# Retention

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/retention/
- Schlagwörter: Lernen, Physiologie, Psychologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-01-23
- Sprache: de

Retention (retention), lat. retinere „zurückhalten“; vielfältig verwendeter Begriff, in der [Medizin](https://schwimmlexikon.de/medizin/) für Rückhaltung von Stoffen oder Flüssigkeiten bis zu Funktionsstörungen von [Organen](https://schwimmlexikon.de/organ/)/Organteilen (retentio dentis = verhinderter Zahndurchbruch). In der Wirtschaft versteht man unter Retention Management alle Maßnahmen, die zu einer echten Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen und seinen Mitarbeitern beitragen.

[Psychologen](https://schwimmlexikon.de/psychologie/) meinen damit die Phase der Informationsverarbeitung im menschlichen [Gedächtnis](https://schwimmlexikon.de/gedaechtnis/), bei der Informationen aus dem [Kurzzeitgedächtnis](https://schwimmlexikon.de/6737-2/) in das [Langzeitgedächtnis](https://schwimmlexikon.de/langzeitgedaechtnis/) übertragen und dort für einen längeren Zeitraum gespeichert werden ([http://lexikon.stangl.eu/6759/retention/](http://lexikon.stangl.eu/6759/retention/)- Zugriff 23.01.23). Andere Autoren verstehen unter Retention das Zurückhalten nicht verarbeiteter Erlebnisse oder eine durch mangelnde Äußerungs- und Hingabefähigkeit gekennzeichnete Persönlichkeitsvariable (DORSCH-Lexikon, S.807). Für Bandura (1976) ist Retention eine Phase des Modellernens, in der das beobachtete [Verhalten](https://schwimmlexikon.de/verhalten/) nach seiner [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/) in leicht erinnerliche Schemata umgeformt, klassifiziert und organisiert wird. Es wird im Gedächtnis so gespeichert, dass es bei Bedarf schnell und problemlos abgerufen werden kann ([http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Modelllernen.shtml](http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Modelllernen.shtml)- Zugriff 23.01.23), vereinfacht Behaltensrate.

Exkurs: Neuere Studien haben gezeigt, dass [Trainingsmethoden](https://schwimmlexikon.de/trainingsmethode/), welche gute Leistungen während der Übungsphase ergeben, durchaus nicht auch das Lernen der Bewegungen begünstigen müssen, sondern es im Gegenteil sogar oft beeinträchtigen. In experimentellen Untersuchungen wird  der Lerneffekt durch sogenannte Retentionstests (Behaltenstests) ermittelt. Danach hatten die Probanden, die nur nach der Hälfte der Übungsversuche eine [Rückmeldung](https://schwimmlexikon.de/feedback/) erhielten, die Übungen besser erlernt als die Versuchsteilnehmer mit permanenter Erfolgskontrolle. Deshalb sollte es Ziel eines jeden Lehr- und Lernprozesses sein, dass die Lernenden selbst einschätzen können, wie gut sie die jeweilige Bewegung ausführen (Wulf 1994).

## Quellen

- Bandura, A. (1976). Lernen am Modell: Ansätze zu einer sozial-kognitiven Lerntheorie. Klett-Stuttgart

## Verwandte Begriffe

- [Medizin](https://schwimmlexikon.de/medizin/)
- [Organ](https://schwimmlexikon.de/organ/)
- [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/)
- [Gedächtnis](https://schwimmlexikon.de/gedaechtnis/)
- [Kurzzeitgedächtnis](https://schwimmlexikon.de/6737-2/)
- [Langzeitgedächtnis](https://schwimmlexikon.de/langzeitgedaechtnis/)
- [Verhalten](https://schwimmlexikon.de/verhalten/)
- [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/)
- [Behalten](https://schwimmlexikon.de/behalten/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Retention. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/retention/ (abgerufen am 22. Oktober 2026).
