# Leistungsdruck

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/leistungsdruck/
- Englisch: pressure to perform
- Schlagwörter: Leistung, Psychologie, Wettkampf
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-03-04
- Sprache: de

Leistungsdruck (pressure to perform), Ergebniserwartung durch Einfluss von außen ([Eltern](https://schwimmlexikon.de/eltern/), [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/), Lehrer, [Medien](https://schwimmlexikon.de/medien/) usw.), die bei zu großer Differenz zu den Möglichkeiten des Sportlers (Kindes, Schülers), diese Erwartungen zu realisieren, zu [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) und zu psychosomatischen Störungen führen kann. Viele Eltern streben in der [Erziehung](https://schwimmlexikon.de/erziehung/) ihrer Kinder einen Perfektionismus an, der sich mehr auf die Erziehungsaufgabe als auf das [Kind](https://schwimmlexikon.de/kind/) richtet. Darunter leidet das Vertrauensverhältnis, Misstrauen und Abgrenzung werden gefördert. Indem sich Eltern/Trainer über die [Leistungen](https://schwimmlexikon.de/leistung/) der Kinder profilieren, missbrauchen sie deren [Vertrauen](https://schwimmlexikon.de/vertrauen/). Kinder wollen „von Haus aus“ Leistungen bringen, aber wenn sie zur Pflicht werden, [Zuwendung](https://schwimmlexikon.de/zuwendung/) mit [Leistungsbereitschaft](https://schwimmlexikon.de/leistungsbereitschaft/) verknüpft ist, dann verkrampft das Kind. „Das vergebliche Streben nach Vollkommenheit wird zum lebenslangen Versuch, [Anerkennung](https://schwimmlexikon.de/anerkennung/) zu bekommen“ (Rogge, 2005). Maßnahmen zur Minderung von Leistungsdruck:

 	anspruchsvolle, aber realistische Ziele setzen,
 	Leistungsfortschritte an sich selbst messen,
 	Zwischen- und Teilziele setzen,
 	Wettkampfergebnisse realitätsgerecht auswerten,
 	Einzelleistungen durch Gruppenleistungen ergänzen,
 	Sport ist nicht alles! (Balz & Kuhlmann, 2006). →[Leistungsangst,](https://schwimmlexikon.de/leistungsangst/) →[Leistungserwartung](https://schwimmlexikon.de/leistungserwartung/)

Nicht [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) und [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) sind die hauptsächlichen Ursachen für Leistungsdruck, sondern die Doppelbelastung durch Schule/Studium/Beruf und Leistungssport ([duale Karriere](https://schwimmlexikon.de/karriere-duale/)). Allerdings kann eine immer offensichtlicher werdende Differenz zwischen sportlichen [Zielen](https://schwimmlexikon.de/zielstellung/) und mangelndem Talent ebenfalls den Leistungsdruck erhöhen, wobei hier besonders die Gefahr einer [Gesundheitsgefährdung](https://schwimmlexikon.de/9044-2/) durch Sucht- und Rauschmittel besteht (→[Doping](https://schwimmlexikon.de/4234-2/)). Besonders bei jungen Sportlern am Ende des[Aufbautrainings](https://schwimmlexikon.de/aufbautraining-abt/) sollte die Phase der Meinungsbildung genutzt werden, um realistische sportliche Ziele zu stecken, die ohne Leistungsmanipulation zu erreichen sind (Kovar 2008).

Exkurs: Wenn von Leistungsdruck im [Hochleistungssport](https://schwimmlexikon.de/hochleistungssport/) die Rede ist, bezieht sich das zumeist auf die Sportler. Befragungen (Altfeld & Kellmann, 2014) haben aber ergeben, dass hauptberufliche Trainerinnen und [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/) im Bereich Soziale [Beanspruchung](https://schwimmlexikon.de/beanspruchung/) signifikant beanspruchter sind als nebenberufliche und ehrenamtliche Trainer. Zudem zeigen sie signifikant niedrigere Werte im Bereich der Sozialen Erholung. Es zeigen sich im Profilverlauf erhöhte Beanspruchungswerte auf der Subskala Konflikte/Leistungsdruck. Dies spiegeln auch die Auswertungsergebnisse der Trainerangaben wider, in der Konflikte mit Athleten, im [sozialen Umfeld](https://schwimmlexikon.de/umfeld/) und mit dem [Vereins](https://schwimmlexikon.de/verein/)- beziehungsweise [Verband](https://schwimmlexikon.de/verband/) svorstand am häufigsten als Belastungen genannt wurden.
„Leistungsdruck drückt die Leistung“ Gerhard Uhlenbruck (1929*) Deutscher Arzt und Aphoristiker

## Quellen

- Altfeld & Kellmann (2014). Analyse der Beanspruchungs- und Erholungsbilanz deutscher Trainer. Zeitschrift für Sportpsychologie (21)4, 137-148
- Balz & Kuhlmann (2006). Sportpädagogik – ein Lehrbuch in 14 Lektionen. Aachen: Meyer 2006 (2. Aufl.)
- Kovar, P. (2008). Entstehung einer Dopingkarriere. Prädiktoren eines Phasenmodells von Kindern und Jugendlichen. Saarbrücken Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften 2008
- Rogge, J.-U. (2005). Der große Erziehungsberater. Reinbek: Rowohlt

## Verwandte Begriffe

- [Eltern](https://schwimmlexikon.de/eltern/)
- [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/)
- [Medien](https://schwimmlexikon.de/medien/)
- [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/)
- [Erziehung](https://schwimmlexikon.de/erziehung/)
- [Kind](https://schwimmlexikon.de/kind/)
- [Leistung](https://schwimmlexikon.de/leistung/)
- [Vertrauen](https://schwimmlexikon.de/vertrauen/)
- [Angst](https://schwimmlexikon.de/angst/)
- [Depression](https://schwimmlexikon.de/depression/)
- [Ehrgeiz](https://schwimmlexikon.de/4362-2/)
- [Entspannungsübung](https://schwimmlexikon.de/entspannungsuebung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Leistungsdruck. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/leistungsdruck/ (abgerufen am 25. Oktober 2026).
