# Migration

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/migration/
- Schlagwörter: Gesellschaft, Soziologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-07-27
- Sprache: de

Migration (migration), lat. migratio „(Aus-) Wanderung, ‚Umzug“; (Aus-/Ein-) Wanderung von Personen oder [Gruppen](https://schwimmlexikon.de/gruppe-soziale/) innerhalb oder zwischen Nationen mit beabsichtigter Verlagerung des Lebensmittelpunktes. [Kinder](https://schwimmlexikon.de/kind/) wachsen durch die vielen Migranten in Deutschland in einer multikulturellen Gesellschaft auf.

Der Sport kann einen wesentlichen Beitrag zur [Integration](https://schwimmlexikon.de/integration/) von Migranten in die Gesellschaft leisten. Deshalb hat der [DOSB](https://schwimmlexikon.de/deutscher-olympischer-sportbund-dosb/) das Programm "Integration durch Sport" 1989 auf Initiative der Bundesregierung ins Leben gerufen, um Menschen mit Migrationshintergrund für eine aktive Beteiligung auf allen Ebenen des Vereinslebens zu gewinnen, aktiv wie ehrenamtlich. Die gemeinsame sportliche Betätigung soll gesellschaftliche Integration und gegenseitige Akzeptanz fördern. In den [Vereinen](https://schwimmlexikon.de/verein/) soll das [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/) für einen offenen Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen gepflegt werden ([http://www.bamf.de/DE/Infothek/Projekttraeger/IntegrationSport/integrationsport-node.html](http://www.bamf.de/DE/Infothek/Projekttraeger/IntegrationSport/integrationsport-node.html)). →[Diversity Management](https://schwimmlexikon.de/diversity-management/)

[Spitzensportler](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/) gehören zu einer ausgewählten Gruppe von [Arbeitnehmern](https://schwimmlexikon.de/arbeitnehmer-trainer-als/), die eine Beschäftigung auf globaler Marktebene suchen können. Ihre Bereitschaft zur Migration und eine erfolgreiche Anpassung hängen ab von den früheren [Einstellungen](https://schwimmlexikon.de/einstellung/) und/oder [Verhalte](https://schwimmlexikon.de/verhalten/) nsweisen ([Habitus](https://schwimmlexikon.de/habitus/)), der erheblichen Unterstützung durch andere, auch durch [Familie](https://schwimmlexikon.de/familie/) nmitglieder, sowie von früheren [Erfahrungen](https://schwimmlexikon.de/erfahrung/) und [Erfolgen](https://schwimmlexikon.de/erfolg/) im Sport und in der [Ausbildung](https://schwimmlexikon.de/ausbildung/) ab (Krizaj et al. 2014). Die Arbeitsmigration von [Trainern](https://schwimmlexikon.de/trainer/) im Spitzensport schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Sportsystems des Entsendelandes und sollte deshalb Anliegen der politischen Entscheidungsträger sein. Eine [Analyse](https://schwimmlexikon.de/analyse/) (Orlowski et al. 2017) ergab folgende Migrationsfaktoren:

 	arbeitsplatzbezogene Faktoren (Gehalt, Arbeitsbelastung, finanzielle Planungssicherheit, [Druck](https://schwimmlexikon.de/leistungsdruck/), Politik innerhalb des Sportverbandes und Anerkennung der Trainertätigkeit in der Gesellschaft);
 	soziale Faktoren (familiäre Unterstützung und Ausbildung der Kinder); Wettbewerbsfaktoren ([Trainingsumfeld](https://schwimmlexikon.de/umfeld/) und [Sportausrüstung](https://schwimmlexikon.de/sportausruestung/));
 	die Suche nach neuen Erfahrungen (neue Kultur/Sprache und herausfordernde Aufgabe).

Um die Abwanderung von Trainern und die Arbeitsplatzmigration zu reduzieren, müssen die Arbeitsbedingungen neu überdacht werden

Exkurs: Nach einer Analyse von etwa 40.000 Teilnehmern aus 11 Ländern,  die zwischen 1948 und 2012 an den Sommerspielen teilgenommen haben, schließen die Autoren, dass die olympische Migration in erster Linie ein Spiegelbild globaler Migrationsmuster ist und nicht eine Diskontinuität mit der Vergangenheit (Jansen & Engbersen, 2017). Die Spiele von 2000 bis 2016 zeigen hingegen, dass der Prozentsatz der Medaillengewinner mit Migrationshintergrund deutlich höher ist als der derzeitige Prozentsatz der internationalen Migrantenbevölkerung der Welt. Somit wird der Anteil von Athleten mit Migrationshintergrund als einer der stärksten Indikatoren für die Medaillensummen der Länder gewertet (Horowitz & McDaniel, 2014).

## Quellen

- Horowitz & McDaniel (2014). Investigating the global productivity effects of highly skilled labour migration: how immigrant athletes impact Olympic medal counts. International Journal of Sport Policy and Politics (7)1, 19-42
- Jansen & Engbersen (2017). Have the Olympic Games become more migratory? A comparative historical perspective. Comparative Migration Studies (5)11,1-15

## Verwandte Begriffe

- [Gruppe, soziale](https://schwimmlexikon.de/gruppe-soziale/)
- [Kind](https://schwimmlexikon.de/kind/)
- [Integration](https://schwimmlexikon.de/integration/)
- [Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB)](https://schwimmlexikon.de/deutscher-olympischer-sportbund-dosb/)
- [Verein](https://schwimmlexikon.de/verein/)
- [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/)
- [Diversity Management](https://schwimmlexikon.de/diversity-management/)
- [Spitzensport](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/)
- [Barriere](https://schwimmlexikon.de/barriere/)
- [Geselligkeit](https://schwimmlexikon.de/geselligkeit/)
- [Reproduktion](https://schwimmlexikon.de/reproduktion/)
- [Ritual](https://schwimmlexikon.de/ritual/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Migration. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/migration/ (abgerufen am 7. November 2026).
