# Tapering

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/tapering/
- Schlagwörter: Hochleistungstraining, Spezialisierung, Wettkampf, Zyklisierung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-07-03
- Sprache: de

Tapering (tapering), engl. „zuspitzen“, übertragen „Formzuspitzung“, zwei bis dreiwöchige Trainingsphase vor wichtigen [Wettkämpfen](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/), vergleichbar mit dem [Mesozyklus](https://schwimmlexikon.de/mesozyklus-mez/) „[Leistungsausprägung](https://schwimmlexikon.de/leistungsauspraegung/)“ (→[Unmittelbare Wettkampfvorbereitung](https://schwimmlexikon.de/unmittelbare-wettkampfvorbereitung-uwv/)). Die Dauer des Tapering hängt von [Umfang](https://schwimmlexikon.de/trainingsumfang/) und [Intensität](https://schwimmlexikon.de/trainingsintensitaet/) des absolvierten Trainings, der Anzahl und Verteilung der [Starts](https://schwimmlexikon.de/start/) sowie dem Alter und der [Spezialisierung](https://schwimmlexikon.de/spezialisierung-sportliche/) ab, wobei besonders zwischen [Sprinter](https://schwimmlexikon.de/sprinter/) und [Langstreckler](https://schwimmlexikon.de/langstreckenschwimmer/) zu differenzieren ist. Allgemein für Ausdauersport scheint Tapering, dem Überlastungstraining vorausgeht, förderlicher für die Maximierung der Leistungssteigerung zu sein. Für eine effektive Tapering-Strategie wird ein Zeitraum von 21-Tagen empfohlen, bei dem das Trainingsvolumen schrittweise um 41-60% reduziert wird, ohne die Trainingsintensität oder -häufigkeit zu verändern (Wang et al. 2023). Kato et al. (2025) zeigten in einer Studie mit Collegeschwimmern über zwei Wettkampfperioden, dass ein besserer Erholungszustand am Wettkampftag die Schwimmleistung günstig beeinflusste.

Für Tapering hat der Schwimmer folgende Richtlinien zu beachten (in Anlehnung an Counsilman, 1980 und Wilke & Madsen, 2015):

 	Habe keine [Angst](https://schwimmlexikon.de/angst/), den [Belastungsumfang](https://schwimmlexikon.de/belastungsumfang/) zu reduzieren, vergeude deine [Kräfte](https://schwimmlexikon.de/kraft/) nicht vor dem [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/)!
 	Erarbeite dir dein eigenes Modell der „Formzuspitzung“ (→[UWV](https://schwimmlexikon.de/unmittelbare-wettkampfvorbereitung-uwv/)) und prüfe kritisch, ob es noch deinem aktuellen Zustand entspricht (was vor zwei Jahren erfolgreich war, kann heute wirkungslos sein),
 	Reduziere den [Trainingsumfang](https://schwimmlexikon.de/trainingsumfang/) zugunsten der Qualität, indem du systematisch die angestrebte [Wettkampfgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/wettkampfgeschwindigkeit/) (über [SA](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/) zu [WA](https://schwimmlexikon.de/wettkampfspezifische-ausdauer-wa/)) erarbeitest, aber immer so, dass du schnell wieder erholt bist. Durch die hohe Qualität (→[Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/), →[Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft-spezifische/)) erlebst du deine zunehmende Form und wirst [selbstbewusster](https://schwimmlexikon.de/selbstbewusstsein/),
 	Schnelligkeitsreize (→[Schnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/9270-2/)) sind gut, aber versuche nicht durch zu häufige [Sprints](https://schwimmlexikon.de/sprint/) ein höheres Niveau zu erzwingen. Das kommt dann eher aus der Ruhe und [Lockerheit](https://schwimmlexikon.de/lockerheit/).
 	Erhöhe den Anteil an lockerem Schwimmen ([Kompensation](https://schwimmlexikon.de/kompensationsbereich-ko/)) und verbinde dies mit [Technikübungen](https://schwimmlexikon.de/technikuebungen/), um ein gutes [Wassergefühl](https://schwimmlexikon.de/wassergefuehl/) zu halten,
 	pegel dich auf den Wettkampfrhythmus ein und berücksichtige dabei, dass du bereits vormittags ([Vorlauf](https://schwimmlexikon.de/vorlauf/)) in Topform sein musst,
 	Ruhe ist wichtig, verwechsle aber Tapern nicht mit Urlaub!

Der Trainer sollte in dieser Phase sein Augenmerk besonders auf optimale [Rahmenbedingungen](https://schwimmlexikon.de/rahmenbedingungen/) (Tagesablauf, Maßnahmen zur [Erholung](https://schwimmlexikon.de/erholung/), [Schlaf](https://schwimmlexikon.de/schlaf/), [Ernährung](https://schwimmlexikon.de/wettkampfernaehrung/), [Biorhythmus](https://schwimmlexikon.de/biorhythmus/)) und individuelle Besonderheiten seiner Sportler (Tapering ist die individuellste Trainingsphase des Jahres!) richten, sowie eine optimistische und zugleich realistische [Erwartungshaltung](https://schwimmlexikon.de/erwartungshaltung/) an den Tag legen. Die Schwimmer sollten überzeugt sein, dass sie sich gut vorbereitet haben und auf den [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) freuen. →[Peaking](https://schwimmlexikon.de/peaking/)

Stone et al. (2023) haben in einer Übersichtsarbeit die begrenzte Forschung zur Psychologie des Taperings und den Bedarf an fokussierter Forschung hervorgehoben und empfehlen vier Forschungsthemen

(a) Durchführung explorativer Forschung, die die Auswirkungen des Taperings auf die [Wettkampfvorbereitung](https://schwimmlexikon.de/wettkampfvorbereitung-psychologische/) und das [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) erleben von Athleten und Trainern untersucht,

(b) weitergehende psychologische Fragen und Durchführung multidisziplinärer Forschung,

(c) Einbeziehung einer vielfältigeren Teilnehmergruppe in die Studien und

(d) Untersuchung der Auswirkungen psychologischer Interventionen während des Taperings.

## Quellen

- Kato, Kasugai & Sakai (2025). Relationship between the Total Quality Recovery Scale and race performance in competitive college swimmers over two seasons. Sports, 13 (5), 139. Zugriff am 03.07.25 unter https://doi.org/10.3390/sports13050139. https://doi.org/10.3390/sports13050139
- Stone, Knight, Hall, Shearer, Nicholas & Shearer (2023). The psychology of athletic tapering in sport: a scoping review. Sports Medicine, 53 (4), 777-801. Zugriff am 28.04.2023 unter https://doi.org/10.1007/s40279-022-01798-6. https://doi.org/10.1007/s40279-022-01798-6
- Wang, Wang, Gao & Zhong (2023). Effects of tapering on performance in endurance athletes: A systematic review and meta-analysis. PLOS ONE, 18 (5), e0282838. Zugriff am 01.06.2023 unter https://doi.org/10.1371/journal.pone.0282838. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0282838
- Wilke, J. (2015). Die Bedeutung myofaszialer Ketten für das Bewegungssystem unter besonderer Berücksichtigung des mechanischen Krafttransfers. Diss. Uni Frankfurt, FB Medizin

## Verwandte Begriffe

- [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/)
- [Mesozyklus (MEZ)](https://schwimmlexikon.de/mesozyklus-mez/)
- [Leistungsausprägung](https://schwimmlexikon.de/leistungsauspraegung/)
- [Unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV)](https://schwimmlexikon.de/unmittelbare-wettkampfvorbereitung-uwv/)
- [Trainingsumfang](https://schwimmlexikon.de/trainingsumfang/)
- [Trainingsintensität](https://schwimmlexikon.de/trainingsintensitaet/)
- [Start](https://schwimmlexikon.de/start/)
- [Spezialisierung, sportliche](https://schwimmlexikon.de/spezialisierung-sportliche/)
- [Anthropometrie](https://schwimmlexikon.de/anthropometrie/)
- [Blockperiodisierung](https://schwimmlexikon.de/blockperiodisierung/)
- [Detraining](https://schwimmlexikon.de/detraining/)
- [Empfindung](https://schwimmlexikon.de/empfindung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Tapering. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/tapering/ (abgerufen am 4. November 2026).
