# Selbstverwirklichung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/selbstverwirklichung/
- Englisch: self implementation
- Schlagwörter: Leistung, Psychologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-07-04
- Sprache: de

Selbstverwirklichung (self implementation), Verwirklichung der eigenen Lebensvorstellungen bei Ausschöpfung des eigenen Potentials an [Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/). Die Selbstverwirklichung wird in der [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/) als „grundlegende Kraft“ des Menschen betrachtet. Maslow setzte sie in seiner [Bedürfnispyramide](https://schwimmlexikon.de/beduerfnishierarchie-nach-maslow/) an oberste Stelle. Sie ist aber nicht mit [Egoismus](https://schwimmlexikon.de/egoismus/) zu verwechseln, sondern stützt sich eher auf [Individualität](https://schwimmlexikon.de/individualisierung/), Eigenverantwortung und [Selbstwertstreben](https://schwimmlexikon.de/selbstwertstreben/), denn sich selbst verwirklichen heißt manchmal gegen den Strom zu schwimmen. →[Entfremdung](https://schwimmlexikon.de/entfremdung/)

Im [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/) ist das [Streben](https://schwimmlexikon.de/strebungen/) nach Selbstverwirklichung unverzichtbar. Mit sportlicher [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) erschließt sich der Mensch ein spezifisches Erfahrungsfeld, das auf keine andere Weise ersetzbar ist. Selbstverwirklichung kann nur unter Einbeziehung der Gemeinschaft erreicht werden. Wer nur eigene [Interessen](https://schwimmlexikon.de/interesse/)- unter Ausnutzung anderer – realisiert, wird keine [Anerkennung](https://schwimmlexikon.de/anerkennung/) finden (Baumgartner & Enz, 1987). Selbstverwirklichung unterliegt immer neben der subjektiven (persönlichen) auch immer einer objektiven (sozialen) Bewertung. →[Fairplay](https://schwimmlexikon.de/fairplay/).

Besonders für [behinderte Sportlerinnen und Sportler](https://schwimmlexikon.de/behindertenschwimmen/) sind sportliche Spitzenleistungen ein starkes Motiv ihrer körperlichen Aktivität, für ihr [Selbstbild](https://schwimmlexikon.de/selbstbild/) und ihre Selbstverwirklichung. Durch die Erfassung der passiven Umströmungssituation von Schwimmern mit unterschiedlichen körperlichen Schädigungen mittels simultaner Dynamografie und Kinematografie im Rahmen passiver Schleppversuche wurden wissenschaftlich fundierte Daten erhoben, die dass das widerstandsgünstige Verhalten in den Gleitphasen beschreiben. Das Umsetzen dieser Erkenntnisse in die Trainingspraxis ist ein entscheidender Beitrag zur Selbstverwirklichung und damit für das Erreichen sportlicher Höchstleistungen im paralympischen Schwimmsport (Karger, K. 2011).

Exkurs: Dabei ist in der Zielstellung zwischen [Breitensport](https://schwimmlexikon.de/breitensport/) und [Hochleistungssport](https://schwimmlexikon.de/hochleistungssport/) zu unterscheiden, der immer mehr Züge des Showbusiness annimmt. Der Hochleistungssportler kann einerseits durch sportliche Grenzerfahrungen die Suche nach dem eigenen Ich perfektionieren, zugleich steht er permanent zwischen Fremdbestimmung ([Instrumentalisierung](https://schwimmlexikon.de/instrumentalisierung-des-sports/)) und Selbstverwirklichung. „Der Hochleistungssport ist aus der Perspektive von Individuum und Gesellschaft nicht nur zu interpretieren als ein Medium exzeptioneller Selbstverwirklichung, sondern auch zu verstehen als ein Phänomen der Entfremdung, das Momente der [Motivation](https://schwimmlexikon.de/motivation/) und der psychischen Stimmung nicht als Eigenwert, sondern allein in ihrer leistungsvariierenden Funktion relevant werden lässt.“ (Meyer, 1973). Das betrifft besonders Auswirkung und Umgang mit dem [Leistungsprinzip](https://schwimmlexikon.de/leistungsprinzip/) im [Nachwuchsleistungssport](https://schwimmlexikon.de/nachwuchstraining/). Leistung im Kindersport ist aber sinnvoll, wenn sie zur Selbstverwirklichung des einzelnen beiträgt und zugleich die Selbstverwirklichungsmöglichkeiten aller beteiligten Sportpartner berücksichtigt (Crum, 1982).
„Selbstverwirklichung besteht heute zum größten Teil aus Selbstinszenierung.“ Gerhard Uhlenbruk (*1929), dt. Immunbiologe

## Quellen

- Baumgartner & Enz (1987). Glaube und Selbstverwirklichung im Sport. In: Jakobi & Rösch. Sport und Religion. Grünewald-Verlag, Mainz, 77-102
- Crum, B. (1982). Kinder-Leistungssport zwischen Selbstverwirklichung und Ausbeutung. In: Howald & Hahn: Kinder im Leistungssport. Birkhäuser-Basel, 200-2007

## Verwandte Begriffe

- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/)
- [Bedürfnishierarchie nach MASLOW](https://schwimmlexikon.de/beduerfnishierarchie-nach-maslow/)
- [Egoismus](https://schwimmlexikon.de/egoismus/)
- [Individualisierung](https://schwimmlexikon.de/individualisierung/)
- [Selbstwertstreben](https://schwimmlexikon.de/selbstwertstreben/)
- [Entfremdung](https://schwimmlexikon.de/entfremdung/)
- [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/)
- [Charakter](https://schwimmlexikon.de/charakter/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Selbstverwirklichung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/selbstverwirklichung/ (abgerufen am 4. Oktober 2026).
