# Risiko

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/risiko/
- Schlagwörter: Psychologie, Taktik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-03-02
- Sprache: de

Risiko (risk), lat. resecum „Felsklippe“; Situation mit unüberschaubaren, möglichen negativen Folgen („gefühlte Gefahr“), man wagt etwas, weil man nicht alle Umstände kennt. Umgekehrt: Je mehr Umstände man kennt, umso weniger Risiko. →[Risikobereitschaft](https://schwimmlexikon.de/risikobereitschaft/)
Das trifft auch auf den [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/) zu, der zur [Gesunderhaltung](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/) beitragen kann. Überfordert man aber sich und seinen Körper kann er ins Gegenteil umschlagen. Besonders der [Spitzensportler](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/) geht mit einigen Unbekannten „ins Rennen“. Typische Risikofaktoren für den [Leistungssportler](https://schwimmlexikon.de/leistungssport/) sind (Diegel 2014):

 	[Gesundheit](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/) srisiko: Physische Risiken der Sportausübungen spiegeln sich vor allem in Form von [Verletzungen](https://schwimmlexikon.de/verletzung/) durch die Sportausübung wider. Hier besonders in den Spiel- und Kampfsportarten sowie den [Extremsportarten](https://schwimmlexikon.de/extremsport/), die nicht umsonst „Risikosportarten“ genannt werden. Im Vergleich zu Verletzungen in anderen Kategorien, wie Straßenverkehr (11 %), Haus und Freizeit (58 %) oder Arbeit (10 %) machen Sportverletzungen etwa 15 % aller Verletzungen aus[[1]](#_ftn1) Besonders die Kombination von [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) und allzu intensiver körperlicher [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/) kann das Risiko eines Herzinfarktes verdreifachen (Smyth et al. 2015). Eine Analyse der [Mortalitätsrate](https://schwimmlexikon.de/todesfaelle-im-sport/) von 6.066 deutschen Olympiateilnehmern kommt zu dem Ergebnis, dass der olympische Erfolg „ein lineares Risiko für die Überlebenswahrscheinlichkeit darstelle“ (Thieme 2020). Dem steht aber gegenüber, dass körperliche Inaktivität das Risiko für viele sogenannte Zivilisationskrankheiten erhöht.
 	Finanzielles Investitionsrisiko: Trotz Förderung müssen Leistungssportler in den meisten [Sportarten](https://schwimmlexikon.de/sportart/) viel Eigenkapital einbringen, „ohne dass absehbar ist, jeweils eine Rendite dafür zu erhalten.“ (Digel 2014). Da viele Leistungssportler ihr Handeln auf das „Hier und Jetzt“ ausrichten wird Hochleistungssport für sie ein „berufliches Handeln auf Zeit“ (ebenda). Der DOSB ist bemüht, mit seinem "10-Punkte-Programm zur Dualen Karriere 2021-2028" gegenzusteuern ([https://cdn.dosb.de/user_upload/Duale_Karriere/Kurzversion_10_Punkte_Programm_des_DOSB_zur_Dualen_Karriere_2021-2028.pdf](https://cdn.dosb.de/user_upload/Duale_Karriere/Kurzversion_10_Punkte_Programm_des_DOSB_zur_Dualen_Karriere_2021-2028.pdf))
 	Begrenzung sozialer Integration: Die hohen Anforderungen des Leistungssports fordern die ganze [Persönlichkeit](https://schwimmlexikon.de/persoenlichkeit/). Das führt oft zum sogenannten „Tunnelblick“. Die Vorbereitung auf sportliche Höhepunkte beansprucht den Athleten in diesem System total, andere Welten sind für ihn nicht mehr erschließbar (Heinilä 1982). Dem stehen Sportkameradschaft in der [Trainingsgruppe](https://schwimmlexikon.de/trainingsgruppe/) über Verein/Verband bis zu Freundschaften auf internationalen Bühne gegenüber. Zwar besteht die Gefahr, dass die Bildungs – und Erziehungskarrieren der Athleten immer kürzer werden, aber mit dem System der [Dualen Karriere](https://schwimmlexikon.de/karriere-duale/) wird erfolgreich gegengerudert, wovon die Karriereverläufe vieler ehemaliger Spitzensportler zeugen.
 	Das „gesunde Risiko“: des Athleten, wenn er im [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) z.B. schneller angehen oder eine neue Technikvariante ausprobieren möchte. In dem Fall wird das Risiko einer [Niederlage](https://schwimmlexikon.de/niederlage/) bewusst eingegangen. Das macht übrigens auch der Profifußballer, der seine Millionen der Steuer entzieht. Aber das sind weniger Probleme deutscher Schwimmer.

Exkurs: „Hochleistungsathleten nehmen häufig hohe Risiken in Kauf - und das hat Gründe. "Sportler ignorieren oft körperliche Warnsignale, weil die Leistungsmaximierung im Vordergrund steht" sagt der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froboese. Es sei nicht nur übermäßiger Ehrgeiz, oft hingen existenzielle Fragen am Erfolg des Spitzenathleten. Neben dem Druck von Medien, Sponsoren und Verbänden müssen Ergebnisse geliefert werden, sonst fliegen sie aus der Sporthilfe. Nicht jeder kann sich vollständig über Sponsoren finanzieren, gerade wenn man in der zweiten Reihe steht. Ein paar Zehntelsekunden zu langsam, eine verpasste Qualifikation für eine Europa- oder Weltmeisterschaft und schon geht es "existentiell an die Knochen", sagt Froboese.
In der sportwissenschaftlichen Literatur gibt es eine Reihe von Beiträgen, die besonders die Risiken des Hochleistungssports im Fokus haben. Diese sollten nicht unterschätzt werden, aber zugleich -quasi als Gegengewicht-sind die Vorteile zu erwähnen. Zudem haben wir im deutschen Sport ein System, das den Aktiven nicht allein lässt, so es richtig gehandhabt wird. Im Zentrum fungieren die [Olympiastützpunkte](https://schwimmlexikon.de/olympiastuetzpunkt-osp/) mit fachlicher Beratung durch Spezialisten (→[Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/), →[Sportmediziner](https://schwimmlexikon.de/sportmediziner/), →[Sportpsychologe](https://schwimmlexikon.de/sportpsychologie/), →[Laufbahnberater](https://schwimmlexikon.de/laufbahnberatung/), →[Trainingswissenschaftler](https://schwimmlexikon.de/trainingswissenschaftler/)).

 „Risiko ist die Bugwelle des Erfolges“ Carl Amery  (1922-2005) dt. Schriftsteller
Mehr zum Thema: [http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/risiko/risiko.htm](http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/risiko/risiko.htm) Zugriff 2.3.23

[[1]](#_ftnref1) Verletzungsstatistik der Mitgliedsländer der Europäischen Union der Jahre 2008–2010

## Quellen

- Digel, H. (2014). Gefährdeter Sport. Schorndorf: Hofmann.
- Heinilä, K. (1982). The totalization process in international sport. Sportwissenschaft 12, 235-254.
- Smyth, Dehghan, O'Donnell, Anderson, Teo, Gao, Sleight, Dagenais, Probstfield, Mente & Yusuf (2015). Healthy eating and reduced risk of cognitive decline: A cohort from 40 countries. Neurology. Jun 2; 84(22), 2258-65
- Thieme, L. (2020). Jung stirbt, wen die Götter lieben? Zur Mortalität deutscher Olympiateilnehmer 1956 bis 2016. German Journal of Exercise and Sport Research (50)2, 280-296

## Verwandte Begriffe

- [Risikobereitschaft](https://schwimmlexikon.de/risikobereitschaft/)
- [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/)
- [Gesundheit](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/)
- [Spitzensport](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/)
- [Leistungssport](https://schwimmlexikon.de/leistungssport/)
- [Verletzung](https://schwimmlexikon.de/verletzung/)
- [Extremsport](https://schwimmlexikon.de/extremsport/)
- [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/)
- [Empathie](https://schwimmlexikon.de/empathie/)
- [Identitätssuche](https://schwimmlexikon.de/identitaetssuche/)
- [Impulsivität](https://schwimmlexikon.de/impulsivitaet/)
- [Kardiologie](https://schwimmlexikon.de/kardiologie/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Risiko. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/risiko/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).
