# Rumpfkraft

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/rumpfkraft/
- Englisch: trunk strengh
- Schlagwörter: allgemeines Krafttraining, Schwimmen, Vielseitigkeit
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-03-23
- Sprache: de

Rumpfkraft (trunk strengh),  [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/) der [Rumpfmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/rumpfmuskulatur/), die den Kernbereich des menschlichen Körpers  stabilisiert, die Bewegung des Körperschwerpunkts kontrolliert und die Kraft der oberen und unteren Gliedmaßen überträgt. Im Zusammenspiel dieser Faktoren  spielt die Rumpfkraft eine wichtige Rolle in der [Verletzung](https://schwimmlexikon.de/verletzung/) sprävention.

Nach einer vergleichenden Analyse der Rumpfkraftvoraussetzungen verschiedener Sportarten zeigten die Kraft- und Zweikampfsportarten die höchsten Werte, die Ausdauerdisziplinen Schwimmen und Triathlon  aufgrund des fehlenden Widerlagers die geringsten Kraftwerte. In einigen Sportarten lassen sich sportartbedingte Dysbalancen nachweisen. Generell erreichen die Männer signifikant höhere Kraftvoraussetzungen, wobei die Rotation als leistungsbestimmend hervorzuheben ist (Kerner & Witt; 2014). Für den Schwimmer ist die Rumpfkraft wichtig, sowohl im Sinne der [Stabilisierung](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/) als auch der direkten Beteiligung an der Schwimmbewegung (→[Delfinbewegung](https://schwimmlexikon.de/delfinbewegung/)) und sollte über alle [Ausbildungsetappen](https://schwimmlexikon.de/ausbildungsetappe/) geschult werden (u.a. Price 2008). Für das Schwimmen sind drei Funktionen bedeutungsvoll:

 	1. eine [Widerlagerfunktion](https://schwimmlexikon.de/widerlager/), indem [Becken](https://schwimmlexikon.de/becken/) und [Rumpf](https://schwimmlexikon.de/rumpf/) stabilisiert werden,

 	2. eine Kraftübertragungs- und [Kopplungsfunktion](https://schwimmlexikon.de/bewegungskoppelung/), indem die aus der [Arm](https://schwimmlexikon.de/armbewegung/)- und [Beinbewegung](https://schwimmlexikon.de/beinbewegung/) erzeugte Kraft über [Muskelschlingen](https://schwimmlexikon.de/muskelschlinge/) vortriebswirksam wird und

 	3. eine Schutzfunktion, indem eine starke Rumpfmuskulatur („Muskelkorsett“) den [Bewegungsapparat](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat-passiver/) stützt und damit entlastet. Aus diesem Grund sollte die Rumpfmuskulatur zwar im Sinne der Entwicklung vor allem am Beginn eines [Makrozyklus](https://schwimmlexikon.de/makrozyklus-maz/), aber zur Stabilisierung ganzjährig trainiert werden. →[Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/)

Ergänzend kann festgestellt werden, dass die Entwicklung von Kraft und Ausdauer der Rumpfmuskulatur die Reaktionszeit verbessern kann (Biyikli, T. 2018).

Im [Hochleistungstraining](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/) hilft bei Stagnation spezifischer Mittel oft eine stärkere Hinwendung zur Kräftigung der großen [Muskelgruppen](https://schwimmlexikon.de/muskelgruppe/) im Sinne einer „Runderneuerung“. Für das Rumpfkrafttraining an Geräten zählen die üblichen Hinweise (→[Krafttraining an Geräten](https://schwimmlexikon.de/krafttraining-an-geraeten/)) (Hottenrott, 2000).

Das aus den USA übernommene [Core](https://schwimmlexikon.de/core/)-Training ist eigentlich fast das Gleiche wie Bauch- und Rückentraining, nur dass der Begriff Core etwas weiter gefasst wird, indem die tiefen und die oberflächlichen [Rückenmuskeln](https://schwimmlexikon.de/rueckenmuskulatur/) im Lendenwirbelbereich mit erfasst sind.

Exkurs: Mit dem "Rahmenplan Kraft des DSV" wird das klassische Rumpfkrafttraining oder Stabilisationstraining nicht weiter empfohlen, da damit langfristig die Rumpfmuskulatur nicht gekräftigt würde. Fuhrmann et al. (2017) gehen davon aus, dass die Kraft und damit das Dickenwachstum der Muskulatur die Grundlage jeder (Rumpf-) Stabilität ist. "Für eine Kraftsteigerung der (Rumpf-) Muskulatur ist ein hoher Spannungsreiz notwendig. Hohe Spannungsreize werden durch Rumpfübungen realisiert, bei denen die Verwendung von Zusatzgewichten möglich ist." (S.17) Es widerstrebt mir, Rumpfkrafttraining und Stabilisationstraining in "einen Topf" zu werfen. Stabilität ist mehr als nur Kraft. Sie ist die [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/), Kräfte und Bewegungen zu kontrollieren. Dabei ist der [koordinative](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-koordinative/) Effekt ausdrücklich gewünscht. [(→functional Training)](https://schwimmlexikon.de/training-funktionales/).

## Quellen

- Hottenrott, K. (2000). Ausdauersportler entdecken das Fitnessstudio. Sports-care 3/3-6

## Verwandte Begriffe

- [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/)
- [Rumpfmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/rumpfmuskulatur/)
- [Verletzung](https://schwimmlexikon.de/verletzung/)
- [Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/)
- [Delfinbewegung](https://schwimmlexikon.de/delfinbewegung/)
- [Ausbildungsetappe](https://schwimmlexikon.de/ausbildungsetappe/)
- [Widerlager](https://schwimmlexikon.de/widerlager/)
- [Becken (Anatomie)](https://schwimmlexikon.de/becken/)
- [Atemtraining](https://schwimmlexikon.de/atemtraining/)
- [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/)
- [Core](https://schwimmlexikon.de/core/)
- [Maximalkrafttraining](https://schwimmlexikon.de/maximalkrafttraining/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Rumpfkraft. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/rumpfkraft/ (abgerufen am 1. November 2026).
