# Spiroergometrie

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/spiroergometrie/
- Englisch: spiroergometry
- Schlagwörter: Ausdauer, Diagnostik, Physiologie, Sportmedizin
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2024-11-29
- Sprache: de

Spiroergometrie (spiroergometry), lat. spirare „atmen“ und griech. ἔργον „Arbeit“ und μέτρον „Maß“; Kombination aus Spirometrie (Messung der Atemgase) und [Ergometrie](https://schwimmlexikon.de/ergometrie/). Bei stufenförmiger Belastung steigt die [Ventilation](https://schwimmlexikon.de/ventilation/) in den submaximalen Belastungsstufen vorrangig über eine Vergrößerung der [Atemtiefe](https://schwimmlexikon.de/atemtiefe/). Mit zunehmender [Intensität](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/) steigt die [Atemfrequenz](https://schwimmlexikon.de/atemfrequenz/) steiler an als das [Atemvolumen](https://schwimmlexikon.de/atemzugvolumen/) pro Zug (AZV). Dieser Umschlagpunkt wird als [aerobe Schwelle](https://schwimmlexikon.de/schwelle-aerobe-as/) angenommen. Mit weiterer Belastungssteigerung geht die Ökonomie der [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/) verloren, das Atemzugvolumen nimmt anteilig am [Atemminutenvolumen](https://schwimmlexikon.de/atemminutenvolumen-amv/) ab und der Eigenbedarf der [Atemmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/atemmuskulatur/) an [Sauerstoff](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/) steigt stark an. →[Atemgasanalyse](https://schwimmlexikon.de/atemgasanalyse/)

Die Spiroergometrie spielt eine besondere Rolle in der [sportmedizinischen Grunduntersuchung.](https://schwimmlexikon.de/grunduntersuchung-sportmedizinische/) Die berechtigte Forderung nach einer sportartspezifischen Spiroergometrie war im Schwimmen problematisch und kann momentan nur im [Strömungskanal](https://schwimmlexikon.de/stroemungskanal/) (bei limitierten [Schwimmgeschwindigkeiten](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/)) oder im Becken per [Nachatmung](https://schwimmlexikon.de/nachatmung/) gelöst werden. Befördert wurde diese Entwicklung durch kleinere spirometrische Messgeräte, die die respiratorischen (atmungsbedingten) Daten online und „breath by breath“ (fortwährende Registrierung der Atemgase im Gegensatz zur Mischkammertechnik) ermöglichen. Durch die konstante Geschwindigkeit des Wassers im Strömungskanal wurde die Standardisierung der [Testverfahren](https://schwimmlexikon.de/test/) verbessert. Kleinere Probleme gibt es noch mit der Atmung durch den Schnorchel. Der [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/) wird aber durch die Maske kaum verändert (Toussaint et al. 1990). [Maximale Ausbelastung](https://schwimmlexikon.de/ausbelastung/) en sind kaum möglich, da die Wassermassen die Maske wegreißen. Es kann aber gut im submaximalen Bereich die [Sauerstoffaufnahme](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-vo2/), die als direktes Maß für den [aeroben Energiestoffwechse](https://schwimmlexikon.de/energiestoffwechsel-aerober/) l zählt, gemessen werden. Zugleich ermöglicht die Änderung des [Sauerstoffverbrauchs](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffverbrauch/) von einer Stufe zur anderen eine Aussage über die [Bewegungsökonomie](https://schwimmlexikon.de/bewegungsoekonomie/) (Reer et al. 2001). Somit erlaubt die Spiroergometrie eine differenzierte Aussage über die [Ausdauerleistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer/) des Schwimmers.

Mit einem Unterwasser-Spiroergometriesystem (fit2dive) konnte die [Tauch](https://schwimmlexikon.de/streckentauchen/) tauglichkeit anhand von [HRV-Messungen](https://schwimmlexikon.de/herzfrequenzvariabilitaet-hrv/) beurteilt werden. Die Studie unterstützt jedoch die Ansicht, dass die Messungen stark von der [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/) abhängen. Daher führen HRV-Messungen in Bezug auf eine veränderte autonome Kontrolle während des Trainings zu einer schwerwiegenden Fehlinterpretation: Wenn die Herzfrequenz steigt, nimmt die Variabilität ab (Koch et al. 2023).

## Quellen

- Koch, Möller, Jacobi, Muth, Pepper, Hoffmann & Schipke (2023). Heart rate variability from underwater spiroergometry: how meaningful? Journal of Science in Sport and Exercise(5)2, 116-122
- Reer, Ramcke, Rudolph & Braumann (2001). Spiroergometrie im Strömungskanal: Vergleich der Schwimmökonomie sowie metabolisch-kardiozirkulatorischer Parameter zwischen ausdauertrainierten und sprintorientierten Schwimmern. Dtsch Z Sportmed. 52, S. 75

## Verwandte Begriffe

- [Ergometrie](https://schwimmlexikon.de/ergometrie/)
- [Ventilation](https://schwimmlexikon.de/ventilation/)
- [Atemtiefe](https://schwimmlexikon.de/atemtiefe/)
- [Belastungsintensität](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/)
- [Atemfrequenz](https://schwimmlexikon.de/atemfrequenz/)
- [Atemzugvolumen](https://schwimmlexikon.de/atemzugvolumen/)
- [Schwelle, aerobe (AS)](https://schwimmlexikon.de/schwelle-aerobe-as/)
- [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/)
- [Atemäquivalent (AÄ)](https://schwimmlexikon.de/atemaequivalent-aae/)
- [Atemgasanalyse](https://schwimmlexikon.de/atemgasanalyse/)
- [Bewegungsökonomie](https://schwimmlexikon.de/bewegungsoekonomie/)
- [Dynamik](https://schwimmlexikon.de/dynamik/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2024). Spiroergometrie. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/spiroergometrie/ (abgerufen am 25. Oktober 2026).
