# Selbstbeobachtung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/selbstbeobachtung/
- Englisch: self-observation
- Schlagwörter: Analyse, Psychologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-06-13
- Sprache: de

Selbstbeobachtung (self-observation), auch: Introspektion („Innenschau“), [Beobachtung](https://schwimmlexikon.de/beobachtung/) des eigenen Erlebens oder eigener [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/) sprozesse. Als Verfahren der qualitativen Sozialforschung wird durch Selbstaufmerksamkeit ein kleiner Bereich des täglichen Lebens genau beobachtet, um [Aufmerksamkeit](https://schwimmlexikon.de/aufmerksamkeit/) und [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/) zu schärfen und Dinge auf eine neue Weise sehen zu lernen. Oder als kontrollierte Introspektion, indem systematische Berichte (lautes [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/)) und sekundär auswertbare Aufzeichnungen verwendet werden, um innere Prozesse zugänglich zu machen, die von außen nicht beobachtbar sind ([http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/selbstbeobachtung/13869](http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/selbstbeobachtung/13869) - Zugriff 13.06.23).

Die [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/) der Selbstbeobachtung kann durch Aufgaben an den Sportler geschult werden (→[Feedback](https://schwimmlexikon.de/feedbacktraining/)), indem er aufgefordert wird über sein [Training](https://schwimmlexikon.de/training/), seine [Technik](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/) usw. zu reflektieren und sich zu artikulieren. Zweckmäßig ist dabei ein Vergleich mit objektiven Kriterien (z.B. [Gefühl](https://schwimmlexikon.de/gefuehl/) bei bestimmter [Laktatkonzentration](https://schwimmlexikon.de/laktat/)). Diese [Gespräche](https://schwimmlexikon.de/gespraech/) können für den [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/) sehr aufschlussreich sein, da sie die „[Innensicht](https://schwimmlexikon.de/innensicht/)“ des Sportlers wiedergeben.  Selbstbeobachtung unterstützt den [motorischen Lernprozess](https://schwimmlexikon.de/lernen-motorisches/), ist hilfreich bei der Einschätzung der [Belastungsverträglichkeit](https://schwimmlexikon.de/belastungsvertraeglichkeit/) und vertieft das [Vertrauen](https://schwimmlexikon.de/vertrauen/) zwischen Sportler und Trainer. Die Selbstbeobachtung kann frei erfolgen, indem der Sportler versucht, alle Gedanken und Gefühle niederzuschreiben, die dann nach positiven und negativen Inhalten und ihrem [Rang](https://schwimmlexikon.de/rangskala/) geordnet werden.  Bei der systematischen Selbstbeobachtung erhält der Sportler Vorgaben von auffordernden Satzfragmenten (Satzergänzungsverfahren) oder von Begriffen und Worten, die als[Assoziation](https://schwimmlexikon.de/assoziation/) simpulse auf die Gedanken des Sportlers einwirken (Assoziationsanalyse) (Baumann, 2006). Dabei wird zunehmend digitale Technik einbezogen, wie die Methode der Video(selbst) konfrontation (Stoll et al. 1998). Zunehmend werden zur [Trainingssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/) Angaben der Sportler über ihren körperlichen Zustand ([Kondition](https://schwimmlexikon.de/kondition/)) berücksichtigt. Das geschieht jedoch ohne die Anwendung eines objektiven, [validen](https://schwimmlexikon.de/validitaet/) Messinstruments. Vor diesem Hintergrund stellen Kleinert & Liesenfeld (2001) ein entsprechendes Messverfahren (EKV) vor, mit dem [empirisch](https://schwimmlexikon.de/empirisch/) Dimensionen der aktuell erlebten körperlichen Verfassung ermittelt werden. Allerdings scheint das neue Antwortformat ebenso anfällig für Messfehler zu sein wie die bislang angebotenen [Ratingskalen](https://schwimmlexikon.de/ratingskala/), da immer noch die Gefahr besteht, eine stark kognitiv bzw. rational gesteuerte Antwort auf die Frage nach der eigenen körperlichen oder emotionalen Befindlichkeit zu erhalten (Steinbacher, 2011). →[Persönlichkeitsanalyse](https://schwimmlexikon.de/persoenlichkeitsanalyse/)
„Verkehr mit Menschen verführt zur Selbstbeobachtung.“  Franz Kafka (1883-1924) dt. Schriftsteller

 

## Quellen

- Baumann, S. (2006). Psychologie im Sport. Aachen: Meyer
- Steinbacher, A. (2011). Erfassung körperlicher Befindlichkeit im Sport: Studien zur Anwendbarkeit und Validität des Antwortformats "Kognitives Dilemma". Köln, Deutsche Sporthochschule, Diss., 2011

## Verwandte Begriffe

- [Beobachtung](https://schwimmlexikon.de/beobachtung/)
- [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/)
- [Aufmerksamkeit](https://schwimmlexikon.de/aufmerksamkeit/)
- [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/)
- [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Feedbacktraining](https://schwimmlexikon.de/feedbacktraining/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Apathie](https://schwimmlexikon.de/apathie/)
- [Belastungs-Beanspruchungs-Interaktion](https://schwimmlexikon.de/belastungs-beanspruchungs-interaktion/)
- [Gespräch](https://schwimmlexikon.de/gespraech/)
- [Introspektion](https://schwimmlexikon.de/introspektion/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Selbstbeobachtung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/selbstbeobachtung/ (abgerufen am 29. Oktober 2026).
