# Reversibilität

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/reversibilitaet/
- Englisch: reversibility
- Schlagwörter: Trainingslehre, Zyklisierung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-02-23
- Sprache: de

Reversibilität (reversibility), lat. reversus ‚umgekehrt‘; Umkehrbarkeit von Prozessen, in der Physik eine umkehrbare thermodynamische Zustandsänderung. Eine reversible Krankheit ist heilbar, nicht heilbar ist dementsprechend "irresversibel". In der [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/) das Umschalten von Gedankengängen, die Dinge aus einer Perspektive zu sehen oder auch aus dem entgegengesetzten Blickwinkel zu betrachten.

Beispiel:  Ein Kind, das beispielsweise die Frage, „hast du einen Bruder?“ beantwortet, „ja, den Thomas“, dann aber die Zusatzfrage, ob der Thomas auch einen Bruder habe verneint, hat die Reversibilität dieser Beziehung noch nicht erkannt (Beispiel aus [http://psychologie-news.stangl.eu/106/reversibilitaet](http://psychologie-news.stangl.eu/106/reversibilitaet)).

Nach dem Reversibilitätsprinzip gehen im [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) je nach Umfang der Belastungsreduzierung Trainingseffekte gänzlich oder teilweise verloren (Umkehr in den Ausgangszustand). Die körperlichen Funktionssysteme bilden sich nicht gleich schnell und stark zurück. Innerhalb der ersten 3–4 Wochenscheinen überwiegend zentrale und [metabolische](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/) Rückbildungen aufzutreten. Erst dann kommt es vermehrt zu peripheren Rückbildungen, so die [Ausdauerleistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/) um 4 bis 25 Prozent. Sehr stark verringert sich bei Kraftsportlern der [Muskelquerschnitt](https://schwimmlexikon.de/muskelquerschnitt/). Die [Explosivkraft](https://schwimmlexikon.de/explosivkraft/) bildet sich langsamer zurück. Diese Reversibilitätseffekte verlaufen aber je nach [Spezialisierung](https://schwimmlexikon.de/spezialisierung-sportliche/), [Trainingszustand](https://schwimmlexikon.de/trainingszustand/) und Alter differenziert und sind eine Grundlage der [mesozyklischen Gestaltung](https://schwimmlexikon.de/mesozyklus-mez/) des Trainings (Donath & Faude, 2020). →[Heterochronie](https://schwimmlexikon.de/heterochronie/), →[Detraining](https://schwimmlexikon.de/detraining/), →[Deckeneffekt](https://schwimmlexikon.de/deckeneffekt/), →[Deadaptation](https://schwimmlexikon.de/deadaptation/)

## Quellen

- Donath & Faude (2020). Den Trainingsreiz richtig setzen. Physiopraxis 6/20, S.31

## Verwandte Begriffe

- [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Metabolismus](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/)
- [Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/)
- [Muskelquerschnitt](https://schwimmlexikon.de/muskelquerschnitt/)
- [Explosivkraft](https://schwimmlexikon.de/explosivkraft/)
- [Spezialisierung, sportliche](https://schwimmlexikon.de/spezialisierung-sportliche/)
- [Trainingszustand](https://schwimmlexikon.de/trainingszustand/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Reversibilität. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/reversibilitaet/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
