# Protein

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/protein/
- Schlagwörter: Biochemie, Ernährung, Physiologie, Schwimmen
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-03-24
- Sprache: de

Protein (protein), griech. proteios für ‚grundlegend‘ und ‚vorrangig‘; polymere Substanz (→[Aminosäuren](https://schwimmlexikon.de/aminosaeuren/)), die essentieller Bestandteil (10-30%) der Körperzellen ist. U.a. sind [Aktin](https://schwimmlexikon.de/aktin/) und [Myosin](https://schwimmlexikon.de/myosin/) Proteine. →[Eiweiß](https://schwimmlexikon.de/eiweisse/)

Da Eiweiß der wichtigste Baustein der [Muskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/) ist, erwarten viele Sportler von Eiweißdrinks kräftiger und fitter zu werden. Dabei ist die Eiweißzufuhr über die Ernährung Proteindrinks und anderen Eiweißergänzungsmitteln vorzuziehen. Der Proteinbedarf wird mit normaler Ernährung (Milch, Ei, Fleisch und deren Produkte) gedeckt.  Für [Ausdauersportler](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/) werden 1,6 g/kg/d (Männer) und 1,4 g/kg/d (Frauen) empfohlen (Schek, 2004). Ältere Personen brauchen ein bisschen mehr Proteine, um dem altersbedingten [Muskelabbau](https://schwimmlexikon.de/katabolismus/) entgegenzuwirken. Nach aktueller Sichtweise ist wahrscheinlich eine Mischungverschiedener Proteinquellen mit unterschiedlicher Zusammensetzung und Resorptionskinetik die beste Wahl für Sportler. →[Proteinumsatz](https://schwimmlexikon.de/proteinumsatz/), →[Proteinsynthese](https://schwimmlexikon.de/proteinsynthese/)

In der [Trainingspraxis](https://schwimmlexikon.de/training/) wird [Muskelzuwachs](https://schwimmlexikon.de/anabolismus/) oft mit Proteinsupplementierung verbunden (→[Supplement](https://schwimmlexikon.de/supplement/)). Aber zu viel zugeführte Proteine werden nicht im Körper gespeichert und in Form von [Harnstoff](https://schwimmlexikon.de/harnstoff/) ausgeschieden. Obwohl Untersuchungen der letzten Jahre zeigten, dass weder Kraft- noch Ausdauersportler Proteinsupplemente benötigen, werden Leistungssteigerungen immer wieder damit in Verbindung gebracht. So zum Beispiel Marco Koch nach seinem Weltrekord über 200m Brust. Die Studienlage ist immer noch widersprüchlich (Beispiele):

 	„In Ausdauersportarten, wie Radsport und Langstreckenlauf, kann die Zufuhr von Proteinen, Milchprodukten oder Aminosäuren möglicherweise belastungsinduzierte Muskelschädigungen und/oder Muskelschmerzen reduzieren und die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit begünstigen (→Regeneration). Nach [exzentrischen](https://schwimmlexikon.de/exzentrisch/) Dauerbelastungen beeinflusst eine ergänzende Proteinzufuhr weder Parameter der Muskelschädigung, des Muskelschmerzes noch die Leistungsfähigkeit in der [Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/) sphase. Die gezielte Proteingabe nach [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining/) mit oder ohne Fokus auf exzentrische Übungen reduziert bei Trainierten weder die Indikatoren der muskulären Schädigung noch des Muskelschmerzes. Möglicherweise kann eine Proteingabe unmittelbar nach dem [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining/) die Wiederherstellung der [Kraftleistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/kraftfaehigkeit/) begünstigen.“ (Carlsohn, 2016, S. 59).
 	[Freie Radikale](https://schwimmlexikon.de/radikale-freie/) stehen in engem Zusammenhang mit der durch körperliche Anstrengung verursachten [Müdigkeit](https://schwimmlexikon.de/ermuedung/). Li et al. (2021) haben bei Schwimmern nachgewiesen, dass sonnengetrocknetes Eiweißtonikum (Selenoprotein) freie Sauerstoffradikale unschädlich machen.  Neben verbesserter Ermüdungsresistenz gegenüber der [Trainingszeit](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/), waren auch der [Laktatabbau](https://schwimmlexikon.de/laktatabbau/) verbessert, der [Glykogen](https://schwimmlexikon.de/glykogen/) gehalt der Leber erhöht und der Stickstoffanteil des [Harnstoff](https://schwimmlexikon.de/harnstoff/) s im Blut (BUN-Wert) gesenkt.
 	Insgesamt zeigen die Untersuchungen, dass die Proteinqualität einen kleinen, aber signifikanten Einfluss auf die Indizes des Muskelprotein[anabolismus](https://schwimmlexikon.de/anabolismus/) bei jungen und älteren Erwachsenen haben kann. Es sind jedoch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die Bedeutung der Proteinquelle/-qualität für die Alterung des Bewegungsapparats zu klären, insbesondere in Situationen mit geringer Proteinzufuhr (Morgan et al. 2021).
 	Eine [anabol](https://schwimmlexikon.de/anabol/) e Wirkung von Nahrungsprotein ist abhängig von dem Zeitpunkt der Proteinaufnahme im Verhältnis zum Training sowie auf der Menge und Qualität (d. h. dem Gehalt an [essenziellen](https://schwimmlexikon.de/essentiell/) Aminosäuren, der Verdauungs- und Absorptionskinetik und deren anschließende Abgabe an das periphere Gewebe) des aufgenommenen Proteins zurückzuführen (Pasiakos & Howard (2021).

Exkurs: Um die Funktion dieser "Werkzeuge des Lebens" (Spiegel, 14.08.21/100) zu verstehen, muss deren dreidimensionale Gestalt erkannt, d.h. berechnet werden. Das gelang Computer-Nerds von DeepMind, indem sie mithilfe [künstlicher Intelligenz](https://schwimmlexikon.de/intelligenz-kuenstliche/) die dreidimensionale Gestalt fast jeden beliebigen Proteins berechnen. Sie ersetzten die langwierigen, teuren und oft unsicheren Untersuchungen mit Röntgenstrahlen, Elektronenmikroskopen oder der Kernspinresonanzspektroskopie. Und sie öffneten die Tore für neue Felder in der Medizin, Biologie und Pharmazie.
„Wenn ich sage, dass im Bodybuilding 80% die Ernährung ausmacht, bedeutet das nicht, dass man nicht trainieren muss, sondern nur die Supplemente nehmen und Essen muss, um zu wachsen. Es bedeutet Folgendes: trainieren ist katabol. Du zerstörst dabei Muskeln. Du baust Muskeln ab. Du wächst aber nur, wenn du dich (anschließend) ausruhst und deinen Körper mit viel guter Nahrung versorgst.“ Larry Scott (1938-2014) USA, Bodybuilding-Pionier

## Quellen

- Li, Zhang & Ma (2021). The relieving effect of sun-dried protein tonic on sports fatigue. Revista Brasileira de Medicina do Esporte (27)2, 95-98
- Morgan, Harris, Marshall, Quinlan, Edwards, Allen & Breen (2021). Protein source and quality for skeletal muscle anabolism in young and older adults: A systematic review and meta-analysis. The Journal of Nutrition (151)07, 1901-1921
- Pasiakos & Howard (2021). High-quality supplemental protein enhances acute muscle protein synthesis and long-term strength adaptations to resistance training in young and old adults. The Journal of Nutrition (151)07, 1677-1679
- Schek, A. (2004). Protein in der Sportler-Ernährung. Dt. Z. für Sportmedizin, 3/83

## Verwandte Begriffe

- [Aminosäuren](https://schwimmlexikon.de/aminosaeuren/)
- [Aktin](https://schwimmlexikon.de/aktin/)
- [Myosin](https://schwimmlexikon.de/myosin/)
- [Eiweiße](https://schwimmlexikon.de/eiweisse/)
- [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/)
- [Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/)
- [Katabolismus](https://schwimmlexikon.de/katabolismus/)
- [Proteinumsatz](https://schwimmlexikon.de/proteinumsatz/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Altern](https://schwimmlexikon.de/altern/)
- [Baustoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/baustoffwechsel/)
- [Blutserum](https://schwimmlexikon.de/blutserum/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Protein. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/protein/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
