# Plastizität, neuronale

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/plastizitaet-neuronale/
- Englisch: plasticity, neural
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2021-11-13
- Sprache: de

Plastizität, neuronale (plasticity, neural), Unter Plastizität versteht man allgemein Verformbarkeit; in der Biologie/[Soziologie](https://schwimmlexikon.de/soziologie/) die Fähigkeit der Lebewesen, sich der [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/) anzupassen. Dadurch ist der Mensch über seine genetische Bestimmtheit (→[Genotyp](https://schwimmlexikon.de/genotyp/)) hinaus weitgehend bildsam und erziehbar. Neuronale Plastizität beschreibt den Umbau neuronaler Strukturen von der [Nervenzelle](https://schwimmlexikon.de/neuron/) bis zu Hirnarealen (Quelle s.u.).

Neuronale Plastizität ist besonders bei Kindern ausgeprägt, die in der Lage sind, sehr schnell Verbindungen zu knüpfen und wieder zu trennen. Aber auch im [Alter](https://schwimmlexikon.de/alter/) vermag das [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/) wesentlich mehr zu leisten als bisher angenommen wurde. Es ist ein ungemein flexibles und lernfähiges [Organ](https://schwimmlexikon.de/organ/), das sich ständig neuen Anforderungen anpassen muss, und wir beginnen gerade erst zu verstehen, wie es diese immer wieder neuen Aufgaben bewältigt. Man unterscheidet zwei Formen der neuronalen Plastizität: die gebrauchsabhängige, welche beschreibt, wie sich Areale im Gehirn vergrößern, wenn mit ihnen verknüpfte [Muskeln](https://schwimmlexikon.de/muskel/) verstärkt genutzt werden und die durch [Verletzungen](https://schwimmlexikon.de/verletzung/) hervorgerufenen Veränderungen. So kann z.B. beobachtet werden, dass Regionen im Gehirn, die mit Nerven und Muskeln in der Nähe von amputierten Gliedmaßen verknüpft sind, ebenfalls wachsen können ([http://www.wissenschaft.marcus-haas.de/biologie/gehirn.html](http://www.wissenschaft.marcus-haas.de/biologie/gehirn.html) -Zugriff 13.11.21).

Exkurs: Neurowissenschaftliche Erkenntnisse revolutionieren derzeit die [Trainingslehre](https://schwimmlexikon.de/trainingslehre/) und den Spitzensport. Eine optimale körperliche [Leistung](https://schwimmlexikon.de/leistung/) ist nur dann möglich, wenn das Gehirn hochwertige Informationen von Augen, [Gleichgewichtssystem](https://schwimmlexikon.de/gleichgewichtsfaehigkeit/) und Körper erhält. Mit diesem revolutionären Ansatz der [Neuroathletik](https://schwimmlexikon.de/neuroathletiktraining/) lassen sich die Informationsaufnahme und -verarbeitung gezielt trainieren und die sportliche Leistung erheblich verbessern.

## Verwandte Begriffe

- [Soziologie](https://schwimmlexikon.de/soziologie/)
- [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/)
- [Genotyp](https://schwimmlexikon.de/genotyp/)
- [Neuron](https://schwimmlexikon.de/neuron/)
- [Alter](https://schwimmlexikon.de/alter/)
- [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/)
- [Organ](https://schwimmlexikon.de/organ/)
- [Muskel](https://schwimmlexikon.de/muskel/)
- [Adoleszenz](https://schwimmlexikon.de/adoleszenz-2/)
- [Basalganglien](https://schwimmlexikon.de/basalganglien/)
- [Hirnrinde](https://schwimmlexikon.de/hirnrinde/)
- [Informationsverarbeitung](https://schwimmlexikon.de/informationsverarbeitung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2021). Plastizität, neuronale. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/plastizitaet-neuronale/ (abgerufen am 9. Oktober 2026).
