# Stress, oxidativer

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/stress-oxidativer/
- Englisch: oxidativer stress
- Schlagwörter: Erkrankung, Ernährung, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-02
- Sprache: de

Stress, oxidativer (oxidativer stress), durch [freie Radikale](https://schwimmlexikon.de/radikale-freie/) verursachte [Alterung](https://schwimmlexikon.de/alterungsprozess/) der Körperzellen ([Zelle](https://schwimmlexikon.de/zelle/)) und schwerwiegende Erkrankungen wie Grauer Star, Arteriosklerose, rheumatische Arthritis, bestimmte Krebsarten, aber auch vorzeitige Hautalterung und Alterungsprozess (Free Radical Theory of Aging, Harman D., Antioxidant & Redox Signaling 2003). Über die [Atmungskette](https://schwimmlexikon.de/atmungskette/) werden 10-15% des [Sauerstoffs](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/) als Radikale freigesetzt. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Zufuhr von [Antioxidantien](https://schwimmlexikon.de/2081-2/) gegen Arteriosklerose oder andere durch freie Radikale induzierte [Krankheiten](https://schwimmlexikon.de/krankheit/) schützen kann. Wegen kontroverser Studienergebnisse wird die [Supplementation](https://schwimmlexikon.de/supplement/) mit Antioxidantien heute nicht mehr generell, dafür eine ausgewogene [Ernährung](https://schwimmlexikon.de/ernaehrung/) mit täglichem Obst- und Gemüsekonsum empfohlen. →[Burst, oxidativer](https://schwimmlexikon.de/burst-oxidativer/)

Da es bei [sportlichen Belastungen](https://schwimmlexikon.de/trainingsbelastung/) auch zu einem Überangebot an Sauerstoff kommen kann, können die [Mitochondrien](https://schwimmlexikon.de/mitochondrion/) nicht allen Sauerstoff zu Wasser verbrennen. Gleichzeitig kommt es aber in den nicht beanspruchten Organen zu einem Sauserstoffmangel. Strömt das [Blut](https://schwimmlexikon.de/blut/) nach der Belastung zurück, steigen dort die freien Radikale dramatisch an. Oxidativer Stress ist aber mehr ein Risikofaktor für den untrainierten Gelegenheitssportler als für den Leistungssportler, der besser in der Lage ist, freie Radikale unschädlich zu machen. Denn regelmäßiges [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) kann die antioxidative Reservekapazität des Menschen erhöhen. Unter extremen Belastungen ([anaerob](https://schwimmlexikon.de/anaerob/) oder extrem [extensiv](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-extensive/)) ist aber auch beim gut trainierten Sportler ein erhöhter oxidativer Stress nachweisbar. Dazu sind aber objektive Messwerten aus [Serum](https://schwimmlexikon.de/serum/), Blut und [Harn](https://schwimmlexikon.de/urinstatus/) erforderlich.

Um die Bildung freier Radikale einzuschränken wird eine ausreichende Zufuhr antioxidativ wirksamer Nährstoffe (kalorienarme, ballaststoff-, [vitamin](https://schwimmlexikon.de/vitamine/)- und [spurenelement](https://schwimmlexikon.de/spurenelemente/) reiche Ernährung ohne toxische Belastungen) empfohlen (Zapf, Quelle s.u.). Eine Verbesserung der[muskulären Leistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-energetische/) beim gesunden Sportler durch anti-oxidativ wirkende Vitamine ist nicht zu erwarten. Eine Reduzierung von Muskelstresssymptomen durch die exogene Beeinflussung der antioxidativen Regulation ist ebenfalls nicht ausreichend gesichert. Über die Stabilisierung des pro/anti-oxidativen Gleichgewichts ist wie für die breite Bevölkerung auch für Sportler ein Gesundheitsvorteil im Sinne der [Prävention](https://schwimmlexikon.de/praevention/) anzunehmen (Berg & König, 2000, S. 178)

Zum aktuellen Stand (Lamprecht, 2010, S.10): „Die Frage nach der antioxidativen Supplementation beim Sport mit einem generellen Ja oder Nein zu beantworten, ist unmöglich. Vor allem bei Leistungs- und HochleistungssportlerInnen muss die Entscheidung pro oder contra auf die individuellen Trainingsgegebenheiten, [Trainingszustand](https://schwimmlexikon.de/trainingszustand/), [Ernährungsverhalten](https://schwimmlexikon.de/ernaehrungsprotokoll/), Produktqualität und –bioaktivität individuell entschieden und abgestimmt werden. Die Forschung steht auf diesem Gebiet noch vielen Herausforderungen gegenüber. Eine Vielzahl von Studien wird noch notwendig sein, um mehr klaren Antworten als offenen Fragen gegenüber zu stehen“.

Exkurs: Die Hauptnahrungsquellen kenianischer und äthiopischer Langstreckenläufer setzt sich zu 86-88 % aus pflanzlichen Nahrungsquellen zusammen (Onywaraet et al, 2004, Beis et al, 2011).

## Quellen

- Berg & König (2000). Oxidativer Stress und Sport. Dt. Z. Sportmedizin, 5 (51), 177/178
- Lamprecht, M. (2010). Oxidativer Stress und Antioxidantien beim sportlichen Training. J. f. Ernährungsmedizin, 12(3), 6-12

## Verwandte Begriffe

- [Radikale, freie](https://schwimmlexikon.de/radikale-freie/)
- [Alterungsprozess](https://schwimmlexikon.de/alterungsprozess/)
- [Zelle](https://schwimmlexikon.de/zelle/)
- [Atmungskette](https://schwimmlexikon.de/atmungskette/)
- [Sauerstoff](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/)
- [Antioxidantien](https://schwimmlexikon.de/2081-2/)
- [Krankheit](https://schwimmlexikon.de/krankheit/)
- [Supplement](https://schwimmlexikon.de/supplement/)
- [Altern](https://schwimmlexikon.de/altern/)
- [Atrophie](https://schwimmlexikon.de/atrophie/)
- [Oxidation](https://schwimmlexikon.de/oxidation/)
- [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Stress, oxidativer. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/stress-oxidativer/ (abgerufen am 29. Oktober 2026).
