# Phosphor

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/phosphor/
- Schlagwörter: Biochemie, Ernährung, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2021-10-02
- Sprache: de

Phosphor/Phosphat (phosphorus), [Mineralstoff](https://schwimmlexikon.de/mineralstoffe/), der in einer Menge von etwa 700g im Körper des Erwachsenen enthalten ist. Als Bestandteil des [Adenosintriphosphats](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/) (ATP) ist Phosphat wichtiger Energielieferant. Es sichert gesunde [Knochen](https://schwimmlexikon.de/knochen/) sowie Zähne und das Gleichgewicht im [Säure-Basen-Haushalt](https://schwimmlexikon.de/saeure-basen-haushalt/) (→[Puffersystem](https://schwimmlexikon.de/puffer-systeme/)). Phosphat wird ausreichend mit der [Nahrung](https://schwimmlexikon.de/nahrungsmittel/) zugeführt, besonders mit [proteinreichen](https://schwimmlexikon.de/protein/) Lebensmitteln (Fleisch, Fisch), so dass ein Mangel (Rachitis, Wachstumsstörungen) an Phosphat sehr selten auftritt. Allerdings wurden nach langanhaltenden Belastungen (Marathonlauf, Radsport) Mängel an Phosphor festgestellt (Donath et al. 1974; Lombardi et al. 2014). Dementgegen wurden bei Leichtathleten höhere Serumphosphatkonzentrationen (47%) ermittelt. Deshalb können die für die Allgemeinbevölkerung verwendeten Referenzintervalle nicht für Sportler verwendet werden. Es sind die ausgeübte [Sportart](https://schwimmlexikon.de/sportart/) und auch die Schwankungen während des [Trainingsjahres](https://schwimmlexikon.de/trainingsjahr/) zu berücksichtigen (Malliaropoulos et al. 2013). Allgemein werden 800mg/Tag zur Aufnahme empfohlen, wobei allzu viel ungesund sein kann.  So warnen Lebensmittelchemiker vor Phosphatzusätzen (Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker) in Lebensmitteln, die [Herz-Kreislauf-](https://schwimmlexikon.de/herz-kreislaufsystem/) Erkrankungen auslösen können ([http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/phosphat117_page-4.html](http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/phosphat117_page-4.html) - Zugriff 2.10.21).  →[Energiebereitstellung,](https://schwimmlexikon.de/energiebereitstellung/) →[Nahrungsergänzungsmittel](https://schwimmlexikon.de/nahrungsergaenzungsmittel-nem/)

Exkurs: Durch die 31Phosphor-Magnet-Resonanz-Spektroskopie (31P-MRS) kann der unterschiedliche Phosphatgehalt im [Muskel](https://schwimmlexikon.de/muskulatur-leistungsbestimmende/) differenziert und dadurch auf die [Faserzusammensetzung des Muskels](https://schwimmlexikon.de/muskelfaserzusammensetzung/) geschlossen werden. Es wurden signifikante Korrelationen zwischen Typ II-Fasern und dem Verhältnis von Phospho[creatin](https://schwimmlexikon.de/kreatinphosphat/) (PCr) zu [ATP](https://schwimmlexikon.de/atp/), anorganischem Phosphat (Pi) zu ATP und (PCr + Pi) zu ATP gefunden. Beim Vergleich zwischen [Sprintern](https://schwimmlexikon.de/sprinter/) und [Langstrecklern](https://schwimmlexikon.de/langstreckentraining/) weisen letztere ein niedrigeres PCr/Pi- und PCr/Pt-Verhältnis sowie eine höhere Pi/Pt-Relation im [M. quadriceps](https://schwimmlexikon.de/schenkelstrecker-viekoepfiger/) auf. Sprinter hatten hingegen höhere PCr-Werte, PDE/Pt- und PCr/ATP-Ratios sowie niedrigere Pi-Konzentrationen. Aufgrund dieser Ergebnisse könnten spektroskopische Untersuchungen zur Faserspektrumverteilung und zu [metabolen](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/) [Adaptationsmechanismen](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/) durch Training aufgrund der nichtinvasiven und nebenwirkungsfreien Methode, welche repititive (wiederholte) Untersuchungen ermöglicht, in der [Talentauswahl](https://schwimmlexikon.de/talentauswahl/), Wahl der Trainingsformen und Überprüfung derselben für Patienten und [Hochleistungssport](https://schwimmlexikon.de/hochleistungssport/) ler eine wichtige praxisrelevante Rolle einnehmen. Dami könnten sie  die invasive und ethisch umstrittene Methode der [Muskelbiopsie](https://schwimmlexikon.de/muskelbiopsie/) bei gesunden und minderjährigen Probanden ersetzen (Brechtel et al. 2002).

## Quellen

- Brechtel, Hoff & Wolff (2002). Statische und dynamische Untersuchungen an unterschiedlichen Muskelgruppen von Leistungssportlern und Nachwuchsathleten mittels der 31Phosphor-Magnet-Resonanz-Spektroskopie. BISp Jahrbuch 2002, 81-90
- Malliaropoulos, Tsitas, Porfiriadou, Papalada, Ames, del Buono, Lippi & Maffulli (2013). Blood phosphorus and magnesium levels in 130 elite track and field athletes. Asian Journal of Sports Medicine (4)1, 49-53

## Verwandte Begriffe

- [Mineralstoffe](https://schwimmlexikon.de/mineralstoffe/)
- [Adenosintriphosphat (ATP)](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/)
- [Knochen](https://schwimmlexikon.de/knochen/)
- [Säure-Basen-Haushalt](https://schwimmlexikon.de/saeure-basen-haushalt/)
- [Puffer/-systeme](https://schwimmlexikon.de/puffer-systeme/)
- [Nahrungsmittel](https://schwimmlexikon.de/nahrungsmittel/)
- [Protein](https://schwimmlexikon.de/protein/)
- [Sportart](https://schwimmlexikon.de/sportart/)
- [Kreatin](https://schwimmlexikon.de/kreatin/)
- [Post-Activation Potentiation (PAP)](https://schwimmlexikon.de/post-activation-potentiation-pap/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2021). Phosphor. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/phosphor/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).
