# Reiz

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/reiz/
- Englisch: stimulus
- Schlagwörter: Anpassung, Physiologie, Trainingsprinzip
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-11-24
- Sprache: de

Reiz (stimulus), Signal oder Information aus der [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/)(äußerer Reiz) oder aus dem [Körper](https://schwimmlexikon.de/koerperwahrnehmung/)(innerer Reiz), die vom [Organismus](https://schwimmlexikon.de/organismus/) durch die [Sinnesorgane](https://schwimmlexikon.de/sinnesorgan/) wahrgenommen werden und eine Reaktion im Verhalten oder Erleben auslösen. Unterschieden werden adäquate Reize (Übereinstimmung von Reiz und Sinnesorgan, z.B. Berührung und [Rezeptoren](https://schwimmlexikon.de/rezeptor/) der Haut), inadäquate Reize (nicht auf Sinnesorgan ausgerichtet, deshalb Irritationen oder [Schmerz](https://schwimmlexikon.de/schmerz/)) und aversive Reize (wird als unangenehm empfunden und löst Vermeidungsverhalten aus).

In der [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/) werden oft „Reiz“ und „[Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/)“ synonym verwendet (Reizdauer zu [Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/), [Reizdichte](https://schwimmlexikon.de/reizdichte/) zu [Belastungsdichte](https://schwimmlexikon.de/belastungsdichte/)). Gehen wir aber von der [neurobiologischen](https://de.wikipedia.org/wiki/Neurobiologie) Definition aus, dann ist unter Reiz die Einwirkung auf eine Sinneszelle zu verstehen. Nun ist aber selbst eine einfache Bewegung ([Einzelzyklus](https://schwimmlexikon.de/einzelzyklus/)) eine Summation verschiedener Reize (Belastung), die der [Muskel](https://schwimmlexikon.de/muskel/) benötigt, um Arbeit zu verrichten.  →[Belastungskomponenten](https://schwimmlexikon.de/belastungskomponente/), →[Reizstufenregel,](https://schwimmlexikon.de/reizstufenregel/) →[Reizsummation](https://schwimmlexikon.de/reizsummation/),  [→Belastungskategorien](https://schwimmlexikon.de/reizsummation/)

[Training ist „ständiges Reizen“](https://schwimmlexikon.de/trainingsreiz/) des Organismus, wobei die [Reizschwelle](https://schwimmlexikon.de/reizschwelle/) eine maßgebliche Rolle spielt, die durch [Umfang](https://schwimmlexikon.de/reizumfang/), [Dauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/), [Stärke](https://schwimmlexikon.de/1909-2/) (→[Intensität](https://schwimmlexikon.de/trainingsintensitaet/)) und [Dichte](https://schwimmlexikon.de/reizdichte/) des Reizes bestimmt wird. Signal[proteine](https://schwimmlexikon.de/protein/) verarbeiten die Belastungsreize über verschiedene Stufen gesteigerter [Proteinsynthese](https://schwimmlexikon.de/proteinsynthese/) und regen so zu strukturellen Veränderungen (→[Adaptation](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)) an. So ist in der [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/) die durch hochintensives Training ([HIT](https://schwimmlexikon.de/hochintensitaetstraining-hit/)) ausgelöste Stoffwechselstörung der Hauptstimulus für deren [Anpassung](https://schwimmlexikon.de/anpassung-funktionelle/). Im [Herz-Kreislauf-System](https://schwimmlexikon.de/herz-kreislaufsystem/) führt hochintensives Training zu hämodynamischem [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) und einer Ablenkung des Ca 2+-Handlings (Reizübertragung in [Nervenzellen](https://schwimmlexikon.de/neuron/)) als Hauptstimuli für die funktionelle und strukturelle Anpassung von [Herz](https://schwimmlexikon.de/herz/) und Gefäßen (Wahl et al. 2022). Jahrzehnte ging man davon aus, dass neuronale Anpassungsprozesse (Neuroplastizität des [Gehirns](https://schwimmlexikon.de/gehirn/)) typisch für die [frühkindliche Entwicklungsphase](https://schwimmlexikon.de/kindesalter-fruehes/) seien, während das Gehirn im Erwachsenenalter "fest verdrahtet" ist. Neurowissenschaftliche Studien bestätigen inzwischen die Adaptivität des Gehirns, das folglich bis ins hohe Erwachsenenalter durch [Lernen](https://schwimmlexikon.de/lernen/) und Training formbar und schnell adaptierend ist (Ragert 2017). Es ist auch davon auszugehen, dass das [Immunsystem](https://schwimmlexikon.de/immunsystem/) in direkter Abhängigkeit von der Reizstärke, Reizdauer und von der Reizintensität einer sportlichen Belastung reagiert (Buhl & Weber, 2004).
"Allein die Dosis macht das Gift" (abgewandelt nach Paracelsus, schweiz-österr. Arzt 1493-1541)
Beispiel: Bei jugendlichen Schwimmern wurde das Auftreten von Stress während der Anpassung an [Trainings](https://schwimmlexikon.de/trainingsbelastung/)- und [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) reize untersucht. Die individuellen [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/) ergebnisse der Athleten lagen 50% und die [hormon](https://schwimmlexikon.de/hormone/) ellen Ergebnisse 17% über den Maximalwerten, hauptsächlich nach der Anstrengung (Mihailescu et al. 2021).

## Quellen

- Buhl & Weber (2004). Sport und Immunsystem. Umwelt und Gesundheit. Nr. 4, S. 134-137
- Mihailescu, Dubit, Mihailescu & Potop (2021). Particularities of the changes in young swimmers` body adaptation to the stimuli of physical and mental stress in sports training process. 23.6.21 unter https://peerj.com/articles/11659/ - Zugriff 20.11.22
- Wahl, Bloch & Proschinger (2022). The molecular signature of high-intensity training in the human body. International Journal of Sports Medicine (43)3, 195-205

## Verwandte Begriffe

- [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/)
- [Körperwahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/koerperwahrnehmung/)
- [Organismus](https://schwimmlexikon.de/organismus/)
- [Sinnesorgane](https://schwimmlexikon.de/sinnesorgan/)
- [Rezeptor](https://schwimmlexikon.de/rezeptor/)
- [Schmerz](https://schwimmlexikon.de/schmerz/)
- [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/)
- [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Aktionspotential](https://schwimmlexikon.de/aktionspotential/)
- [Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/)
- [Belastungsempfinden, subjektives](https://schwimmlexikon.de/belastungsempfinden-subjektives/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Reiz. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/reiz/ (abgerufen am 4. November 2026).
