# Talent

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/talent/
- Schlagwörter: Schwimmen, Talent
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-05-18
- Sprache: de

 

Talent (talent), lat. talentum „Gabe“; [Begabung](https://schwimmlexikon.de/begabung/) für überdurchschnittliche Leistungen auf einem bestimmten Gebiet.

Der talentierte [Sportler](https://schwimmlexikon.de/sportler/) zeichnet sich durch eine besonders hohe sportliche Begabung (→[Eignung](https://schwimmlexikon.de/eignung/)) aus, die ihn zu herausragenden sportlichen Leistungen befähigt. Hohe sportliche Leistungen erfordern sowohl Talent als auch dessen Verwirklichung im [Training](https://schwimmlexikon.de/training/). Der Talentbegriff wird in der Literatur eng (nur auf die [Anlagen](https://schwimmlexikon.de/anlage/) begrenzt) oder weit (inklusive [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/) einflüsse) gefasst. So beschreibt Joch (2001) mit der statischen Komponente seiner Talentdefinition vier Bereiche: [Dispositionen](https://schwimmlexikon.de/disposition/), [Bereitschaft](https://schwimmlexikon.de/leistungsbereitschaft/), soziales [Umfeld](https://schwimmlexikon.de/umfeld/) und sportliche [Resultate](https://schwimmlexikon.de/wettkampfergebnis/). Mit der dynamischen Komponente wird dem Umstand Rechnung getragen, dass sich das sportliche Talent nur im Trainingsprozess entfalten kann. Insgesamt umschreibt aber die [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/) mit dem Begriff. „ein Phänomen, von dem wir relativ wenig wissen“ (Martin et al. 1999). Deshalb wird es für „weitgehend unmöglich gehalten, einen allgemein anerkannten konzeptionellen Ansatz der Zusammenfassung von [Talentsuche](https://schwimmlexikon.de/talentsuche/), [Talentauswahl](https://schwimmlexikon.de/talentauswahl/) und [Talentförderung](https://schwimmlexikon.de/talentfoerderung/) darzustellen“ (Carl, 1988). Somit ist die Sportwissenschaft noch nicht in der Lage, die Erwartungen der Trainingspraxis zu befriedigen (Hohmann, 2001). Da die Leistungssportpraxis aber fordert, Talente zu finden (Talentauswahl) und zu fördern (Talentförderung), wurde diese Frage weitgehend pragmatisch ([Expertenurteile](https://schwimmlexikon.de/experte/)) beantwortet: „Das wichtigste Auge für ein sportliches Talent ist das Auge des [Trainers](https://schwimmlexikon.de/trainer/)“ (Hagedorn, 1995). Das setzt zunächst exakte Kenntnis von der [Leistungsstruktur](https://schwimmlexikon.de/leistungsstruktur/) der jeweiligen [Sportart](https://schwimmlexikon.de/sportart/) voraus. Davon ausgehend ist zu prüfen, inwiefern diese Merkmale genetisch determiniert ([Genotyp](https://schwimmlexikon.de/genotyp/)) und damit für eine [Eignungsdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/eignungsbeurteilung/) dienlich sind. Es ist anzunehmen, dass durch die Wissensexplosion im Bereich der [Genetik](https://schwimmlexikon.de/genetik/), die [endogene](https://schwimmlexikon.de/endogen/) Seite des Talents umfassender bestimmt werden kann.

Das Talent im Schwimmen zeichnet sich durch folgende Merkmale aus (Rudolph et al.: Nachwuchskonzeption des DSV, S. 52-56):

 	[Leistungsauffälligkeit](https://schwimmlexikon.de/leistungsauffaelligkeit/),
 	[Körperbau](https://schwimmlexikon.de/koerperbau/) (überdurchschnittliche [Körperhöhe](https://schwimmlexikon.de/koerperhoehe/), schmales [Becken](https://schwimmlexikon.de/beckenstachelbreite/) (Index [Trochanterbreite zu Körperhöhe](https://schwimmlexikon.de/trochanterbreite-relative/)), lange Arme ( [Arm-Spannweit](https://schwimmlexikon.de/armspannweite/) e größer Körperhöhe), besonders [Sprinter](https://schwimmlexikon.de/sprinter/) lange Beine (Beinlänge ist größer als Stammlänge) und große Hände und Füße, relativ wenig [Körpermasse](https://schwimmlexikon.de/koerpermasse/) ([Body-Mass-Index](https://schwimmlexikon.de/body-mass-index/)[[1]](#_ftn1)), mittlerer prozentualer [Körperfettanteil](https://schwimmlexikon.de/koerperfettanteil/) um 8,8% (männlich) bzw. 16,5% (weiblich),
 	ein gutes (wissenschaftlich schwer zu definierendes) Wassergefühl (→[Gleitfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/gleitfaehigkeit/)),
 	[Konditionelle Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/) ([Muskelfaserstruktur](https://schwimmlexikon.de/muskelfaserzusammensetzung/) usw.),
 	[Belastungsverträglichkeit](https://schwimmlexikon.de/belastungsvertraeglichkeit/),
 	[Mentale](https://schwimmlexikon.de/mental/) Stärke,
 	[Trainierbarkeit](https://schwimmlexikon.de/trainierbarkeit/)

####### [1] Da der BROCA-Index für Kinder nicht geeignet ist, wird der BMI bevorzugt und auf alters- sowie geschlechtsspezifische Referenzwerte bezogen (Kromeyer-Hauschild et al. 2001) – s. Anlage 5d

"Wie kann man Talent definieren? Ich finde, [Disziplin](https://schwimmlexikon.de/disziplin/) zu haben, [Konzentrationsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/konzentrationsvermoegen/) zu besitzen, das ist auch ein wertiges Talent. Ich finde, keine [Angst](https://schwimmlexikon.de/wettkampfangst/) zu haben, wenn man auf dem Platz geht, mutig und mit Durchsetzungsvermögen Tennis zu spielen, ist auch ein Talent. Es geht nicht nur um Ballgefühl, es gibt so viele unterschiedliche Formen von Talent, die spielentscheidend sind" (Boris Becker, DER SPIEGEL, 19/2025, S. 54).
„Für das Maß seiner Begabung ist der Mensch nicht verantwortlich, wohl aber dafür, wie er die ihm verliehenen Gaben nutzt.“ (Unbekannt)
Exkurs: Geht man von der weiten Fassung des Talentbegriffs aus, dann haben wir im Schwimmen zu beachten, dass unsere Talente in der Regel minderjährig und somit den Einflüssen ihrer [Eltern](https://schwimmlexikon.de/eltern/) unterlegen sind. Wenn der [Leistungssport](https://schwimmlexikon.de/leistungssport/) aber zunehmend mit solchen Negativschlagzeilen aufwartet wie den Boykott ganzer Länder wegen [Dopings](https://schwimmlexikon.de/4234-2/), der Aufdeckung von[sexuellen Missbrauch](https://schwimmlexikon.de/missbrauch-sexueller/) in Vereinen, der Geldgier im Profifußball bis zur Ablehnung der Austragung von [Olympischen Spielen](https://schwimmlexikon.de/olympische-spiele/) durch die Mehrheit der Bevölkerung, dann werden die Eltern ihr Kind dem Leistungssport fernhalten. Die Zahl verhinderter Talente wird zunehmen.

## Quellen

- Carl, K. (1988). Talentsuche, Talentauswahl und Talentförderung. Studienbrief der Trainerakademie, Köln
- Hagedorn, G. (1995). Trainer – die vereinigten Widersprüche der Persönlichkeit. Leistungssport 3/195, 33-36, Zugriff am 4.08.25 unter https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp95_03_33_36.pdf
- Hohmann, A. (2001). Leistungsdiagnostische Kriterien sportlichen Talents. Leistungssport 4/2001, S. 14-22
- Joch, W. (2001). Das sportliche Talent. Aachen: Meyer
- Martin, Nicolaus, Ostrowski & Rost (1999). Handbuch Kinder- und Jugendtraining. Schorndorf: Hofmann
- Rudolph, K. (2015). Nachwuchskonzeption Schwimmen 2020: Probleme und Hintergründe. Schwimmen – Lernen und Optimieren, 38 (2015), S. 22-33

## Verwandte Begriffe

- [Begabung](https://schwimmlexikon.de/begabung/)
- [Sportler](https://schwimmlexikon.de/sportler/)
- [Eignung](https://schwimmlexikon.de/eignung/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Anlage](https://schwimmlexikon.de/anlage/)
- [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/)
- [Disposition](https://schwimmlexikon.de/disposition/)
- [Leistungsbereitschaft](https://schwimmlexikon.de/leistungsbereitschaft/)
- [Adaptation, soziale](https://schwimmlexikon.de/adaptation-soziale/)
- [Anpassung, funktionelle](https://schwimmlexikon.de/anpassung-funktionelle/)
- [Anpassungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/anpassungsfaehigkeit/)
- [Anschlusstraining (AST)](https://schwimmlexikon.de/anschlusstraining/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Talent. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/talent/ (abgerufen am 8. November 2026).
