# Selbstregulation

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/selbstregulation/
- Schlagwörter: Pädagogik, Sozialkompetenz, Soziologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-08-10
- Sprache: de

Selbstregulation (homeostasis; self-regulation), auch Autoregulation [Vermögen](https://schwimmlexikon.de/vermoegen/), [Selbstständigkeit](https://schwimmlexikon.de/selbststaendigkeit/), anforderungsbezogen und bedarfsgerecht zu handeln. Selbstregulation ist ein grundsätzliches Entwicklungsziel im [Erziehungs](https://schwimmlexikon.de/erziehung/)- und [Sozialisationsprozess](https://schwimmlexikon.de/sozialisation/) von Kindern; angefangen von der Erziehung zur Sauberkeit bis zum selbstständigen Einhalten sozialer [Normen](https://schwimmlexikon.de/norm/) und [Rollen](https://schwimmlexikon.de/rolle-soziale/). Neben dem Arbeitsgedächtnis ist auch die [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/) zur Selbstregulation für die schulische Lernleistung vergleichbar bedeutsam wie der [Intelligenzquotient](https://schwimmlexikon.de/intelligenzquotient-iq/)(IQ) (Blair & Razza 2007, Duckworth & Seligman 2005). →[Resilienz](https://schwimmlexikon.de/resilienz/), →[Volition (Wille)](https://schwimmlexikon.de/volition/),  →[Selbstorganisation  ](https://schwimmlexikon.de/selbstorganisation/)

Gerade im Leistungssport kommt es oft darauf an, sich auf den Punkt zu konzentrieren, Leistungsreserven zu mobilisieren und den inneren Dialog positiv zu gestalten. All dies sind Beispiele für Selbstregulation. Dabei unterscheiden sich Sportler darin, wie gut ihnen eine solche Selbstregulation gelingt und auf welche Weise sie versuchen, sich selbst zu regulieren. Unterschiedliche Formen der Selbstregulation können für verschiedene Situationen geeignet sein und unterschiedliche Effizienz haben (Beckmann et al. 2020). So kommt es darauf an, im [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) die eigenen [Leistungsmöglichkeiten](https://schwimmlexikon.de/leistungsvoraussetzungen-innere/) wirkungsvoll einzusetzen. Das äußert sich in einer leistungsfördernden Regulation aller Situationen unmittelbar vor dem Wettkampf, des Wettkampfablaufes, der Pausen zwischen den Wettkämpfen und der psycho-physischen Nachbereitung (Frester, 2002/1). →[Wettkampfvorbereitung, psychologische](https://schwimmlexikon.de/wettkampfvorbereitung-psychologische/)

Elbe et al. (2003) konnten in einer Studie bei Sportlern der [Eliteschulen des Sports](https://schwimmlexikon.de/eliteschule-des-sports/) nachweisen, dass bei Aussteigern [Dropouts](https://schwimmlexikon.de/4285-2/) gegenüber Leistungssportlern der Faktor „Selbstblockierung“ stärker ausgeprägt war, was aus Schwierigkeiten in der Auseinandersetzung mit der [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/) erklärt wurde. Dabei werden die [sozialen Beziehungen](https://schwimmlexikon.de/netzwerk-soziales/) und Kompetenzen als wesentliche Ressource für die [Persönlichkeitsentwicklung](https://schwimmlexikon.de/persoenlichkeit/) und [Sozialisation](https://schwimmlexikon.de/sozialisation/) junger Menschen gesehen. →[duales System](https://schwimmlexikon.de/duale-karriere/)

Um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren  und mit [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) umzugehen ([Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampfangst/)), haben sich auch im [Leistungssport](https://schwimmlexikon.de/leistungssport/) folgende Selbstregulationstechniken bewährt (gestrafft nach  Romswinckel & Rapp 2024):

[Visualisierung](https://schwimmlexikon.de/visualisierung/) (PETTLEP-Ansatz), indem bevorstehende [Bewegungsabläufe](https://schwimmlexikon.de/bewegungsablauf/) [mental](https://schwimmlexikon.de/training-mentales/) durchgegangen werden.
[Rituale](https://schwimmlexikon.de/ritual/) und [Routinen](https://schwimmlexikon.de/routine/), die durch eine feste Struktur das Gefühl von [Kontrolle](https://schwimmlexikon.de/selbstkontrolle/) und Sicherheit vermitteln.
[Atemtechniken](https://schwimmlexikon.de/atemtechnik/) zur Reduzierung physiologischer Reaktionen (Puls, Nervosität...).
[Progressive Muskelrelaxation](https://schwimmlexikon.de/muskelentspannung-progressive-pmr/) (PMR) als kontrollierte Muskelentspannung.
Power-Posing als Einfluss auf Selbstvertrauen durch [Körperhaltung](https://schwimmlexikon.de/koerperhaltung/) ([Körpersprache](https://schwimmlexikon.de/koerpersprache/)).
[Achtsamkeit](https://schwimmlexikon.de/achtsamkeit/) durch Konzentration auf den gegenwärtigen Moment ("sich erden").
Mantras und positive [Selbstgespräche](https://schwimmlexikon.de/selbstgespraechregulation/), um die Selbstwirksamkeit zu stärken und negative Gedanken zu überwinden.
Musik mit je nach Zielstellung entspannender oder anregender Wirkung.

Exkurs: In den [Spielsportarten](https://schwimmlexikon.de/ballspiele/) liegt ein besonderer Fokus auf dem Verhältnis von »[Instruktion](https://schwimmlexikon.de/instruktion/) vs. Selbstregulation". Wann braucht es ein Erklären und Verstehen des Spiels, wann sind die Akteure in der Lage, sich und das Spiel selbst zu regulieren? Je erfahrener die Spieler sind umso mehr schlägt das Pendel zur Selbstregulation. Der gute [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/) behält die Leine in der Hand, lässt sie aber locker (s. dazu Sportspiel-Symposium der dvs vom 13.-15. September 2018 in Heidelberg).

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## Quellen

- Beckmann & Beckmann-Waldenmayer (2020). Selbstregulation im Leistungssport. In: Schüler et al. (Hrg.): Sportpsychologie. Grundlagen und Anwendung, Springer, 445-461
- Elbe, Beckmann & Szymanski (2003). Die Entwicklung des allgemeinen und sportspezifischen Leistungsmotivs von SportinternatsschülerInnen. Psychologie und Sport, 10, 134-143.

## Verwandte Begriffe

- [Vermögen](https://schwimmlexikon.de/vermoegen/)
- [Selbstständigkeit](https://schwimmlexikon.de/selbststaendigkeit/)
- [Erziehung](https://schwimmlexikon.de/erziehung/)
- [Sozialisation](https://schwimmlexikon.de/sozialisation/)
- [Norm](https://schwimmlexikon.de/norm/)
- [Rolle, soziale](https://schwimmlexikon.de/rolle-soziale/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Intelligenzquotient (IQ)](https://schwimmlexikon.de/intelligenzquotient-iq/)
- [Apathie](https://schwimmlexikon.de/apathie/)
- [Betreuung, sportpsychologische](https://schwimmlexikon.de/betreuung-psychologische/)
- [Instruktion](https://schwimmlexikon.de/instruktion/)
- [Relaxationstechniken](https://schwimmlexikon.de/relaxationstechniken/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Selbstregulation. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/selbstregulation/ (abgerufen am 28. Oktober 2026).
