# Sprintschnelligkeit

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/sprintschnelligkeit/
- Englisch: sprinting speed
- Schlagwörter: Belastungszonen, Schnelligkeit, Schwimmen
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-07-21
- Sprache: de

Sprintschnelligkeit (sprinting speed), im Schwimmen leistungsrelevante Erscheinungsform der [komplexen Schnelligkeit,](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeit-komplexe/) indem zyklische Bewegungen mit höchster Geschwindigkeit ausgeführt werden (→[Bewegungsschnelligkeit, zyklische](https://schwimmlexikon.de/bewegungsschnelligkeit-zyklische/)). Das Training der Sprintschnelligkeit setzt eine höhere [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) als maximales [Renntempo](https://schwimmlexikon.de/wettkampfgeschwindigkeit/) voraus und ist deshalb von der Streckenlänge auf 15 – 25m begrenzt. Zugleich soll durch [Pausen](https://schwimmlexikon.de/pause/) von drei Minuten die energetische und neuromuskuläre [Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/) gewährleistet sein. Lediglich bei einer [Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/) bis 6 Sekunden (10-15m) kann von [alaktazidem](https://schwimmlexikon.de/1890-2/) Training gesprochen werden. Beim „25iger“ (10-15 Sekunden) wird bereits [laktazid](https://schwimmlexikon.de/laktazid/) gearbeitet (bis 8 mmol/l Laktat). Bezogen auf die 100m-Strecke sollten 105-110% der Wettkampfgeschwindigkeit erreicht werden (Rudolph, 2000).

Abweichend von diesen Erkenntnissen hat der amerikanische Schwimmer Michael Andrew mit dem [USRP-Training](https://schwimmlexikon.de/usrpt/) (Rushall, 2005) hervorragende Leistungen über 50-100m erzielt.

 

 

 

Exkurs: In der Trainingspraxis der Sprinter ist augenfällig, dass vor wichtigen Wettkämpfen die Belastung stark reduziert wird, um „den Muskeln Ruhe zu geben“ und dadurch die Schnelligkeit zu erhöhen. Inzwischen scheinen schwedische Sportphysiologen eine Erklärung gefunden zu haben. Sie entnahmen eine Gewebeprobe aus dem äußeren Teil des Schenkelstreckers. Der Anteil an schnellem Myosin Ilx betrug bei der ersten Kontrolle durchschnittlich neun Prozent. Erwartungsgemäß reduzierte sich der Anteil der schnellen IIx-Isoform während des Krafttrainings von durchschnittlich neun auf etwa zwei Prozent. Zur Überraschung der Wissenschaftler stieg er aber nach dreimonatiger Inaktivität nicht nur wieder bis zum Ausgangswert, sondern weit darüber hinaus: auf durchschnittlich 18 Prozent. Davon leiten sie für das Training der Sprinter ab, den Anteil ihrer schnellsten Muskelfasern zunächst durch Training zu vermindern, um dann während einer Ausklingphase auf die Verdopplung zu warten. (Andersen et al. 2001).

 

 

 

 

## Quellen

- Andersen, Saltin & Schjerling (2001). Muskeln, Gene und Leistungssport. Spektrum der Wissenschaft 3, 70

## Verwandte Begriffe

- [Schnelligkeit, komplexe](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeit-komplexe/)
- [Bewegungsschnelligkeit, zyklische](https://schwimmlexikon.de/bewegungsschnelligkeit-zyklische/)
- [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/)
- [Wettkampfgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/wettkampfgeschwindigkeit/)
- [Pause](https://schwimmlexikon.de/pause/)
- [Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/)
- [Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/)
- [laktazid](https://schwimmlexikon.de/laktazid/)
- [Atemtraining](https://schwimmlexikon.de/atemtraining/)
- [Elektromyostimulation](https://schwimmlexikon.de/elektromyostimulation/)
- [Energiebereitstellung, anaerob-alaktazide](https://schwimmlexikon.de/energiebereitstellung-anaerob-alaktazide/)
- [Energiebereitstellung, laktazide](https://schwimmlexikon.de/4510-2/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Sprintschnelligkeit. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/sprintschnelligkeit/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).
