# Mesozyklus (MEZ)

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/mesozyklus-mez/
- Englisch: meso-cycle
- Schlagwörter: Trainingsplanung, Zyklisierung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-07-07
- Sprache: de

Mesozyklus (MEZ) (meso-cycle), mittelfristiger [Trainingsabschnitt](https://schwimmlexikon.de/trainingsabschnitt/), der einem [Makrozyklus](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/) zugeordnet ist, aus mehreren [Mikrozyklen](https://schwimmlexikon.de/mikrozyklus/) besteht und sich im Laufe eines [Trainingsjahres](https://schwimmlexikon.de/trainingsjahr/) wiederholt. Die Typen der Mesozyklen sind in der Literatur recht unterschiedlich benannt. Nach ihrer Einordnung in den Makrozyklus kann man von einer Rangfolge ausgehen, wonach auf einen MEZ grundlegender [Leistungsvoraussetzungen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvoraussetzungen-innere/), ein MEZ der Ausprägung und [Stabilisierung](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung/) der [sportlichen Form](https://schwimmlexikon.de/form-sportliche/) und abschließend ein MEZ der [aktiven Erholung](https://schwimmlexikon.de/erholung-aktive/) folgen. Die Vorteile einer mesozyklischen Gestaltung des Trainings liegen in der Gewährleistung eines optimalen Verhältnisses von Belastung und Erholung (→[Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung](https://schwimmlexikon.de/prinzip-der-einheit-von-belastung-und-erholung/)), eines akzentuierten Trainings bezogen auf die methodische Linienführung und in der Berücksichtigung der optimalen Zeiten zur Anpassung und für motorische und technisch-taktische Lernprozesse (Schnabel et al. 2003). Zudem hilft die Planung wiederholter Mesozyklen Monotonie zu vermeiden und das Training [emotionaler](https://schwimmlexikon.de/emotion/) und interessanter zu gestalten (Moshkina 2019). Das [Periodisierungsprinzip](https://schwimmlexikon.de/periodisierung/) stützt sich mehr auf Erfahrungen der [Trainingspraxis](https://schwimmlexikon.de/theorie-praxis-verhaeltnis/) als auf biologisch begründete Daten, die eine dynamische Veränderung zellulärer [Anpassung](https://schwimmlexikon.de/anpassung-funktionelle/) über den Zeitverlauf näher eingrenzen können. Hier bedarf die [Trainingslehre](https://schwimmlexikon.de/trainingslehre/) Erkenntnisse der molekularen Systematisierung von Trainingsanpassung (Gehlert et al. 2015).→[Prinzip der Akzentuierung und Kontinuität](https://schwimmlexikon.de/prinzip-der-akzentuierung-und-kontinuitaet/), →[Heterochronie](https://schwimmlexikon.de/heterochronie/), →[Blocktraining](https://schwimmlexikon.de/blocktraining/)

In der Trainingspraxis der Schwimmer haben sich zwei Varianten bewährt. Einmal werden Inhalt und auch Dauer des Mesozyklus stark von den optimalen Anpassungszeiten (→[Anpassung](https://schwimmlexikon.de/anpassungsstufen/)) bestimmt, so kann ein MEZ zur Entwicklung der [allgemeinen Kraft](https://schwimmlexikon.de/krafttraining-allgemeines/) nur drei, zur [allgemeinen Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/2497-2/) im Wasser aber sechs Wochen dauern. Zum anderen wird ein konstanter Rhythmus über das Trainingsjahr beibehalten (→[Zyklisierung](https://schwimmlexikon.de/zyklisierung-des-trainingsaufbaus/)). So trainierte Popov nach einem MEZ von drei Wochen. Auch von den Ungarn ist eine ähnliche Vorgehensweise (4 Wochen) bekannt. Typische Aufgaben von MEZ im Schwimmen sind: Herausbildung konditioneller [Leistungsvoraussetzungen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvoraussetzung/) (zumeist an Land, auch [Wasserfahrsport](https://schwimmlexikon.de/wasserfahrsport/) - oder [Winterlager](https://schwimmlexikon.de/wintertrainingslager/)), der [GA-Aufbau](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer/) im Wasser (mit Lehrgang für GA-Umfang), [spezifische Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft-spezifische/), [Leistungsausprägung](https://schwimmlexikon.de/leistungsauspraegung/), aber auch das Erlernen oder Festigen bestimmter [Techniken](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/) (bevorzugtes [Messplatztraining](https://schwimmlexikon.de/messplatztraining/)).

Exkurs: Gibt es auch hier noch unterschiedliche (zumindest terminologische) Auffassungen zur Struktur der Zyklisierung zwischen Ost:West? Während in der russischen und ostdeutschen Trainingswissenschaft dem Mesozyklus ein beachtlicher Stellenwert eingeräumt wird, beschränkt sich der "Pionier des Periodentrainings" Bompa nur auf Mikro- und Makrozyklen (Bompa & Buzzichelli 2019).

## Quellen

- Bompa & Buzzichelli (2019). Periodization. Theory and methodology of training. Human Kinetics 2019
- Gehlert, Jacko, Hermanns, Argomand, Lengenberg & Bloch (2015). Myozelluläre Desensibilisierung als Folge akuter und chronischer Kraftbeanspruchung. BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2014/15, Verlag Strauß Köln
- Schnabel, Harre, Krug & Borde (2003). Trainingswissenschaft. Berlin: Sportverlag

## Verwandte Begriffe

- [Trainingsabschnitt](https://schwimmlexikon.de/trainingsabschnitt/)
- [Ausdauer, aerobe](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/)
- [Mikrozyklus](https://schwimmlexikon.de/mikrozyklus/)
- [Trainingsjahr](https://schwimmlexikon.de/trainingsjahr/)
- [Leistungsvoraussetzungen, innere](https://schwimmlexikon.de/leistungsvoraussetzungen-innere/)
- [Stabilisierung](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung/)
- [Form, sportliche](https://schwimmlexikon.de/form-sportliche/)
- [Erholung, aktive](https://schwimmlexikon.de/erholung-aktive/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Ausbildung, athletische](https://schwimmlexikon.de/ausbildung-athletische/)
- [Biorhythmus](https://schwimmlexikon.de/biorhythmus/)
- [Blockperiodisierung](https://schwimmlexikon.de/blockperiodisierung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Mesozyklus (MEZ). In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/mesozyklus-mez/ (abgerufen am 1. November 2026).
