# Schwimmtechnik

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/
- Englisch: techniques of competive swimming
- Schlagwörter: Analyse, Leistungsdiagnostik, Schwimmen, Technik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-07-26
- Sprache: de

Schwimmtechnik (techniques of competive swimming), [zyklische Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische-2/), die sich im [Sportschwimmen](https://schwimmlexikon.de/sportschwimmen/) in die vier Grundschwimmarten: [Delfin](https://schwimmlexikon.de/delfinschwimmen/)-, [Rücken](https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/), [Brust](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/)- oder [Kraulschwimmen](https://schwimmlexikon.de/6668-2/) einteilt. Zur genauen Betrachtung der Schwimmtechnik wird die Bewegung in Einzelzyklen (→[Bewegungszyklus](https://schwimmlexikon.de/bewegungszyklus/)) und [Phasen](https://schwimmlexikon.de/phaseneinteilung-im-schwimmen/) aufgeteilt: Wasserlage, [Arm](https://schwimmlexikon.de/armbewegung/)-und [Beinbewegung](https://schwimmlexikon.de/beinbewegung/), [Gesamtkoordination](https://schwimmlexikon.de/koordination/) und [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/). Die [Analyse](https://schwimmlexikon.de/analyse/) erfolgt je nach [Ausbildungsetappe](https://schwimmlexikon.de/ausbildungsetappe/) von der einfachen verbalen Einschätzung (s. Beispiel Landesvielseitigkeitstest), über Checklisten für die [Technikbewertung](https://schwimmlexikon.de/technikbeurteilung/)“ (Reischle, 2015, S. 58) bis zur Erfassung [biomechanischer](https://schwimmlexikon.de/merkmale-biomechanische/) Parameter am [Messplatz](https://schwimmlexikon.de/messplatz/) in der [KLD](https://schwimmlexikon.de/leistungsdiagnostik-komplexe-kld/) des Hochleistungstrainings. Viele Studien haben gezeigt, dass Leistungsschwimmer ökonomischer schwimmen als mittelmäßige Schwimmer (Karpovich, 1944; DiPrampero 1974, Holmér 1974b, Pendergast 1977, Toussaint 1994, Reer et al. 2001; Bremer 2003). Das wurde auf einen höheren [Wirkungsgrad](https://schwimmlexikon.de/wirkungsgrad/) bei der Umwandlung von [metabolischer Energie](https://schwimmlexikon.de/energiestoffwechsel/) in mechanische [Arbeitsleistung](https://schwimmlexikon.de/arbeit/) zurückgeführt. Dabei stellte sich das Kraulschwimmen eindeutig als die ökonomischste Sportschwimmtechnik heraus. →[Technikrentabilität](https://schwimmlexikon.de/technikrentabilitaet/), →[Widerstandsbeiwert](https://schwimmlexikon.de/widerstandsbeiwert/)

Technikbewertung beim [Landesvielseitigkeitstest](https://schwimmlexikon.de/landesvielseitigkeitstest/):

1 Punkt:      technische Ausführung zur [Körperlage](https://schwimmlexikon.de/koerperlage/), [Bein](https://schwimmlexikon.de/beinbewegung/)- und [Armbewegung](https://schwimmlexikon.de/armbewegung/) in [Grobkoordination](https://schwimmlexikon.de/grobkoordination/), die Schwimmart wird technisch gemäß der [WB](https://schwimmlexikon.de/10698-2/) absolviert

2 Punkte:   technische Ausführung zur Körperlage, Bein- und Armbewegung in [Feinkoordination](https://schwimmlexikon.de/feinkoordination/), -erkennbarer [Vortrieb](https://schwimmlexikon.de/vortrieb/), aber noch kleine rhythmische Störungen im Bewegungsablauf

3 Punkte:   technische Ausführung zur Körperlage, Bein- und Armbewegung in Feinkoordination, -der Bewegungsablauf ist flüssig und ein sehr guter Vortrieb ist erkennbar („rutscht“)

 

Exkurs (Auszug aus Rudolph. „Topschwimmer Bd. 3“, S.119): Entwicklung der Analyse des Bewegungsablaufes (Einzelzug) in der KLD des DSV

Ein erster Schritt zur Optimierung des Bewegungsablaufes war die Messung der[intrazyklischen Geschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/geschwindigkeit-zeit-verlauf-intrazyklischer/) mittels eines 3-Faden-Systems, das aber wegen mechanischer Mängel aufgegeben wurde. Heidelberger Wissenschaftler erfassen mit Hilfe eines Beschleunigungsaufnehmers die horizontale Beschleunigung des Hüftpunkts beim Schwimmen. Die auf diesem Weg erhaltenen Werte sind an eine zeitlich synchronisierte digitale [Bildreihe](https://schwimmlexikon.de/bildreihe/) gekoppelt, um ein parametergestütztes Techniktraining realisieren zu können (Buchner, 2009). Das neue Verfahren muss sich erst noch in der Praxis bewähren. In der Hamburger [Gegenstromanlage](https://schwimmlexikon.de/gegenstromanlage/) installierten Wissenschaftler des IAT einen 3-D-Messplatz (Drenk et al., 1999). Dazu wurden für den Über- und Unterwasserbereich zwei fest eingebaute Kameras eingesetzt. Das Bildmessverfahren fußte auf der Bildverarbeitungskarte Screen Maschine II und einem 2-Kamera-verfahren. Der Raum des Testbereiches wurde vermessen und für die Software der sphärischen Abbildung genutzt. Die Auswahl leistungsbestimmender biomechanischer Parameter erfolgte anhand einer schwimmspezifischen und ereignisbezogenen [Bewegungsstruktur](https://schwimmlexikon.de/bewegungsstruktur/) (Kliche, 1998, s. Abb.50). Bei diesen Untersuchungen wurde offensichtlich, dass die Zugmuster der Handbewegung sehr individuell und zugleich für den jeweiligen Schwimmer „unverwechselbar und irritierend identisch“ sind (Drenk et al.,1999, S.71). Außerdem wurden beträchtliche Unterschiede im [Bewegungsmuster](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmuster/) unter submaximalen und maximalen Belastungen ausgemacht, womit bestätigt wird, dass ein „Schönschwimmen“ nicht die passende Grundlage für Technikanalysen ist, da das [Leitbild](https://schwimmlexikon.de/leitbild-sporttechnisches/) dem Wettkampf entlehnt ist. Um einen dem Leitbild fernen [motorischen Stereotyp](https://schwimmlexikon.de/stereotyp-dynamisch-motorischer/) zu verhindern, sollte das Zugmuster in den [Belastungszonen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/) gleich sein und die Schwimmgeschwindigkeit über die Frequenz und damit über die Länge der [Rückholphase](https://schwimmlexikon.de/rueckholphase/) und einer Pause zu Beginn des Zyklus gesteuert werden. →[Zieltechnik](https://schwimmlexikon.de/zieltechnik/), →[Technikvarianten](https://schwimmlexikon.de/technikvariante/), →[Stil](https://schwimmlexikon.de/stil-sportlicher/)

## Quellen

- Buchner, M. (2009). Quantifizierung sportlicher Bewegungsabläufe. Entwicklung und Evaluation eines Diagnosemoduls für die Sportart Schwimmen. Schriften zur Sportwissenschaft, Kovac Hamburg

## Verwandte Begriffe

- [Bewegung, zyklische](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische-2/)
- [Sportschwimmen](https://schwimmlexikon.de/sportschwimmen/)
- [Delfinschwimmen](https://schwimmlexikon.de/delfinschwimmen/)
- [Rückenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/)
- [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/)
- [Bewegungszyklus](https://schwimmlexikon.de/bewegungszyklus/)
- [Phaseneinteilung (im Schwimmen)](https://schwimmlexikon.de/phaseneinteilung-im-schwimmen/)
- [Armbewegung](https://schwimmlexikon.de/armbewegung/)
- [Anpassung, funktionelle](https://schwimmlexikon.de/anpassung-funktionelle/)
- [Assoziation](https://schwimmlexikon.de/assoziation/)
- [Atemfrequenz](https://schwimmlexikon.de/atemfrequenz/)
- [Atemgasanalyse](https://schwimmlexikon.de/atemgasanalyse/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Schwimmtechnik. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/ (abgerufen am 5. November 2026).
