# Menstruation

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/menstruation/
- Schlagwörter: Belastung, Physiologie, Psychologie, Zyklisierung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-09-11
- Sprache: de

Menstruation (menstruation),lat. menstruus „monatlich“ zu lat. mensis, „Monat“; Periodisch (etwa 400 mal im Leben einer Frau) erfolgende Abstoßung der Uterusschleimhaut, die mit mehrtägigen Blutungen einhergeht. Der Menstruationszyklus beträgt durchschnittlich 28±4 Tage und wird in die Follikelphase (10-16 Tage nach der ersten Blutung), den Eisprung ([Ovulation](https://schwimmlexikon.de/ovulation/)) und die Gelbkörperphase ([Lutealphase](https://schwimmlexikon.de/lutealphase/), 10-15 Tage nach dem Eisprung) unterteilt. In dieser Zeit schwanken die weiblichen [Geschlechtshormone](https://schwimmlexikon.de/geschlechtshormon/) beträchtlich. Dabei wirkt das [Östrogen](https://schwimmlexikon.de/oestrogene/) mehr muskelaufbauend ([anabol](https://schwimmlexikon.de/anabol/)), das [Progesteron](https://schwimmlexikon.de/progesteron/) mehr muskelabbauend ([katabol](https://schwimmlexikon.de/katabol/)).

Während der Menstruation ist [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/) möglich und die [Leistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-sportliche/) wird gering (bei individueller Streuung) beeinflusst. „Bei wenigen Sportlerinnen zeigt sich aufgrund der veränderten Hormonkonstellation prämenstruell eine Leistungsinstabilität“ (Neumann, in: Schnabel & Thieß, 1993), während das Leistungsoptimum zumeist in der postmenstruellen Phase liegt. Der Großteil der bestehenden Forschung zum Menstruationszyklus konzentriert sich auf einige wenige gleichbleibende Zeitpunkte innerhalb der vordefinierten Zyklusphasen, lässt aber die täglichen hormonellen Veränderungen außer Acht, die Frauen bewältigen müssen, um optimale und konstante Leistungen zu erbringen. Die traditionellen Forschungsmodelle eignen sich nicht für die Untersuchung von Symptomen und deren Bewältigung und letztlich auch nicht für die Unterstützung von Sportlerinnen, die während ihres gesamten Zyklus gute Leistungen erbringen müssen. Daher scheint die Überwachung der täglichen Schwankungen, insbesondere während der Übergänge zwischen den Phasen des Menstruationszyklus, ein wichtiger "übersehener" Aspekt zu sein. Dies ist besonders wichtig, wenn man die bekannten intra- und interindividuellen Unterschiede in den Eigenschaften des Menstruationszyklus berücksichtigt (Bruinvels et al. 2022). Ein relativ neues Konzept zur Anpassung an die Phasen des Menstruationszyklus ist die Zyklussynchronisation. Hierunter wird eine Anpassung der Bedürfnisse des Körpers, der [Intensität des Training](https://schwimmlexikon.de/trainingsintensitaet/) s und des [Nährstoffbedarf](https://schwimmlexikon.de/naehrstoffe/) an die sich ändernden Bedürfnisse des Menstruationszyklus verstanden (Harris 2023). In gut kontrollierten Studien gibt es keine Auswirkungen der Menstruationsphase auf den [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/) oder die [Leistung](https://schwimmlexikon.de/leistung/)(Taim et al., 2023), so dass es keine Notwendigkeit gibt, Training oder Ernährung zu priorisieren; Symptome können jedoch die Leistung beeinflussen und sollten berücksichtigt werden.

Aus der Literatur:

Bei Leistungsschwimmerinnen wurden verstärkt verzögerte [Pubertät](https://schwimmlexikon.de/pubertaet/) und Menstruationsstörungen festgestellt (Constantini & Warren 1995). Deshalb ist die Kenntnis der Leistungs[anpassung](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/) in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus bedeutsam für ein optimales, individuelles und leistungsförderndes [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)(Platen 2008, Mikkonen 2024). Die sich mit der Menstruation eröffnenden funktionellen Möglichkeiten können dann als „natürliche [hormonelle](https://schwimmlexikon.de/hormone/) Unterstützung“ in Training und Wettkampf genutzt werden (Tschiene in Leistungssport 3/13, 46). Beim Training unter [Hypoxie](https://schwimmlexikon.de/hypoxietraining/) bedingungen gewährleistet das funktionale System der [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/) in der postmenstruellen und postovulatorischen Phase eine gute O2-Versorgung der arbeitenden Muskeln – gemessen am [metabolischen](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/) Bedarf. Dabei sind die weiblichen [Geschlechtshormone](https://schwimmlexikon.de/geschlechtshormon/) ein wichtiges Bindeglied in den adaptiv-trophischen Reaktionen des weiblichen Organismus und sorgen für eine hohe [Leistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-aerobe/) der Sportlerinnen in diesen beiden Phasen (Rezension von Tschiene zu Shakhlina (2008) in Leistungssport 4/12, 21-22).

Im Hochleistungstraining sollte die [zyklische](https://schwimmlexikon.de/zyklisierung-des-trainingsaufbaus/) Gestaltung des Trainings individuell am jeweiligen Menstruationszyklus der Sportlerin ausgerichtetes werden. Das setzt ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Schwimmerin  voraus. Nur so können die individuell typischen Leistungsschwankungen erfasst und im Training berücksichtigt werden. Durch Hormonapplikation (Anwendung, Zuführung von Hormonen) lässt sich der Menstruationszyklus verschieben, was aber nur als Ausnahme etwa ab 16. Jahren und bei außerordentlich wichtigen Wettkämpfen zu vertreten ist und eine fachärztliche Beratung voraussetzt. In Sportarten, wo Mädchen sehr zeitig belastet werden (Turnen, Eiskunstlauf) wurde verspätet einsetzende Menstruation registriert, was aber auch mit den dort bevorzugt anzutreffenden [retardierten](https://schwimmlexikon.de/retardation/) Wachstumstypen erklärt werden kann (→[Menarche](https://schwimmlexikon.de/menarche/)). Weniger der Sport an sich ist verantwortlich für Zyklusstörungen, „sondern ein für die individuelle Sportlerin überzogenes und durch negative Nebeneinflüsse, wie Mangelernährung (→[Essstörungen](https://schwimmlexikon.de/4731-2/)), psychischer [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) etc. zusätzlich belastendes, nicht adäquates Training“ (Rost 2002).

Eine Studie mit Schwimmerinnen zeigte die Notwendigkeit einer diätetischen Periodisierung, um die Energiezufuhr für eine angemessene [Trainingsbelastung](https://schwimmlexikon.de/trainingsbelastung/) zu sichern (VanHeest et al. 2014). In einer Übersichtsarbeit bemängeln Rogan & Black (2022), dass es an qualitativ hochwertiger Forschung fehlt, die die Energiezufuhr von Frauen über den gesamten Menstruationszyklus hinweg untersucht, und dass nur sehr wenige Daten für Sportlerinnen und andere Personen mit hoher körperlicher Aktivität vorliegen. Innerhalb eines monophasischen oralen Kontrazeptivums (OC-Zyklus/ "Anti-Babypille") wurde die Schwimmleistung nicht beeinträchtigt (Rechichi & Dawson, 2012). Im Schwimmen ist aus hygienischen Gründen zu entscheiden, ob bei starken Blutungen in diesen Tagen unbedingt im Wasser trainiert werden muss. →[Entwicklungsabschnitte](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsabschnitt/),

De Larochelambert et al. (2024) beobachteten mit Markov-Zustandsmodellen[1](#bb71b893-4266-4c11-a15f-7c5bd62cdd03) bei Olympionikinnen in Rudern und Skilauf eine zyklische Trainingsreaktion, die in erster Linie mit dem [Progesteron](https://schwimmlexikon.de/progesteron/) spiegel zusammenhing. Menstruierende Sportlerinnen wiesen in der ersten Zyklushälfte überwiegend den „leichten“ Zustand auf (8%-53%), der nach dem geschätzten Eisprung in den „harten“ Zustand überging (63%-96%).

Das Ersetzen direkter Messungen von Schlüsselmerkmalen des Menstruationszyklus (z. B. des Anstiegs des luteinisierenden Hormons vor dem Eisprung durch Urinnachweis und ausreichendes Progesteron in der Lutealphase durch Blut- oder Speichelproben) durch Annahmen oder Schätzungen (d. h. keine Messungen) wird insbesondere in der feldbasierten Forschung als pragmatische und bequeme Art der Datengenerierung vorgeschlagen, insbesondere in der feldbasierten Forschung (d. h. im Umfeld von Spitzensportlern). Das birgt die Gefahr, dass sich dies auf die Gesundheit, das Training, die Leistung, die Verletzungen usw. von Sportlerinnen sowie auf den Einsatz von Ressourcen auswirkt. Angenommene oder geschätzte Menstruationsphasen sind ein Ansatz, der kaum eine wissenschaftliche Grundlage hat und dem es an Strenge und angemessener methodischer Qualität mangelt, um gültige und zuverlässige Daten zu liefern (Elliott-Sale et al. 2025).

"Sowohl Schwimmerinnen als auch Trainer scheinen nur minimale Kenntnisse über die Menstruation, ihre Auswirkungen auf das Training und darüber zu haben, wie man sich während des Trainings oder Wettkampfs an diese Auswirkungen anpassen oder sie überwinden kann." (Marais et a. 2022)

"Wenn es um Befreiung vom Sportunterricht geht, dann menstruieren einige Mädchen über das Jahr durchgehend"

## Quellen

- Constantini & Warren (1995). Menstrual dysfunction in swimmers: A distinct entity. Journal of Clinical Endocrinology Metabolism, 80, 2740-2744.
- De Larochelambert, Hamri, Chassard, Storme, Dupuit, Diry, Toussaint, Louis, Coulmy & Antero (2024). Exploring the effect of the menstrual cycle or oral contraception on elite athletes` training responses when workload is not objectively quantifiable: the MILS approach and findings from female Olympians. BMJ Open Sport & Exercise Medicine, 10, e001810. Zugriff am 29.07.2024 unter http://doi.org/10.1136/bmjsem-2023-001810. https://doi.org/10.1136/bmjsem-2023-001810
- Harris, H. (2023). Cycle syncing: How to exercise to match your menstrual cycle, Zugriff am 19.08.24 unter https://shop.kleanathlete.com/blog/athletes/cycle-syncing-how-to-exercise-to-match-your-menstrual-cycle/?utm_medium=affiliate&utm_source=AWin-295001&utm_campaign=AffiliateWin&affil=awin&awc=20759_1674496774_9c8bf367f3f5adf07cb65904885bc953
- Rechichi & Dawson (2012). Oral contraceptive cycle phase does not affect 200-m swim time trial performance. The Journal of Strength and Conditioning Research (26)4,961-964
- Rogan & Black (2022). Dietary energy intake across the menstrual cycle: a narrative review. Nutrition Reviews, 81 (7), 869-886. https://doi.org/10.1093/nutrit/nuac094 - Zugriff 20.10.2023. https://doi.org/10.1093/nutrit/nuac094
- Rost, R. (Hrsg.) (2002). Lehrbuch der Sportmedizin. Köln: Deutscher Ärzte Verlag
- Shakhlina, L. (2008). Die Reaktion des Organismus von Sportlerinnen auf einen reduzierten Sauerstoffgehalt der Atemluft in den verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus, Sportivna Medzina, 1, 78-82
- Taim, Catháin, Renard, Elliott-Sale, Madigan, & Ní Chéilleachair (2023). The prevalence of menstrual cycle disorders and menstrual cycle-related symptoms in female athletes: A systematic literature review. Sports Medicine, 53(10), 1963–1984.
- VanHeest, Rodgers, Mahoney & de Souza (2014). Ovarian suppression impairs sport performance in junior elite female swimmers. Medicine & Science in Sports & Exercise (46)1, 156-166

## Verwandte Begriffe

- [Ovulation](https://schwimmlexikon.de/ovulation/)
- [Lutealphase](https://schwimmlexikon.de/lutealphase/)
- [Geschlechtshormon](https://schwimmlexikon.de/geschlechtshormon/)
- [Östrogene](https://schwimmlexikon.de/oestrogene/)
- [anabol](https://schwimmlexikon.de/anabol/)
- [Progesteron](https://schwimmlexikon.de/progesteron/)
- [katabol](https://schwimmlexikon.de/katabol/)
- [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/)
- [Amenorrhö](https://schwimmlexikon.de/amenorrhoe/)
- [Ermüdungsbruch](https://schwimmlexikon.de/ermuedungsbruch/)
- [Ernährungsprotokoll](https://schwimmlexikon.de/ernaehrungsprotokoll/)
- [Follikelphase](https://schwimmlexikon.de/follikelphase/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Menstruation. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/menstruation/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
