# Neurophysiologie

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/neurophysiologie/
- Englisch: neurophysiology
- Schlagwörter: Bewegungslehre, Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-07-10
- Sprache: de

Neurophysiologie (neurophysiology), Bereich der [Physiologie](https://schwimmlexikon.de/physiologie/), genauer der [Neurologie](https://schwimmlexikon.de/neurologie/), der sich mit Aufbau und Funktion des [Nervensystems](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/) befasst. Neurophysiologische Untersuchungsmethoden gewähren heutzutage tiefere Einblicke in die Arbeitsweise des [Gehirns](https://schwimmlexikon.de/gehirn/) und dessen [Anpassungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/anpassungsfaehigkeit/). Somit beeinflusst die Neurophysiologie zunehmend die [Lernpsychologie](https://schwimmlexikon.de/lernpsychologie/) und damit die Ableitung von [Lerntheorien](https://schwimmlexikon.de/lerntheorie/). →[mentales Training](https://schwimmlexikon.de/training-mentales/)

Erst die Verknüpfung von sensorischen und motorischen [Nervenzellen](https://schwimmlexikon.de/neuron/) ([Sensomotorik](https://schwimmlexikon.de/sensomotorik/)) ermöglicht gezielte, regulierbare [Bewegungen](https://schwimmlexikon.de/bewegung/). Der Verbesserung sportlicher Bewegung liegen Veränderungsprozesse im [Zentral](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/) nervensystem zugrunde. Im [Kleinhirn](https://schwimmlexikon.de/kleinhirn/) werden Bewegungsschablonen erstellt, die der [Koordination](https://schwimmlexikon.de/koordination/) von Körperbewegungen dienen. Der erfahrene Sportler kann so die Bewegung noch während ihrer Ausführung korrigieren und mögliche Ausweichhandlungen neu programmieren ([https://www.dr-gumpert.de/html/motorisches_lernen.html](https://www.dr-gumpert.de/html/motorisches_lernen.html) - Zugriff 10.07.23).

![]() Die drei Leistungsbereiche des Nervensystems (Quelle: http://www.physiopaed.de/inte.jpg)

Im Bereich des Sports werden verstärkt mobile [Elektroenzephalographie](https://schwimmlexikon.de/elektroenzephalogramm/)-Geräte (EEG) kombiniert mit Verhaltenstests der kognitiven und motorischen Funktionen eingesetzt. Maßgebliche Forschungsbereiche sind:

Neuronale Korrelate sportlicher Leistung,

Auswirkungen von Sport und Bewegung auf die Gehirnfunktion über die gesamte Lebensspanne,

Leistungsphysiologische Tests und innovative Trainingsverfahren ([https://www.lunex-university.net/de/forschung/neurophysiologie-bewegungskontrolle/](https://www.lunex-university.net/de/forschung/neurophysiologie-bewegungskontrolle/) - Zugriff 10.07.23).

Damit wird das Verständnis der Mechanismen gefördert, die den psychophysischen und [affektiven](https://schwimmlexikon.de/affekt/) Reaktionen während der Ausführung grober Bewegungen (z. B. Gehen und Radfahren) zugrunde liegen (Bigliassi et al. 2020).

Exkurs: Der unmittelbare Nutzen von Bewegung für die [kognitive](https://schwimmlexikon.de/fertigkeit-kognitive/) Leistungsfähigkeit wurde in den letzten Jahren wiederholt nachgewiesen (→[Neurologie](https://schwimmlexikon.de/neurologie/)). Während neurophysiologische Ergebnisse zunehmend auch im Sport genutzt werden (→[Neuroathletik](https://schwimmlexikon.de/neuroathletiktraining/)), stecken sie für den [Schulsport ](https://schwimmlexikon.de/schulsport/) noch in den Kinderschuhen (Schneider & Guardiera, 2011).

## Quellen

- Bigliassi, Wright, Karageorghis & Nowicky (2020). Measuring electrical activity in the brain during exercise: A review of methods, challenges, and opportunities. Sport & Exercise Psychology Review (16)1, 1-16
- Schneider & Guardiera (2011). Bildung braucht Bewegungsportunterricht, Schorndorf, 60 (2011), Heft 10 1Bildung braucht Bewegung – neurophysiologische Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität und Lernleistung im Schulalltag. Bildung braucht Bewegung, sportunterricht, Schorndorf (60)10, 1-5

## Verwandte Begriffe

- [Physiologie](https://schwimmlexikon.de/physiologie/)
- [Neurologie](https://schwimmlexikon.de/neurologie/)
- [Nervensystem](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/)
- [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/)
- [Anpassungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/anpassungsfaehigkeit/)
- [Lernpsychologie](https://schwimmlexikon.de/lernpsychologie/)
- [Lerntheorie](https://schwimmlexikon.de/lerntheorie/)
- [Training, mentales](https://schwimmlexikon.de/training-mentales/)
- [Antizipation](https://schwimmlexikon.de/antizipation/)
- [Bahnung](https://schwimmlexikon.de/bahnung/)
- [Figurzeit, Gesetz der konstanten](https://schwimmlexikon.de/figurzeit-gesetz-der-konstanten/)
- [Lernalter, bestes](https://schwimmlexikon.de/lernalter-bestes/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Neurophysiologie. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/neurophysiologie/ (abgerufen am 25. Oktober 2026).
