# Muskeltonus

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/muskeltonus/
- Englisch: muscle tone
- Schlagwörter: Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-11-24
- Sprache: de

Muskeltonus (muscle tone), griech. tonos „Spannung“; Spannungszustand des [Muskels](https://schwimmlexikon.de/muskel/), der zentralnervös über die [Muskelspindeln](https://schwimmlexikon.de/muskelspindel/) gesteuert wird. Die [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/) ist lediglich im [Schlaf](https://schwimmlexikon.de/schlaf/) entspannt (Schlaffheit 〈Atonie〉 während der REM-Phase), für die aufrechte [Körperhaltung](https://schwimmlexikon.de/koerperhaltung/) ist bereits ein Ruhetonus erforderlich. Der [Muskeltonus](https://schwimmlexikon.de/muskeltonus/) unterliegt Muskeldehnungen, seelischen Erregungen ([Verspanntheit](https://schwimmlexikon.de/verspannun/)) oder Temperaturschwankungen („steif vor Kälte“). Niedriger Muskeltonus wird auch als Muskelhypotonie, erhöhter als Muskelhypertonie (bis zum [Krampf](https://schwimmlexikon.de/muskelkrampf/)) bezeichnet. →[Muskelspannung](https://schwimmlexikon.de/muskelspannung/), →[muskuläre Dysbalancen](https://schwimmlexikon.de/dysbalance-muskulaere/)

Besonders für die Bewegungsökonomie sind Phasen der Muskelentspannung bedeutungsvoll. Dabei ist ein in Ruhe entspannter Muskel besser in der Lage, während der Bewegung Entspannungsphasen einzuhalten. Durch eine ungenügende Muskelentspannung erfolgen die [Kontraktionen](https://schwimmlexikon.de/muskelkontraktion/) gegen den Widerstand der [Antagonisten](https://schwimmlexikon.de/antagonist/). Besonders [Schnelligkeitsausdauer](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/) leistungen ([Sprint](https://schwimmlexikon.de/sprintschnelligkeit/)) sind stark vom Muskeltonus abhängig (Tepper 1968).

Exkurs: "Aufgrund der Tatsache, dass der Muskeltonus eine biophysikalische und neurophysikalische Grundlage hat und zusätzlich zwischen diesen beiden Ursachenkomplexen Wechselbeziehungen bestehen, darf nicht von dem Muskeltonus gesprochen werden. Vielmehr ist eine ursächliche Differenzierung, unter Beachtung der Interaktionen zwischen beiden, für jegliche Einflussnahme essenziell." (Gisler 2007, S. 140)

## Quellen

- Gisler, Th. (2007). Stretching – ein Auslaufmodell? Einflussnahme auf Muskeltonus, Muskellänge und artikuläre Strukturen. Schweizerische Z. für «Sportmedizin und Sporttraumatologie» 55 (4), 139–148
- Laube & Müller (2004). Der passive Muskeltonus als biophysikalische und der aktive Muskeltonus als neurophysiologische Zustandsgröße aus physiologischer und pathophysiologischer Sicht. Österr. Z. Phys. Med.Rehabil (14)1, 10-28. https://www.yumpu.com/de/document/view/10686253/der-passive-muskeltonus-als-bpdf - Zugriff 06.08.25
- Tepper, E. (1968). Ergebnisse der Untersuchungen zum Verhalten des Muskeltonus bei Sprintern. Theorie und Praxis des Leistungssports (6)3, 136-151

## Verwandte Begriffe

- [Muskel](https://schwimmlexikon.de/muskel/)
- [Muskelspindel](https://schwimmlexikon.de/muskelspindel/)
- [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/)
- [Schlaf](https://schwimmlexikon.de/schlaf/)
- [Körperhaltung](https://schwimmlexikon.de/koerperhaltung/)
- [Verspannung](https://schwimmlexikon.de/verspannun/)
- [Muskelkrampf](https://schwimmlexikon.de/muskelkrampf/)
- [Muskelspannung](https://schwimmlexikon.de/muskelspannung/)
- [Eigenreflex](https://schwimmlexikon.de/eigenreflex/)
- [Entspannung](https://schwimmlexikon.de/entspannung/)
- [Gelenk](https://schwimmlexikon.de/gelenk/)
- [hyperton](https://schwimmlexikon.de/hyperton/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Muskeltonus. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/muskeltonus/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
