# Wachstumshormon (GH)

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/wachstumshormon-gh/
- Englisch: growth hormone
- Schlagwörter: Biochemie, Doping, Physiologie, Talentauswahl
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-15
- Sprache: de

Wachstumshormon (GH) (growth hormone), auch Somatropin (HGH); „Im vorderen Hypophysenlappen gebildetes [Hormon](https://schwimmlexikon.de/hormone/), das das [Längenwachstum](https://schwimmlexikon.de/laengenwachstum/) und speziell das [Wachstum](https://schwimmlexikon.de/wachstum/) der langen Röhrenknochen stimuliert. Wachstumshormon steht auf der [Dopingliste](https://schwimmlexikon.de/dopingliste/). Während einer aktuellen körperlichen Aktivität wird die Abgabe von Wachstumshormon gesteigert, wobei längerfristiges körperliches [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) allerdings dann wieder zu einer Abschwächung dieser Reaktion führt“ (Kent & Rost, 1994, S.456).

Wachstumshormon wird in einem tageszeitlichen Rhythmus in mehreren Schüben in den [Blutkreislauf](https://schwimmlexikon.de/herz-kreislaufsystem/) freigesetzt, besonders in den Abendstunden kurz nach dem Einschlafen. Bei [Kindern](https://schwimmlexikon.de/kind/) bewirkt Wachstumshormon Dicken- und Längenwachstum des noch nicht verknöcherten [Knorpels](https://schwimmlexikon.de/knorpel/) und kann je nach Unter- oder Überproduktion zu Klein- bzw. Riesenwuchs führen. Bei Erwachsenen reagieren Hände und Füße, sowie Unterkiefer (Vergröberung des Gesichts) und innere Organe. Da GH auch das Muskel- und Fettgewebe sowie verschiedene [Stoffwechselvorgänge](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/) wie Blutzuckerbildung, [Fettabbau](https://schwimmlexikon.de/fatburner/) und [Muskelaufbau](https://schwimmlexikon.de/muskelaufbau/) reguliert, ist es auch im Erwachsenenalter für einen gesunden Stoffwechsel wichtig.

Da im [Sportschwimmen](https://schwimmlexikon.de/sportschwimmen/) lange Extremitäten und große Füße/Hände leistungsfördernd sind, ist ein zunehmendes („kriminelles“) Interesse an Wachstumshormonen zu befürchten. Allerdings ist die durch GH hervorgerufene Akromegalie (durch GH verursachtes Krankheitsbild) nicht reversibel und verkürzt die Lebenserwartung (Reents, 2000). Mit Somatropin verbinden sich besonders in diversen Fitnesscenter viele Hoffnungen und Mysterien. So nimmt man an, dass es [Muskeln](https://schwimmlexikon.de/muskel/) auf- und [Fett](https://schwimmlexikon.de/fettstoffwechseltraining/) abbaut, den Heilungsprozess bei [Verletzungen](https://schwimmlexikon.de/verletzung/) beschleunigt (→[Wachstumsfaktoren](https://schwimmlexikon.de/wachstumsfaktoren-gf/)), als Jungbrunnen („Anti-Aging“-Mittel) wirke und Menschen vor [Traumata](https://schwimmlexikon.de/trauma/) schütze. Doch die Forschungsergebnisse reichen nicht aus, um bei einem isolierteren Ausfall der Wachstumshormone HGH zu verschreiben. Wer nach einem Unfall [Symptome](https://schwimmlexikon.de/symptom/) wie Müdigkeitsanfälle oder [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/) sstörungen nicht loswird, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen — am besten einen Endokrinologen. ([http://www.menshealth.de/artikel/was-bringt-das-wachstumshormon-hgh-wirklich.490384.html](http://www.menshealth.de/artikel/was-bringt-das-wachstumshormon-hgh-wirklich.490384.html)). Seit 1999 ist Somatropin zuverlässig nachweisbar, zählt zu den [Dopingmitteln](https://schwimmlexikon.de/dopingmittel/) und ist vom [IOC](https://schwimmlexikon.de/internationales-olympisches-komitee-ioc/) verboten.

Exkurs: Körpergröße ist im Leistungsschwimmen von Vorteil. Das verführt ehrgeizige Eltern dazu bei Kindern mit Somatropin „nachzuhelfen“. Aber Achtung, unabhängig vom Strafbestand ([Doping](https://schwimmlexikon.de/dopingstrafen/)), Somatotropin führt zu Wachstum nicht nur in die Höhe (Körperhöhe), sondern zu übermäßigen Wachstum an den noch nicht verknöcherten Zonen in den Körperenden (Akren) wie Nase, Kinn, Finger und dem Schädelknochen sowie bei allen Weichteilen (z.B. Cardiomegalie). Überdosierungen können deshalb zu Karpaltunnelsyndrom (Druckschaden des nervus medianus) führen, einer verminderten Glukosetoleranz (damit einer gewachsenen Tendenz zu Diabetes), Brustvergrößerungen (sogar bei Männern) und Flüssigkeitsretentionen (Störungen im Wasserhaushalt), Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Wachstum der inneren Organe, Wachstum an Nase, Kinn, Ohren und Stirn. Liebe Eltern, sie machen ihr Kind vielleicht etwas schneller, aber hässlich und krank.

## Quellen

- Reents, S. (2000). Sport and Exercise Pharmacology. Leeds: Human Kinetics

## Verwandte Begriffe

- [Hormone](https://schwimmlexikon.de/hormone/)
- [Längenwachstum](https://schwimmlexikon.de/laengenwachstum/)
- [Wachstum](https://schwimmlexikon.de/wachstum/)
- [Dopingliste](https://schwimmlexikon.de/dopingliste/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Herz-Kreislaufsystem](https://schwimmlexikon.de/herz-kreislaufsystem/)
- [Kind](https://schwimmlexikon.de/kind/)
- [Knorpel](https://schwimmlexikon.de/knorpel/)
- [Aufholwachstum](https://schwimmlexikon.de/aufholwachstum/)
- [Breitenwachstum](https://schwimmlexikon.de/breitenwachstum/)
- [Detraining](https://schwimmlexikon.de/detraining/)
- [Dopingmittel](https://schwimmlexikon.de/dopingmittel/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Wachstumshormon (GH). In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/wachstumshormon-gh/ (abgerufen am 22. Oktober 2026).
