# Training, ideomotorisches

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/training-ideomotorisches/
- Englisch: IT
- Schlagwörter: Motorik, Psychoregulation, Training
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-10-24
- Sprache: de

Training, ideomotorisches (IT) (training, ideomotor), „eine Form des [mentalen Trainings](https://schwimmlexikon.de/training-mentales/), bei der man sich intensiv vorstellt, wie man selbst die [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) ausführt, indem man sich in den [Bewegungsablauf](https://schwimmlexikon.de/bewegungsablauf/) hineinversetzt ([Binnenperspektive](https://schwimmlexikon.de/innensicht/))“ (Hackfort in Röthig & Prohl,2003, S.264). IT fußt auf dem  [CARPENTER-Effekt](https://schwimmlexikon.de/carpenter-effekt/), wonach der Mensch in der Lage ist, wahrgenommene oder vorgestellte Bewegungen unwillkürlich nachzuvollziehen. Das setzt voraus, dass die Bewegung beherrscht wird. Das ideomotorische Training wird erfolgreich in der [Psychotherapie](https://schwimmlexikon.de/psychotherapie/), beim Erlernen handwerklicher Fertigkeiten und im [sportlichen Training](https://schwimmlexikon.de/training-sportliches/) angewandt. So verbessert motorische Vorstellungskraft die [propriozeptive](https://schwimmlexikon.de/propriozeption/) Genauigkeit über das reine körperliche Training hinaus (Solana-Tramunt & Bofill-Ródenas, 2025).Eine wichtige Grundlage ideomotorischen Trainings ist [Bewegungserfahrung](https://schwimmlexikon.de/bewegungserfahrung/), wobei die Schwimmer auch immer wieder angehalten werden sollten, die einzelnen Bewegungsabläufe ([Techniken](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/), [Rennverläufe](https://schwimmlexikon.de/renngestaltung/)) zu beschreiben. Dabei sind Regelmäßigkeit und Sorgfalt wichtige Voraussetzungen (Kirchner & Pöhlmann, 2005). Die Vorstellungsinhalte können sich auf mehrere [Bewegungszyklen](https://schwimmlexikon.de/bewegungszyklus/) (Durchschwimmen einer 200m-Strecke) als auch auf einzelne [Bewegungsphasen](https://schwimmlexikon.de/bewegungsphasen/) (z.B. [Start](https://schwimmlexikon.de/start/)) beziehen. Dabei können die [Parameter](https://schwimmlexikon.de/parameter/) ausgewählt werden, nach –

der Bewegungszeit,

dem Bewegungsumfang,

einem Schwerpunkt,

dem Bewusstmachen bestimmter Körperteile,

dem Bewegungsrhythmus.

Nicht zu unterschätzen ist dabei der Verbrauch [psychischer Energie,](https://schwimmlexikon.de/energie-psychische/) weshalb unmittelbar vor dem [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) IT nicht erfolgen sollte. (Baumann, 2006). Die Wirkung des IT kann durch Kombination mit [Entspannungsmethoden](https://schwimmlexikon.de/entspannungstechniken-verfahren/), insbesondere sportartenbezogene Modifikationen des [autogenen Training](https://schwimmlexikon.de/9938-2/) s, durch zielgerichtete Observation des eigenen Bewegungsablaufs z. B. über [Videoaufzeichnungen](https://schwimmlexikon.de/videotechnik/) oder Ringschleifen sowie spezieller praktischer [Imitationsübungen](https://schwimmlexikon.de/imitationsuebung/) erhöht bzw. verstärkt werden (Frester, 1984). →[Lernen, motorisches](https://schwimmlexikon.de/lernen-motorisches/),

Exkurs (Beispiel aus dem DSV/Wasserspringen): „Beim ideomotorischen Training stellen sich die Athleten die Bewegungsausführung aus der sogenannten „Innenperspektive“ vor. Hier spielen neben der reinen visuellen Vorstellung, auch weitere, sinnliche Wahrnehmungen eine zentrale Rolle (Akustik, Haptik und auch der [Gleichgewichtssinn](https://schwimmlexikon.de/gleichgewichtsfaehigkeit/), der die Orientierung im Raum mit beeinflusst). Diese Form des Trainings wird auch als die „Höchstform“ des Mentalen Trainings bezeichnet, weil solche [Antizipation](https://schwimmlexikon.de/antizipation/) sleistungen höchst komplex und somit auch schwer zu erlernen sind. In der Vergangenheit wurde für diese Form des Mentalen Trainings auch immer ein grundsätzlich entspannter Zustand als notwendig erachtet. Dies hat sich mittlerweile geändert. Mental trainiert wird eher im Sinne von „Imitationsübungen“ am Beckenrand, also an dem Ort, in der Nähe der Sportgeräte und in der Umgebung, in der dieser Sprung dann später auch realisiert werden soll.“ (Prof. Stoll, Uni Halle; [http://www.die-sportpsychologen.de/2015/03/02/prof-dr-oliver-stoll-kopfsache-bewegung/](http://www.die-sportpsychologen.de/2015/03/02/prof-dr-oliver-stoll-kopfsache-bewegung/).)

## Quellen

- Baumann, S. (2006). Psychologie im Sport. Aachen: Meyer
- Frester, R. (1984). Ideomotorisches Training (IT) im Sport. Medizin und Sport, 4 (24), S. 121-124
- Kirchner & Pöhlmann (2005). Lehrbuch der Sportmotorik. Lehrbuch der Uni Kassel 2005
- Solana-Tramunt & Bofill-Ródenas (2025). Motor imagery enhances core training effects on lumbar proprioception in elite swimmers: a randomized controlled trial. Frontiers in Physiology, 16, 1667536. Zugriff am 16.09.2025 unter https://doi.org/10.3389/fphys.2025.1667536. https://doi.org/10.3389/fphys.2025.1667536

## Verwandte Begriffe

- [Training, mentales](https://schwimmlexikon.de/training-mentales/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Bewegungsablauf](https://schwimmlexikon.de/bewegungsablauf/)
- [Innensicht](https://schwimmlexikon.de/innensicht/)
- [Carpenter-Effekt](https://schwimmlexikon.de/carpenter-effekt/)
- [Psychotherapie](https://schwimmlexikon.de/psychotherapie/)
- [Training, sportliches](https://schwimmlexikon.de/training-sportliches/)
- [Propriozeption](https://schwimmlexikon.de/propriozeption/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Training, ideomotorisches. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/training-ideomotorisches/ (abgerufen am 4. Oktober 2026).
