# Psychopharmaka

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/psychopharmaka/
- Englisch: psychotropic drugs
- Schlagwörter: Doping, Erkrankung, Psychologie, Sportmedizin
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-04-02
- Sprache: de

Psychopharmaka (psychotropic drugs), griech. psychḗ „Seele“, phármakon „Arzneimittel“; [Medikamente](https://schwimmlexikon.de/medikament/), die bestimmte [Stoffwechselvorgänge](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/) im [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/) und so die psychische Verfassung beeinflussen (psychoaktive oder psychotrope Effekte; psychotrop = "die Seele beeinflussend"). Es werden sieben Gruppen unterschieden:

    Antidepressiva    Stimmungsstabilisierer (Phasenprophylaktika)    Antipsychotika (Neuroleptika)    Anxiolytika / Hypnotika    Antidementiva    Psychostimulanzien    Sonstige Psychopharmaka

Psychopharmaka werden von der Weltdopingagentur [WADA](https://schwimmlexikon.de/wada/) nicht den [Dopingmittel](https://schwimmlexikon.de/dopingmittel/) zugeordnet. Unstrittig ist jedoch, dass Psychopharmaka als leistungssteigernde oder beruhigende Substanzen im [Profi](https://schwimmlexikon.de/professional/)- und [Amateursport](https://schwimmlexikon.de/amateur/) häufig eingesetzt werden. Immer mehr Sportler können den[mentalen Druck](http://Leistungsdruck) nicht verarbeiten und greifen zu Antidepressiva (FOCUS-online vom 18.11.2009). Leistungssportler, die wegen eines [Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom](https://schwimmlexikon.de/adhs/) (ADHS) medikamentös behandelt werden, müssen berücksichtigen, dass das als Mittel der Wahl geltende Methylphenidat als ein im [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) verbotenes spezifisches [Stimulans](https://schwimmlexikon.de/stimulans/) klassifiziert ist (Leithäuser & Beneke, 2013). Die zur Behebung von [Schlaf](https://schwimmlexikon.de/schlaf/) störungen im Sport zugelassenen Medikamente können unter [www.nada-bonn.de](http://www.nada-bonn.de) nachgelesen werden. Körperliche [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) scheint gegen Depressionen und [Ängste](https://schwimmlexikon.de/angst/) ähnlich groß zu wirken wie eine medikamentöse oder eine [psychotherapeutische](https://schwimmlexikon.de/psychotherapie/) Behandlung ([https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Sport-hilft-so-gut-wie-Antidepressivum-280307.html](https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Sport-hilft-so-gut-wie-Antidepressivum-280307.html) - Zugriff 2.04.22).

Exkurs: Anfang der Neunzigerjahre verschrieben Ärzte in Deutschland 200 Millionen Tagesdosen Antidepressiva. Damit könnten 550.000 Patienten für ein Jahr lang behandelt werden. 2013 waren es bereits 1,4 Milliarden Tagesdosen, genügend für die Jahrestherapie von 3,7 Millionen Menschen. Mit Schmerzmitteln, Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln und Aufputschmitteln wird [Medikamentenmissbrauch](https://schwimmlexikon.de/medikamentenmissbrauch/) betrieben. Diese Stoffe erhöhen die [Sucht](https://schwimmlexikon.de/sucht/) gefahr.

## Quellen

- Leithäuser & Beneke (2013). Medikamentöse ADHS-Therapie und Leistungssport: Was ist zu beachten? Dt. Z Sportmed. 11(64), 343-345

## Verwandte Begriffe

- [Medikament](https://schwimmlexikon.de/medikament/)
- [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/)
- [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/)
- [WADA](https://schwimmlexikon.de/wada/)
- [Dopingmittel](https://schwimmlexikon.de/dopingmittel/)
- [Professional](https://schwimmlexikon.de/professional/)
- [Amateur](https://schwimmlexikon.de/amateur/)
- [ADHS](https://schwimmlexikon.de/adhs/)
- [Psychotherapie](https://schwimmlexikon.de/psychotherapie/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Psychopharmaka. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/psychopharmaka/ (abgerufen am 12. Oktober 2026).
