# Sauerstoff

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/
- Englisch: Oxygenium
- Schlagwörter: Biochemie, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-04-03
- Sprache: de

Sauerstoff (Oxygenium) (Oxygen), griech. oxýs - scharf, sauer und gennaein - erzeugen, hervorbringen; zweiwertiges farb- und geruchloses Gas (O2), das frei in der Natur (Luft, Wasser, Lebewesen) vorkommt und lebenswichtig für den [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/) ist. Während Nahrungsstoffe gespeichert werden können, ist das bei Sauerstoff nur kurzzeitig möglich. Nach 2-4 Minuten Atemstillstand können bereits erste Störungen auftreten. Andererseits kann es bei Einatmung von reinem Sauerstoff bereits nach zehn Minuten zu Lungenschäden kommen, nach einer Stunde kollabieren bereits Teile der [Lunge](https://schwimmlexikon.de/lunge/). Nach zweiwöchiger Inhalation hochkonzentrierten Sauerstoffs tritt der Tod ein, denn reiner Sauerstoff ist hochgiftig, "ein unentbehrliches Stoffwechselgift". →[Sauerstoffaufnahme](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-vo2/)

Sauerstoff ist ein wichtiger "Treibstoff" für [Muskelarbeit](https://schwimmlexikon.de/muskelarbeit/). Besonders [Ausdauersportler](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/) müssen hiervon viel "tanken". Durch vorwiegend [aerobes Training](https://schwimmlexikon.de/training-aerobes/) optimieren sie Aufnahme, Transport und Verarbeitung von Sauerstoff.  Besonders nach [intensiven Belastungen](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/) werden oft die Grenzen dieser Systeme erreicht, was sich in dem subjektiven Gefühl äußert «außer Atem» zu sein. Dabei spielt auch die Bewegung ([Technik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/)) eine Rolle. So haben technisch versierte Schwimmer bei gleichen submaximalen [Geschwindigkeiten](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) einen geringeren [Sauerstoffverbrauch](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffverbrauch/) als weniger gute Schwimmer (Reer et al. 2003). Zwischen der [Zugfrequenz](https://schwimmlexikon.de/zugfrequenz/) und der Sauerstoffaufnahme besteht ein Zusammenhang (Franken et al. 2023). Auch der aus taktischen Gründen vorteilhafte Dreierzug beim Kraulschwimmen begrenzt die erforderliche Sauerstoffzufuhr, weshalb die Weltklasse der Langstreckler den [Zweierzug](https://schwimmlexikon.de/zweierzug/) bevorzugt (Lüning, SWIM vom 11.04.2013). Ganz anders die Sprinter, die oft "vollgetankt" vor dem Start die 50m "atemlos" herunterspulen. →[Sauerstoffbindungskurve](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffbindungskurve/), →[Sauerstoffdefizit](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffdefizit/), →[Sauerstoffpuls](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffpuls/), →[Sauerstoffverbrauch,](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffverbrauch/) →[Erythropoetin](https://schwimmlexikon.de/erythropoetin-epo/)

Exkurs: Da Sauerstoffbehandlungen sich angeblich auf die [mentale](https://schwimmlexikon.de/staerke-mentale/) und physiologische Fitness positiv auswirken (Basis: Mehrschritt-Methode von Prof. Manfred von Ardenne), sowie die Anfälligkeit des Organismus gegenüber Mangelzuständen und [Krankheiten](https://schwimmlexikon.de/krankheit/) entscheidend verbessern würden, wurden in den USA bereits „Sauerstoffbars“ eingerichtet.  Es liegen aber keinerlei naturwissenschaftliche Beweise vor, die diese Annahme stützen könnten, da [Blut](https://schwimmlexikon.de/blut/) keine langfristige Speicherkapazität für Sauerstoff hat. Zusammengefasst hat eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr keinerlei positive oder gar präventive Effekte auf den Cholesterin- oder Zuckerstoffwechsel, den Abbau von Fett oder [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) und die [Blutdruck](https://schwimmlexikon.de/blutdruck/) regulierung.  (Prof. Berg, Freiburg, FAZ v. 18.12.2016). Der von Leistungssportlern genutzte [Höheneffekt](https://schwimmlexikon.de/hoehentraining/) beruht übrigens auf dem Gegenteil: zu geringer [Sauerstoff-Partialdruck](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffpartialdruck/)).
Ich glaube, dass Wasser eines Tages als Brennstoff benutzt wird, dass Wasserstoff und Sauerstoff, aus denen es besteht, einzeln oder zusammen, eine unerschöpfliche Quelle von Hitze und Licht sein werden. Jules Verne (1828 - 1905), franz. Schriftsteller (über 100 Jahre vor der Berliner Koalition!)

## Quellen

- Franken, Figueiredo, De Assis Correia, Feitosa, Lazzari, Diefenthaeler & Souza Castro (2023). Manipulation of stroke rate in swimming: Effects on oxygen uptake kinetics. International Journal of Sports Medicine (44)1, 56-63
- Reer, Rudolph & Braumann (2003). Die Rolle der Spiroergometrie im Strömungskanal im Rahmen der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Sportmedizinische Trainingssteuerung: Sport - Prävention – Therapie, Strauß-Köln, 117-124

## Verwandte Begriffe

- [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/)
- [Lunge](https://schwimmlexikon.de/lunge/)
- [Sauerstoffaufnahme (VO2)](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-vo2/)
- [Muskelarbeit](https://schwimmlexikon.de/muskelarbeit/)
- [Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/)
- [Training, aerobes](https://schwimmlexikon.de/training-aerobes/)
- [Belastungsintensität](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/)
- [Schwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/)
- [aerob](https://schwimmlexikon.de/aerob/)
- [Aerobier](https://schwimmlexikon.de/aerobier/)
- [Antioxidantien](https://schwimmlexikon.de/2081-2/)
- [Äquivalent, kalorisches](https://schwimmlexikon.de/aequivalent-kalorisches/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Sauerstoff. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).
