# Versagensangst

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/versagensangst/
- Englisch: fear of failure
- Schlagwörter: Psychologie, Wettkampf
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-11
- Sprache: de

Versagensangst (fear of failure), „subjektiv wahrgenommene [Angst](https://schwimmlexikon.de/angst/), [Leistungsanforderungen](https://schwimmlexikon.de/leistungsziel/) und Erwartungen nicht gerecht zu werden oder an persönlichen Entwicklungsaufgaben zu scheitern“. (Wörterbuch Psychologie 2004).

Versagensangst kann in allen Lebensbereichen wie Beruf oder [Sexualität](https://schwimmlexikon.de/sexualitaet/) und auch [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/) hinsichtlich der Bewältigung von Trainings- oder Wettkampfanforderungen vorkommen (→[Lampenfieber](https://schwimmlexikon.de/lampenfieber/), →[Nervosität](https://schwimmlexikon.de/nervositaet/)).  Eine große Rolle spielen hierbei Gedanken, die den [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolgserlebnis/) in Frage stellen. Dabei gibt es drei Möglichkeiten mit sehr unterschiedlichem Erfolg:

 	1. [Gedanken](https://schwimmlexikon.de/gedanken/) verdrängen, was zu einem „Reboundeffekt“ führt, d.h. zu einem Teufelskreis, da gerade diese Gedanken alles überlagern und der Sportler immer ängstlicher wird.

 	2. Durch [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/) an etwas Neutrales kann man nur bedingt von belastenden Gedanken ablenken, da der subjektive Anreiz fehlt und der gleiche Effekt wie oben auftritt.

 	3. Anders ist das, wenn an etwas Erfreuliches gedacht wird. Diese positiven Gedanken müssen sich aber so stabil im [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/) verankern, dass eine Rückkehr zum negativen Gedanken nicht mehr möglich ist. In der Praxis heißt das, sich seine Stärken bewusst machen und nicht vordergründig mit den eigenen [Misserfolgen](https://schwimmlexikon.de/misserfolgserlebnis/) und [Fehlern](https://schwimmlexikon.de/fehler/) beschäftigen.

Im [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) sollte man den Rennverlauf und nicht die Person des [Gegners](https://schwimmlexikon.de/gegner/) in den Mittelpunkt stellen. Selbstbeurteilung und [Selbstbild](https://schwimmlexikon.de/selbstbild/) sollten nicht an [Sieg](https://schwimmlexikon.de/sieg/) und [Niederlage](https://schwimmlexikon.de/niederlage/) geknüpft werden, da diese viel zu wechselhaft sind. Niederlagen sollten ebenso wie der Sieg als Komponenten sportlichen Wetteiferns akzeptiert werden (Baumann, 2006). →[Wettkampfangst](https://schwimmlexikon.de/wettkampfangst/)

 
„Ich wusste immer, dass das Leben auch weitergeht, wenn ich verliere.“ Michael Groß (zitiert in http://bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=30224365)

## Quellen

- Baumann, S. (2006). Psychologie im Sport. Aachen: Meyer

## Verwandte Begriffe

- [Angst](https://schwimmlexikon.de/angst/)
- [Leistungsziel](https://schwimmlexikon.de/leistungsziel/)
- [Sexualität](https://schwimmlexikon.de/sexualitaet/)
- [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/)
- [Lampenfieber](https://schwimmlexikon.de/lampenfieber/)
- [Nervosität](https://schwimmlexikon.de/nervositaet/)
- [Erfolgserlebnis](https://schwimmlexikon.de/erfolgserlebnis/)
- [Gedanken](https://schwimmlexikon.de/gedanken/)
- [Blockade, psychische](https://schwimmlexikon.de/blockade-psychische/)
- [Kindeswohl](https://schwimmlexikon.de/kindeswohl/)
- [Misserfolgserlebnis](https://schwimmlexikon.de/misserfolgserlebnis/)
- [Stressabbau/bewältigung](https://schwimmlexikon.de/stressabbaubewaeltigung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Versagensangst. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/versagensangst/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
