# Wertorientierung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/wertorientierung/
- Englisch: value orientation
- Schlagwörter: Gesellschaft, Kind, Pädagogik, Psychologie, Soziologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-15
- Sprache: de

Wertorientierung (value orientation), „[Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/) des Menschen, gesellschaftliche und individuelle Tätigkeiten sowie ihre unterschiedlichen Ergebnisse zu erkennen und zu werten“ (Kuhnke & Sperling in Schnabel & Thieß, 1993, S. 948). Sie sind Ausdruck der Bedeutsamkeit, die den Eigenschaften zur [Bedürfnisbefriedigung](https://schwimmlexikon.de/beduerfnis/) beigemessen werden. Wertorientierungen stehen damit in enger Wechselwirkung zu den [Motiven](https://schwimmlexikon.de/motiv/), werden aber nur unter bestimmten Bedingungen handlungswirksam: bei hoher Priorität, bei subjektiver Bedrohung (→[Gesundheit](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/)), bei hinreichenden Kontrollmöglichkeiten und nicht übermäßigen negativen Begleiterscheinungen (Nitsch & Singer, 2001). So muss der Aussage „[Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/) ist gesund“ nicht aktives Sporttreiben folgen. →[Werturteil](https://schwimmlexikon.de/werturteil/)

 

Exkurs: nach einer Pressemitteilung von UNICEF (8.12.2010) verfügen deutsche Kinder entgegen verbreiteter Ansichten von einem drohenden „Werteverfall“ über ein feines Gespür für Werte und haben eine starke Wertorientierung. So sagen 75 Prozent der 6- bis 14-Jährigen, dass ihnen „[Familie](https://schwimmlexikon.de/familie/)“ und „[Freundschaft](https://schwimmlexikon.de/freundschaft/)“ „total wichtig“ sind. Daneben haben personenbezogene Werte wie „Geborgenheit“, „[Vertrauen](https://schwimmlexikon.de/vertrauen/)“, „Ehrlichkeit“ und „[Zuverlässigkeit](https://schwimmlexikon.de/zuverlaessigkeit/)“ für die Kinder einen klar höheren Stellenwert als etwa „Geld/Besitz“, „Durchsetzungsfähigkeit“, „Ordnung“ oder „Glaube“. Werte wie „Vertrauen“ und „Respekt“ sind für die Kinder in den vergangenen Jahren sogar immer wichtiger geworden“ ([http://www.erzieherin.de/wertorientierung-von-kindern.html](http://www.erzieherin.de/wertorientierung-von-kindern.html)).

## Quellen

- Nitsch & Singer (2001). Psychologische Aspekte des Schulsports. In Gabler/Nitsch/Singer: Einführung in die Sportpsychologie. Schorndorf: Hofmann 2001. 109-152

## Verwandte Begriffe

- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Bedürfnis](https://schwimmlexikon.de/beduerfnis/)
- [Motiv](https://schwimmlexikon.de/motiv/)
- [Gesundheit](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/)
- [Sport](https://schwimmlexikon.de/sport/)
- [Werturteil](https://schwimmlexikon.de/werturteil/)
- [Familie](https://schwimmlexikon.de/familie/)
- [Freundschaft](https://schwimmlexikon.de/freundschaft/)
- [Beobachtungslernen](https://schwimmlexikon.de/beobachtungslernen/)
- [Bezugsperson](https://schwimmlexikon.de/bezigsperson/)
- [Dropout](https://schwimmlexikon.de/4285-2/)
- [Egoismus](https://schwimmlexikon.de/egoismus/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Wertorientierung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/wertorientierung/ (abgerufen am 4. November 2026).
