# Reizsummation

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/reizsummation/
- Englisch: stimulus summation
- Schlagwörter: Anpassung, Belastungsfaktoren, Physiologie, Trainingsprinzip
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-11-24
- Sprache: de

Reizsummation (stimulus summation), zeitliche oder räumliche Summierung mehrerer [Einzelreize](https://schwimmlexikon.de/reiz/) mit größerem Effekt. Die Fähigkeit zur Integration (Verrechnung) von Reizen, die eine der spezifischen Leistungen des [Nervensystems](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/) darstellt, beginnt bereits im einzelnen [Neuron](https://schwimmlexikon.de/neuron/). Von den [Synapsen](https://schwimmlexikon.de/synapse/) gelangen an die Nervenzelle erregende Signale (exzitatorische postsynaptische Potentiale = EPSP) oder hemmende Signale (inhibitorische postsynaptische Potentiale = IPSP). Diese Signale werden verrechnet, sie werden summiert. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:

 	EPSP + EPSP = > Schwellenwert (Bildung [Aktionspotential](https://schwimmlexikon.de/aktionspotential/))
 	IPSP + IPSP  = Ruhemembranpotential wird stabilisiert (kein Aktionspotential)
 	EPSP + IPSP = anteilig mehr EPSP (Aktionspotential ja), anteilig mehr IPSP (Aktionspotential nein)

Die Summation wird noch nach räumlichen und zeitlichen Aspekten unterschieden (s. [https://simpleclub.com/lessons/biologie-reizsummation](https://simpleclub.com/lessons/biologie-reizsummation) - Zugriff 24.11.22)
„Steter Tropfen höhlt den Stein“ Ovid (43 v.Chr. - 17 n.Chr.) antiker römischer Dichter

Sowohl das [Reizschwellengesetz](https://schwimmlexikon.de/reizschwelle/) als auch die Reizsummation begründen physiologisch die [Trainingslehre](https://schwimmlexikon.de/trainingslehre/). So führt die Ausbildung [konditioneller Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/) in der Regel erst nach längeren Zeiträumen auf der Grundlage der Summierung von Reizen zur gewünschten [Anpassung](https://schwimmlexikon.de/anpassung-funktionelle/) Auch die Werbeforschung verspricht sich unter psychologischen Aspekt durch stete Wiederholung eine höhere Wirksamkeit, was aber erfahrungsgemäß schnell ins Gegenteil umschlagen kann. →[Deckeneffekt](https://schwimmlexikon.de/deckeneffekt/), →[Trainingsprinzipien](https://schwimmlexikon.de/trainingsprinzip/), →[Reizstufenregel](https://schwimmlexikon.de/reizstufenregel/), →[Homöostase](https://schwimmlexikon.de/homoeostase/), →[Superkompensation](https://schwimmlexikon.de/superkompensation/)

## Verwandte Begriffe

- [Reiz](https://schwimmlexikon.de/reiz/)
- [Nervensystem](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/)
- [Neuron](https://schwimmlexikon.de/neuron/)
- [Synapse](https://schwimmlexikon.de/synapse/)
- [Aktionspotential](https://schwimmlexikon.de/aktionspotential/)
- [Reizschwelle](https://schwimmlexikon.de/reizschwelle/)
- [Trainingslehre](https://schwimmlexikon.de/trainingslehre/)
- [Fähigkeit, konditionelle](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Reizsummation. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/reizsummation/ (abgerufen am 25. Oktober 2026).
