# Überlernen

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/ueberlernen/
- Schlagwörter: Didaktik, Lernen, Schwimmen, Technik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-09
- Sprache: de

Überlernen (overlearning; overpractice), Fortführen des [Übens](https://schwimmlexikon.de/ueben/), nachdem das Lernziel bereits erreicht wurde (Bergius, 1971).

Überlernen ist ein grundlegendes methodisches Vorgehen bei der Vervollkommnung [sportlicher Techniken](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/) (→[Stabilisierung der Feinkoordination](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung-der-feinkoordination/)). Damit soll ein Stoff oder eine Technik besonders gefestigt werden, wobei der Übungseffekt mit zunehmender Übungsdauer geringer wird (→[Deckeneffekt,](https://schwimmlexikon.de/deckeneffekt/) →[Anpassungsreserve](https://schwimmlexikon.de/anpassungsreserve/)). Nach Schnabel (2008, S. 278) würde die Bezeichnung Technik-Vervollkommnungs- und Stabilisierungstraining dem Anliegen besser entsprechen. Die [Schwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/) kann besonders durch technikorientiertes [Koordinationstraining](https://schwimmlexikon.de/koordinationstraining/) weiter verbessert werden. Das Motto ist dabei an Bernstein (1988) angelehnt „Wiederholen, ohne sich zu wiederholen“. Einmal durch die „anatomische Freiheit“ (z.B. [Freiheitsgrade](https://schwimmlexikon.de/freiheitsgrad/) des Schultergelenks) und zum anderen durch sich ständig verändernde situative, konditionelle und psychische Bedingungen ist keine [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) exakt wiederholbar. Schöllhorn (2009) spricht in diesem Zusammenhang vom „Rauschen, als ungewollte [Variabilität](https://schwimmlexikon.de/variabilitaet/)“. Deshalb sollten beim Überlernen die Bewegungsausführungen immer wieder variiert werden, um dem Schwimmer die Chance zu geben, sein individuelles [Bewegungsmuster](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmuster/) von sich aus (implizit) zu finden (Reischle, 2015, S.116).

## Quellen

- Bergius, R. (1971). Psychologie des Lernens. Kohlhammer-Stuttgart
- Schöllhorn, W. (2009). Differenzielles Lernen und Lernen im Sport. Leistungssport, 58, 36-40

## Verwandte Begriffe

- [Üben](https://schwimmlexikon.de/ueben/)
- [Technik, sportliche](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/)
- [Stabilisierung der Feinkoordination](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung-der-feinkoordination/)
- [Deckeneffekt](https://schwimmlexikon.de/deckeneffekt/)
- [Anpassungsreserve](https://schwimmlexikon.de/anpassungsreserve/)
- [Schwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/)
- [Koordinationstraining](https://schwimmlexikon.de/koordinationstraining/)
- [Freiheitsgrad](https://schwimmlexikon.de/freiheitsgrad/)
- [Deliberate practice](https://schwimmlexikon.de/deliberate-practice/)
- [Differenzierungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/differenzierungsfaehigkeit/)
- [Interferenz](https://schwimmlexikon.de/interferenz/)
- [Techniktraining](https://schwimmlexikon.de/techniktraining/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Überlernen. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/ueberlernen/ (abgerufen am 22. Oktober 2026).
