsten. Winkel b war im Rückenschwimmen am größten und im Brustschwimmen am kleinsten (Ostrowska et al. 2001). Problematisch ist der einseitige Fokus auf die Belastung (Trainingsintensität). "Hart und schnell" kann nie effektiv sein, wenn vorher "langsam und kontrolliert" fehlt. Die großen Bewegungen der großen Muskeln um die Schulter herum sollten gekoppelt werden mit langsamer und kontrollierter Aktion der tieferliegenden, kleineren stabilisierenden Muskeln - dieses Zusammenwirken ergibt einen perfekten harmonischen Zug" (Reeves, 1999).

Exkurs: Potentiell schädliche Effekte, die manchmal dem Brustschwimmen aufgrund einer Zunahme der Lendenlordose zugeschrieben werden, wurden in einer  Studie mit Freizeitschwimmern (Höfling et al. 2003) nicht bestätigt. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die Wirbelsäule beim [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/) im Vergleich zur stehenden Position nicht stärker gebeugt ist. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme gab es keinen eindeutigen Hinweis darauf, dass die [Lordose](https://schwimmlexikon.de/lordose/) beim [Rückenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/) signifikant weniger ausgeprägt ist als beim Brustschwimmen. Die Brustkyphose war beim Brustschwimmen weniger ausgeprägt als beim Rückenschwimmen oder Stehen. Folglich sollte das Rückenschwimmen nicht als weitaus geeigneter für die [Prävention](https://schwimmlexikon.de/praevention/) und Rehabilitation von Patienten mit Rückenschmerzen angesehen werden als das Brustschwimmen ([https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/4037291](https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/4037291)- Zugriff 05.02.2020).

## Quellen

- Dalichau & Scheele (2001). The influence of competitive swimming on spinal configuration and postural capacity. Book of abstracts of the 6th annual congress of the European College of Sport Science, 15th congress of the German Society of Sport Science. Cologne, 24-28 July 2001, Verlag Strauß Köln
- Höfling, Linnenbecker, Ungerechts & Nicol (2003). Analysis of lordosis and kyphosis in swimming. Biomechanics and Medicine in Swimming IX, 575-578
- Ostrowska, Demczuk-Wlodarczyk & Biec (2001). The characteristics of lordosis and kyphosis in the case of swimmers. Book of abstracts of the 6th annual congress of the European College of Sport Science, 15th congress of the German Society of Sport Science. Cologne, 24-28 July 2001, Strauß-Köln
- Reeves, T. (1999). The role of the thoracic spine & scapula in shoulder impingement. International Society of Biomechanics in Sports Conference Proceedings. Perth: School of Biomedical and Sports Science Eigenverlag, 47-51

## Verwandte Begriffe

- [dorsal](https://schwimmlexikon.de/dorsal/)
- [Wirbelsäule](https://schwimmlexikon.de/wirbelsaeule/)
- [Rundrücken](https://schwimmlexikon.de/rundruecken/)
- [Bewegungsmangel](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmangel/)
- [Haltungsfehler](https://schwimmlexikon.de/haltungsfehler/)
- [Fehlhaltung](https://schwimmlexikon.de/fehlhaltung/)
- [Scheuermann, morbus](https://schwimmlexikon.de/scheuermann-morbus/)
- [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/)
- [Bewegungsapparat](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat/)
- [Core](https://schwimmlexikon.de/core/)
- [Haltungsschaden](https://schwimmlexikon.de/haltungsschaden/)
- [Lordose](https://schwimmlexikon.de/lordose/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Kyphose. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/kyphose/ (abgerufen am 4. November 2026).
