# Psychologie, differentielle

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/psychologie-differentielle/
- Englisch: differential psychology
- Schlagwörter: Genetik, Psychologie, Soziologie, Umfeld
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-04-01
- Sprache: de

Psychologie, differentielle (differential psychology), Teilgebiet der [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/), das die Unterschiede zwischen Personen (Persönlichkeitsunterschiede) oder [Gruppen](https://schwimmlexikon.de/gruppe-soziale/) untersucht, wie z.B. der Einfluss von [Anlage](https://schwimmlexikon.de/anlage/) und [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/) auf unterschiedliches [Verhalten](https://schwimmlexikon.de/verhalten/), [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/) und [Fühlen](https://schwimmlexikon.de/gefuehl/). →[Differenzierung](https://schwimmlexikon.de/differenzierung/)

Beispiel: Unterscheiden sich Mann und Frau bei psychischen Merkmalen, wie zum Beispiel dem räumlichen [Vorstellungsvermögen](https://schwimmlexikon.de/vorstellung/) oder handelt es sich um unbewiesene Vorurteile ("Einparken")?

Kritischer Exkurs: "Es ist bis heute jedoch ungeklärt, ob der Sport, besonders aber der [Spitzensport](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/), die [Persönlichkeit](https://schwimmlexikon.de/persoenlichkeit/) bildet und formt. Nach Eysenck gibt es eine Selbstselektion durch das angeborene Erregungsniveau der [Extraversion](https://schwimmlexikon.de/extraversion/) vs. [Introversion](https://schwimmlexikon.de/introversion/). Weitere selektive Mechanismen sind aber die kulturellen Bedingungen, nämlich die gesellschaftlichen Belohnungen, die mit dem [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolg/) bzw. [Misserfolg](https://schwimmlexikon.de/misserfolgserlebnis/) im Sport verknüpft sind. Wenn man mit sportlichem Erfolg Geld oder sogar viel Geld verdienen kann, dieses Geld unbedingt benötigt, und das erworbene Geld auch noch als Statussymbol und Wertmesser der Persönlichkeit herhalten muss, dann werden Personen belohnt, die [stressresistent](https://schwimmlexikon.de/stress/), [intelligent](https://schwimmlexikon.de/intelligenz/), [leistungsmotiviert](https://schwimmlexikon.de/leistungsmotiv/) und [egozentrisch](https://schwimmlexikon.de/egozentrisch/) sowie rücksichtslos sind. Der [begabte](https://schwimmlexikon.de/begabung/), freundliche, versöhnliche und hilfsbereite Sportler, der die sportliche [Fairness](https://schwimmlexikon.de/fairness/) zur Maxime erhebt, hat in diesem System, wenn er nicht außerordentlich [talentiert](https://schwimmlexikon.de/talent/) ist, auf die Dauer keinen Erfolg" (Janssen 2001).

## Quellen

- Janssen, J.P. (2001). Persönlichkeit, Leistung und Schicksal von Olympia-Athleten. In: Kaulitz, P. & Haag, H. (Hrsg.). Olympische Idee, Olympische Bewegung, Olympische Spiele – Dimensionen und Perspektiven (S. 129-150). Kiel: Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität.

## Verwandte Begriffe

- [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/)
- [Gruppe, soziale](https://schwimmlexikon.de/gruppe-soziale/)
- [Anlage](https://schwimmlexikon.de/anlage/)
- [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/)
- [Verhalten](https://schwimmlexikon.de/verhalten/)
- [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/)
- [Gefühl](https://schwimmlexikon.de/gefuehl/)
- [Differenzierung](https://schwimmlexikon.de/differenzierung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Psychologie, differentielle. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/psychologie-differentielle/ (abgerufen am 11. Oktober 2026).
