# Reizschwelle

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/reizschwelle/
- Englisch: stimulus threshold
- Schlagwörter: Anpassung, Belastungsintensität, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-11-22
- Sprache: de

Reizschwelle (stimulus threshold), notwendige Stärke eines [Reizes](https://schwimmlexikon.de/reiz/), um eine [Reaktion](https://schwimmlexikon.de/reaktion/)([Erregung](https://schwimmlexikon.de/4694-2/)) auszulösen. Die [Erkenntnisse](https://schwimmlexikon.de/erkenntnis/) gehen auf die [Reizstufenregel](https://schwimmlexikon.de/reizstufenregel/) von ROUX (1850-1924) zurück, wonach unterschwellige Reize wirkungslos bleiben, leicht überschwellige Reize das aktuelle Funktionsniveau erhalten, mittlere und starke Reize [physiologische](https://schwimmlexikon.de/neurophysiologie/) und [anatomische](https://schwimmlexikon.de/anatomie/) Veränderungen auslösen und zu starke Reize die Funktion negativ beeinträchtigen (→[Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/)). Langsam [kontrahierende](https://schwimmlexikon.de/muskelkontraktion/) [Muskelfasern](https://schwimmlexikon.de/muskelfaserschaltung/) haben eine sehr niedrige Reizschwelle. Bei den schnell-kontrahierenden FT-Fasern ist sie wesentlich höher, ansteigend von den oxydativen- zu den glykolytischen FT-Fasern (→[Muskelfaserschaltung](https://schwimmlexikon.de/muskelfaserschaltung/)). →[Reizdichte,](https://schwimmlexikon.de/reizdichte/) →[Reizsummation](https://schwimmlexikon.de/reizsummation/)

Die Reizschwelle ändert sich durch [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) ständig und ist der Gradmesser von normaler-,  [Über](https://schwimmlexikon.de/ueberforderung/)- oder [Unterbelastung](https://schwimmlexikon.de/unterbelastung/). Für junge Erwachsene liegt die Reizschwelle zur Verbesserung der [aeroben Leistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-aerobe/) bei 60-70% der [maximalen Sauerstoffaufnahme,](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/) für die [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/) entwicklung bei 60-65% der [maximalen Kontraktionskraft](https://schwimmlexikon.de/maximalkraft/) (Bar-Or, 2000). Andere Autoren gehen bei Leistungssportlern von einer Reizschwelle bis 85% aus. Der Alterssportler sollte eine "moderate Reizschwelle" überschreiten (Ferrauti & Hottenrott, 2020). Wird diese deutlich überschritten, spricht man auch von Reizüberflutung. →[Homöostase](https://schwimmlexikon.de/homoeostase/), →[Steady State](https://schwimmlexikon.de/steady-state/)

## Quellen

- Bar-Or (2000). Die Praxis der Sportmedizin in der Kinderheilkunde. Springer-Verlag
- Ferrauti & Hottenrott (2020). Training im mittleren und höheren Lebensalter. Trainingswissenschaft für die Sportpraxis. Lehrbuch für Studium, Ausbildung und Unterricht im Sport. Berlin Springer Spectrum, 547-578

## Verwandte Begriffe

- [Reiz](https://schwimmlexikon.de/reiz/)
- [Reaktion](https://schwimmlexikon.de/reaktion/)
- [Erregungsübertragung](https://schwimmlexikon.de/4694-2/)
- [Erkenntnis](https://schwimmlexikon.de/erkenntnis/)
- [Reizstufenregel](https://schwimmlexikon.de/reizstufenregel/)
- [Neurophysiologie](https://schwimmlexikon.de/neurophysiologie/)
- [Anatomie](https://schwimmlexikon.de/anatomie/)
- [Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Akzentuierung](https://schwimmlexikon.de/akzentuierung/)
- [Alles-oder-Nichts-Gesetz](https://schwimmlexikon.de/alles-oder-nichts-gesetz/)
- [Beanspruchung](https://schwimmlexikon.de/beanspruchung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Reizschwelle. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/reizschwelle/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
