# Tempogefühl

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/tempogefuehl/
- Schlagwörter: Koordination, Leistungsvoraussetzung, Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-06
- Sprache: de

Tempogefühl (sense of speed, feeling for pace), auch (nicht ganz zutreffend) "[Zeitgefühl](https://schwimmlexikon.de/zeitgefuehl/)", Geschwindigkeitsgefühl; subjektives Empfinden für [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) und Zeiten im Verhältnis zur [Strecke](https://schwimmlexikon.de/distanz/) und beim [Staffelwechsel](https://schwimmlexikon.de/staffelwechsel/) in Abhängigkeit von Fremdbewegungen (→[Antizipation](https://schwimmlexikon.de/antizipation/)),

Das Tempogefühl beruht auf Trainingserfahrung (→[Erfahrung](https://schwimmlexikon.de/erfahrung/)), aber auch Veranlagung (→[Anlagen](https://schwimmlexikon.de/anlage/)), da es selbst zwischen langjährig trainierenden Schwimmern unterschiedlich ausgeprägt ist. Ein schwach entwickeltes Tempogefühl äußert sich im Unvermögen zwischen den [Trainingsbereichen/](https://schwimmlexikon.de/trainingsbereich/)[Belastungszonen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/) zu differenzieren, [Zeitvorgaben](https://schwimmlexikon.de/vorgabe/) einzuhalten, indem [Serien](https://schwimmlexikon.de/serie/) nicht kontinuierlich geschwommen und im [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) Durchgangszeiten nicht eingehalten werden. Besonders Kinder, aber auch Späteinsteiger bei [Masters](https://schwimmlexikon.de/masters/), haben solche Probleme. Das Tempogefühl ist stark an die [sportliche Form](https://schwimmlexikon.de/form-sportliche/) gebunden, so dass auch bei erfahrenen Sportlern durch plötzliche Veränderungen im Niveau der [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/) oder der [Technik](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/) der Bezug zur sonst vertrauten Renngeschwindigkeit abreißt. Es ist ein komplexes Geschehen aus [Wahrnehmungen](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/) der Umgebung („schnelle Bahn“) und des erlebten Aufwand-Nutzen-Verhältnisses („kein Gefühl, am Wasser vorbei gezogen“). Diese zeitlich-rhythmisch und dynamisch-räumlichen Komponenten der [Bewegungswahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/bewegungswahrnehmung/) eignet sich der Schwimmer im langjährigen [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) durch [selbstständige](https://schwimmlexikon.de/selbststaendigkeit/) und [bewusste](https://schwimmlexikon.de/bewusstheit/) Mitarbeit an (Schätzen der Zeiten, →[Tempowechsel](https://schwimmlexikon.de/tempowechsel/)).

## Verwandte Begriffe

- [Zeitgefühl](https://schwimmlexikon.de/zeitgefuehl/)
- [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/)
- [Distanz](https://schwimmlexikon.de/distanz/)
- [Staffelwechsel](https://schwimmlexikon.de/staffelwechsel/)
- [Antizipation](https://schwimmlexikon.de/antizipation/)
- [Erfahrung](https://schwimmlexikon.de/erfahrung/)
- [Anlage](https://schwimmlexikon.de/anlage/)
- [Trainingsbereich](https://schwimmlexikon.de/trainingsbereich/)
- [Angehverhalten](https://schwimmlexikon.de/angehverhalten/)
- [Antizipation, perzeptuelle](https://schwimmlexikon.de/antizipation-perzeptuelle/)
- [Differenzierungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/differenzierungsfaehigkeit/)
- [Geschwindigkeitsgefühl](https://schwimmlexikon.de/geschwindigkeitsgefuehl/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Tempogefühl. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/tempogefuehl/ (abgerufen am 1. November 2026).
