# Lerntheorie

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/lerntheorie/
- Englisch: learning theory
- Schlagwörter: Didaktik, Lernen, Methode, Pädagogik, Psychologie, Wissenschaft
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-03-15
- Sprache: de

Lerntheorie (learning theory), [Modell](https://schwimmlexikon.de/modell/) oder [Hypothese](https://schwimmlexikon.de/hypothese/) zur Erklärung von Lernmechanismen. Beispiele sind:

 	1. Lernen durch Herstellen von [Assoziationen](https://schwimmlexikon.de/assoziation/) zwischen [Vorstellungen](https://schwimmlexikon.de/vorstellung/),

 	2. Lernen durch Erwerb von bedingten Reaktionen (klassische [Konditionierung](https://schwimmlexikon.de/konditionierung/)),

 	3. Lernen durch Erwerb einer instrumentellen [Reaktion](https://schwimmlexikon.de/reaktion/)(operante Konditionierung),

 	4. Lernen durch [Einsicht](https://schwimmlexikon.de/einsicht/),

 	5. Lernen am Modell (durch [Beobachtung](https://schwimmlexikon.de/beobachtung/)),

 	6. Lernen durch [Versuch und Irrtum](https://schwimmlexikon.de/versuch-und-irrtum/).

Die verschiedenen Lerntheorien lassen sich nicht hierarchisch ordnen und machen deutlich, dass kognitive Faktoren zwar eine große, aber nicht ausschließliche (→[motorisches Lernen](https://schwimmlexikon.de/lernen-motorisches/)) Rolle spielen (Singer & Munzert, 2000).

Obwohl über 100 Jahre zum Lernen geforscht wird, wird bisher keine einheitliche psychologische Lerntheorie angeboten. Momentan üblich ist die Unterteilung in behavioristische (nur auf objektive Beobachtungs- und Messergebnisse stützende) , kognitivistische (erkenntnismäßige) und konstruktivistische (dem konstuktiven Aufbau z.B. von Naturwissenschaften folgend) Lerntheorien.

Zu einem Paradigmenwechsel führt die nichtlineare Pädagogik, die nach  aktuellem Stand der wissenschaftlichen Forschung effektiver und nachhaltiger ist als der traditionelle methodische Ansatz, wonach der Trainer der Experte für die Lösungswege ist und diese vorgibt (v.a. bei der Technikentwicklung). Im Sinne systemtheoretischen Denkens vertraut der Trainer vollständig auf die Selbstorganisationsfähigkeit und Kreativität der Sportler. Lernender, Lernumgebung und Trainer werden als komplexes, interagierendes System betrachtet. →differenzielles Lernen

## Quellen

- Singer & Munzert (2000). Psychologische Aspekte des Lernens. In Gabler/Nitsch/Singer: Einführung in die Sportpsychologie, Teil 1. Schorndorf: Hofmann, 247-288

## Verwandte Begriffe

- [Modell](https://schwimmlexikon.de/modell/)
- [Hypothese](https://schwimmlexikon.de/hypothese/)
- [Assoziation](https://schwimmlexikon.de/assoziation/)
- [Vorstellung](https://schwimmlexikon.de/vorstellung/)
- [Konditionierung](https://schwimmlexikon.de/konditionierung/)
- [Reaktion](https://schwimmlexikon.de/reaktion/)
- [Einsicht](https://schwimmlexikon.de/einsicht/)
- [Beobachtung](https://schwimmlexikon.de/beobachtung/)
- [Closed-loop-Kontrolle](https://schwimmlexikon.de/closed-loop-bewegung/)
- [Erklären](https://schwimmlexikon.de/erklaeren/)
- [Kompetenzerwartung](https://schwimmlexikon.de/kompetenzerwartung/)
- [Konnektionismus](https://schwimmlexikon.de/konnektionismus/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Lerntheorie. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/lerntheorie/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).
