# Rückenschwimmen

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/
- Englisch: backstroke
- Schlagwörter: Rückenschwimmen, Technik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-04-30
- Sprache: de

Rückenschwimmen (backstroke), eine der vier wettkampfmäßig betriebenen und über 100m und 200m im [olympischen Programm](https://schwimmlexikon.de/sportarten-olympische/) verankerten [Schwimmarten](https://schwimmlexikon.de/schwimmart/).

Historie: Das Rückenschwimmen wurde 1904 zunächst über 100 m in das Olympische Programm aufgenommen, erst 1964 in Tokio kamen die 200 m hinzu. Zunächst dominierte das vom [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/) abgeleitete [Rückengleichschlagschwimmen](https://schwimmlexikon.de/rueckengleichschlagschwimmen/) („Rücken-Altdeutsch“). 1912 wurde eine Wechselzugvariante eingeführt. In den zwanziger Jahren war die [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/) noch deutlich gebeugt („sitzend“), die Arme wurden ähnlich wie beim [Kraulen](https://schwimmlexikon.de/6668-2/) tief unter den Körper gezogen, die [Beinbewegung](https://schwimmlexikon.de/beinbewegung/) ähnelte dem Radfahren. Es war ein „Schwimmen aus Leibeskräften“, wie wir es heute bei manchem Anfänger sehen. 1932 waren die Japaner mit einer flacheren Wasserlage und einer peitschenartigen Beinbewegung erfolgreich. Die moderne [Technik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/) des Rückenschwimmens verbindet sich aber mit dem Namen des Amerikaners KIEFER, der zur hohen [Körperlage](https://schwimmlexikon.de/koerperlage/) und aktiven Beinbewegung der Japaner noch die seitliche Armführung dicht unter der Wasseroberfläche und die [Sechserschlag](https://schwimmlexikon.de/sechserschlag/)-[Koordination](https://schwimmlexikon.de/koordination/) beisteuerte. Der Arm war aber noch weitgehend gestreckt; die Beugung mit der [Ellenbogen-vorn-Halte](https://schwimmlexikon.de/ellenbogen-vorn-haltung/) setzte sich erst nach den Spielen 1948 durch. Seitdem ist die Entwicklung im Rückenschwimmen vor allem auf [konditionelle](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/) Verbesserungen zurückzuführen, die Technik hat sich kaum verändert (ausgenommen die Gestaltung des [Übergangsbereiches](https://schwimmlexikon.de/uebergangsphase/) in der [Delfinbewegung](https://schwimmlexikon.de/delfinbewegung/)).

Wettkampfbestimmungen:

1.)  Beim [Startsignal](https://schwimmlexikon.de/startsignal/) und bei jeder [Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/) muss sich der Schwimmer in Rückenlage abstoßen und während des ganzen Wettkampfes auf dem Rücken schwimmen, außer bei der Wendenausführung. Die Rückenlage kann dabei eine Rollbewegung des Körpers um weniger als 90 Grad aus der Rückenlage heraus enthalten; die Haltung des Kopfes ist nicht ausschlaggebend.

2) Ein Teil des Körpers muss während des gesamten Wettkampfes die Wasseroberfläche durchbrechen. Der Sportler darf vollständig untergetaucht sein, sobald ein Teil seines Kopfes die 5m-Markierung unmittelbar vor dem Zielanschlag passiert hat. Es ist dem Schwimmer auch erlaubt, während der Wende völlig untergetaucht zu sein, sowie nach dem Start und nach jeder Wende eine Strecke von nicht mehr als 15 m völlig untergetaucht zu schwimmen; an diesem Punkt muss der Kopf die Wasseroberfläche durchbrochen haben.

3) Bei der Wendenausführung muss der Schwimmer die Wand mit einem beliebigen Teil seines Körpers berühren. Während der Wende dürfen die Schultern über die Senkrechte in die Brustlage gedreht werden, worauf unverzüglich ein kontinuierlicher, einfacher Armzug oder Doppelarmzug ausgeführt werden darf, dem die eigentliche Wendenbewegung unverzüglich folgt. Der Schwimmer muss in die Rückenlage zurückgekehrt sein, wenn er die Beckenwand verlässt.

4) Beim Zielanschlag muss sich der Schwimmer in Rückenlage befinden und die Wand der eigenen Bahn mit einem beliebigen Teil seines Körpers berühren. (§ 127 der WB des DSV vom Januar 2016).

Technik (Text/Aufnahmen von Bügner, ehemals OSP Hamburg/Schleswig-Holstein):

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Wasserlage: Ähnlich wie beim [Kraulschwimmen](https://schwimmlexikon.de/6668-2/) ist eine hohe [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/) für ein vortriebswirksames Rückenschwimmen. entscheidend: Die Schulterachse ist etwas höher als die Beckenachse und die Füße befinden sich an der Wasseroberfläche. Es findet eine [Rotation](https://schwimmlexikon.de/rotation/) um die Schulterachse (→ [Körperachsen](https://schwimmlexikon.de/koerperachse/)) statt, wobei der Kopf ruhig in Verlängerung der [Wirbelsäule](https://schwimmlexikon.de/wirbelsaeule/) gehalten wird(→[Ganzkörperbewegung](https://schwimmlexikon.de/ganzkoerperbewegung/)).                                                                    Atmung: Die Rückenlage bewirkt ein ungehindertes [Atmen](https://schwimmlexikon.de/atmung/) und favorisiert somit das Rückenschwimmen für die [Anfängerausbildung](https://schwimmlexikon.de/anfaengerausbildung/). Es wird bezogen auf einen Arm in der [Rückholphase](https://schwimmlexikon.de/rueckholphase/) (→ [Phasenstruktur](https://schwimmlexikon.de/phasenstruktur/)) aktiv durch Mund und Nase eingeatmet und in der [Unterwasserphase](https://schwimmlexikon.de/unterwasserphase/) in gleicher Weise ausgeatmet.

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Die [Beinbewegung](https://schwimmlexikon.de/beinbewegung/) entspricht im Bewegungsansatz (→[Rumpf](https://schwimmlexikon.de/rumpf/)) und in den Gelenkstellungen (locker einwärts gedrehte Füße) einer um 180° gedrehten Kraulbeinbewegung (abwärts gestreckte, aufwärts überstreckte Füße). Die Abwärtsbewegung des Oberschenkels beginnt vor dem Ende der Kniestreckung. Entsprechend wird die Hüfte vor dem unteren Umkehrpunkt des Fußes bei der Aufwärtsbewegung gebeugt. Eine [6er-Beinbewegung](https://schwimmlexikon.de/sechserschlag/) ist durchgängig bei sämtlichen Wettkampfstrecken (50m, 100m, 200m) anzustreben.

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Bei der [Armbewegung](https://schwimmlexikon.de/armbewegung/) wird mit der Kleinfingerseite in Verlängerung der Schulter eingetaucht (Oberarm nah am Ohr). In der [Zugphase](https://schwimmlexikon.de/zugphase/) wird zunächst der gestreckte Arm auswärts - abwärts bewegt, bevor es zu einer allmählichen Beugung im Ellbogen kommt. Auf Höhe der Schulter ist entscheidend, dass sich die Hand nicht zu weit der Wasseroberfläche nähert (ausreichende Schulterrotation). In der [Druckphase](https://schwimmlexikon.de/druckphase/) wird die Hand zunächst aufwärts und dann abwärts bewegt. Inwieweit sich dabei die Hand seitwärts vom Körper wegbewegt, ist individuell unterschiedlich1 (→ [Leitbild](https://schwimmlexikon.de/leitbild-sporttechnisches/)). In der [Anfängerausbildung](https://schwimmlexikon.de/anfaengerausbildung/) sollte zunächst körpernah begonnen werden, da die Variante mit längerem Antriebsweg eine stabile Wasserlage ([Rumpfkraft](https://schwimmlexikon.de/rumpfkraft/)!) und ein ausreichendes [Bewegungsgefühl](https://schwimmlexikon.de/bewegungsgefuehl/) voraussetzt. Die Handinnenflächen werden in Bewegungsrichtung angestellt und es kommt zu einem aktiven Ausheben von Schulter und Oberarm am Ende der Druckphase.Bezogen auf die [Koordination](https://schwimmlexikon.de/koordination/) von Arm- und Bein-Bewegung befindet sich am oberen Umkehrpunkt des Beines der Arm der gleichen Körperseite am Ende der Druckphase, in der Mitte der [Rückholphase](https://schwimmlexikon.de/rueckholphase/) und in der Mitte der Zugphase. Der Arm der anderen Körperseite ist zu diesen Zeitpunkten am Beginn der Zugphase, in der Druckphase auf Höhe des Beckens und am Beginn der Rückholphase.

(Text J. Bügner)

1 Armzug: Der maximale Wirkungsgrad wurde bei einem S-förmigen Zugweg auf einer Seite des Körpers erreicht, während der maximale Schub bei einem I-förmigen Zugweg parallel zur Körperachse erzielt wurde (Ito, S. 2008)

Technikübungen Rückenschwimmen (s. [http://swim.de/training/knowhow/technikuebungen-fuer-das-rueckenschwimmen-59339/1](http://swim.de/training/knowhow/technikuebungen-fuer-das-rueckenschwimmen-59339/1)) - Zugriff 16.03.23

[Abschlagschwimmen](https://schwimmlexikon.de/abschlagschwimmen/)

Abschlagschwimmen in der Luft

Rücken-Altdeutsch (Rückengleichschlag)

Zugvariationen

"Korkenzieher"

Zeitlupenschwimmen

Faustschwimmen

Über-Frequenz

Wesentliche Fehler (nach Reischle,2000, S. 100, vgl. Stibilj et al. 2020):

Wasserlage: Kopf zu stark geneigt, Kopfbewegung, Hohlkreuz, Sitzposition, zu steif (keine Rollbewegung), Pendelbewegung der Beine horizontal

Beinbewegung: steife Fußgelenke, nicht locker im Knie, Schlag zu stark „aus Knie heraus“, „Zittern“ (kick zu schwach), Füße nicht einwärts gedreht, Dorsalflexion bei Aufwärtsphase

Rückholphase: Arm nicht locker, nicht gestreckt, nicht körpernah, Eintauchen zu eng/zu weit, Handrücken taucht ein, Schulter zu tief

Zug-Druck-Phase: Abwärts-Anteil bei Zugbeginn nicht ausgeprägt, Arm gestreckt, Ellenbogengelenk zu früh gebeugt, Verzögerung bei Zugbeginn und Ausheben, Einwärtsskull nicht betont, Rückwärtsskull zur Seite, Anstellwinkel nicht an Bewegungsrichtung angepasst

Koordination:  rechter Arm holt linken Arm ein, unregelmäßige Atmung

## Verwandte Begriffe

- [Sportarten, olympische](https://schwimmlexikon.de/sportarten-olympische/)
- [Schwimmart](https://schwimmlexikon.de/schwimmart/)
- [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/)
- [Rückengleichschlagschwimmen](https://schwimmlexikon.de/rueckengleichschlagschwimmen/)
- [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/)
- [Beinbewegung](https://schwimmlexikon.de/beinbewegung/)
- [Schwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/)
- [Körperlage](https://schwimmlexikon.de/koerperlage/)
- [Anfängerschwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/anfaengerschwimmtechnik/)
- [Armbewegung](https://schwimmlexikon.de/armbewegung/)
- [Auftrieb, dynamischer](https://schwimmlexikon.de/auftrieb-dynamischer/)
- [Bauchmuskeltraining](https://schwimmlexikon.de/bauchmuskeltraining/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Rückenschwimmen. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/ (abgerufen am 17. Oktober 2026).
