# Reafferenzprinzip/-modell

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/reafferenzprinzip/
- Englisch: reafference principle
- Schlagwörter: Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-10-20
- Sprache: de

Reafferenzprinzip/-modell (reafference principle), Modell zur Beschreibung von Regelvorgängen im [zentralen Nervensystem](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/) (ZNS). Als allgemeines Funktionsprinzip der Nerventätigkeit (→[Nervensystem](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/)) beruht es auf einem durch Rückkopplung (→[Feedback](https://schwimmlexikon.de/feedback/)) geschlossenen [Reflexbogen](https://schwimmlexikon.de/reflexbogen/). Mit dem motorischen Befehl ([Efferenz](https://schwimmlexikon.de/efferenz/)) entsteht gleichzeitig im „motorischen Gedächtnis“ eine Kopie ([Efferenzkopie](https://schwimmlexikon.de/efferenzkopie/)), die mit dem durch die [motorische Handlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) gelieferten Erregungsmuster ([Reafferenz](https://schwimmlexikon.de/reafferenz/)) verglichen wird. Durch den ständigen Vergleich beider Muster können Handlungen entsprechend der Zielfunktion exakt erfolgen.

Der Soll-Ist-Vergleich von Bewegungshandlungen mit der bereits gespeicherten Kopie entscheidet über [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolg/) und [Misserfolg](https://schwimmlexikon.de/misserfolgserlebnis/) der Bewegung und ist somit eine wichtige Voraussetzung für [Bewegungslernen](https://schwimmlexikon.de/bewegungslernen/). Je mehr ein Kind über [Bewegungserfahrungen](https://schwimmlexikon.de/bewegungserfahrung/) verfügt, umso mehr kann es auf Kopien zurückgreifen, übernimmt der innere Regelkreis immer mehr die Führung. Besonders Hinweise, [Korrekturen](https://schwimmlexikon.de/korrektur/) und [Demonstrationen](https://schwimmlexikon.de/demonstrieren/) sollten so erfolgen, dass der Lernende sie auf seine eigenen [Bewegungsempfindungen](https://schwimmlexikon.de/bewegungsempfinden/) beziehen kann (Meinel & Schnabel, 2007, S.174).

## Quellen

- Meinel, Schnabel & Krug (2007). Bewegungslehre-Sportmotorik. Aachen: Meyer

## Verwandte Begriffe

- [Zentralnervensystem](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/)
- [Nervensystem](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/)
- [Feedback](https://schwimmlexikon.de/feedback/)
- [Reflexbogen](https://schwimmlexikon.de/reflexbogen/)
- [Efferenz](https://schwimmlexikon.de/efferenz/)
- [Efferenzkopie](https://schwimmlexikon.de/efferenzkopie/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Reafferenz](https://schwimmlexikon.de/reafferenz/)
- [Afferenzsynthese](https://schwimmlexikon.de/afferenzsynthese/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Reafferenzprinzip/-modell. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/reafferenzprinzip/ (abgerufen am 22. Oktober 2026).
