# Wettkampftyp

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/wettkampftyp/
- Englisch: competitive type
- Schlagwörter: Leistungsvoraussetzung, Psychologie, Talent, Wettkampf
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-15
- Sprache: de

Wettkampftyp (competitive type), [Sportler](https://schwimmlexikon.de/sportler/), der sein [Leistungsvermögen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvermoegen/) beständig im [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) optimal umsetzt und sich in der direkten Auseinandersetzung mit dem Gegner steigern kann. Wettkampftypen vertrauen der Wirksamkeit ihrer [Handlungen](https://schwimmlexikon.de/handlung/), glauben so an den [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolg/) und fürchten den [Misserfolg](https://schwimmlexikon.de/misserfolgserlebnis/). Probleme werden als Herausforderungen gesehen, auf die sie aktiv zugehen und Lösungen anstreben. Ein Glücksfall für jeden Trainer! „Für den typischen Wettkampfsportler besteht das halbe Leben aus dem Vergleichen mit anderen. Sein gesamtes Tun zielt darauf ab, Erfolg zu haben, sein [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) genauso wie seine [Ernährung](https://schwimmlexikon.de/ernaehrung/), sein [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/) oder Liebesleben. Erfolg ist das [Motiv](https://schwimmlexikon.de/motiv/), das für sein jeweiliges Handeln ausschlaggebend ist. Tritt dieser Erfolg nicht ein, lässt sich der Erfolgsmotivierte keinesfalls entmutigen oder resigniert gar. Seine [Reaktion](https://schwimmlexikon.de/reaktion/) ist ganz im Gegenteil eine gesteigerte Motivation, ein Jetzt-erst-recht! Eine bedeutende Rolle spielt dabei sein recht hohes [Aggression](https://schwimmlexikon.de/aggression/) spotential.“ (Heidinger, G. unter: [http://www.flexyfitplus.com/flexyfit-sport-fitness-artikel/download/wettkampftyp-oder-trainingsweltmeister.pdf](http://www.flexyfitplus.com/flexyfit-sport-fitness-artikel/download/wettkampftyp-oder-trainingsweltmeister.pdf)).  →[Vorstartzustand](https://schwimmlexikon.de/vorstartzustand/), Gegenteil: →“[Trainingsweltmeister](https://schwimmlexikon.de/trainingsweltmeister/)“

Ist der Wettkampftyp angeboren und, wenn ja, sollte er dann bei der Talentauswahl nicht entsprechend berücksichtigt werden? Mit einem Stressverarbeitungsfragebogen angepasst für Kinder und Jugendliche (SVF-KJ) (Hampel et al.,2001) konnte jungen Schwimmern eine positive Prognose bezüglich der [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/) bescheinigt werden, ihr Leistungspotential auch im Wettkampf abrufen zu können. Die Autoren folgern: „Je passender die Zielformulierung zum Motiv und zur Impulsivität des Athleten bzw. der Athletin, desto größer werden [Durchhaltewille](https://schwimmlexikon.de/durchhaltefaehigkeit/) und Engagement bei der Zielverfolgung sein und desto sicherer wird er bzw. sie vom [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/) auch in kritischen Situationen „zu greifen“ und zu motivieren sein.“ (Stoll & Membel, 2015).

 Exkurs: „Man hat’s oder man hat’s nicht“, so urteilen manche Trainer über den Wettkampftyp. Man sollte aber bei einem [Talent](https://schwimmlexikon.de/talent/) die Hoffnung nicht aufgeben, wie das Beispiel eines unserer erfolgreichsten Schwimmer zeigt. Thomas Rupprath war zunächst der klassische Trainingsweltmeister. Er hatte aber den mutigen Schritt zum [Profi](https://schwimmlexikon.de/professional/)-Dasein getan. Nun hing seine Existenz davon ab, dass er Weltklasseleistungen zeigte und das vergegenwärtigte er sich während des Wettkampfes. Gedanken wie „Wenn ich nicht Rekord schwimme, muss ich wieder arbeiten gehen" schossen ihm durch den Kopf und lähmten ihn. Deshalb suchte Thomas Rat und Betreuung von einem [Sportpsychologen](https://schwimmlexikon.de/sportpsychologie/). Nach dessen Strategie ging es darum, mit ein paar einfachen Techniken wie [Selbstgesprächregulation](https://schwimmlexikon.de/selbstgespraechregulation/) und [Autogenem Training](https://schwimmlexikon.de/9938-2/) diese Gedanken zu „parken“. Vereinfacht gesagt, wurde der Dialog des Athleten mit sich selbst verändert. Seither war Thomas ganz im Hier und Jetzt, wenn er auf dem [Startblock](https://schwimmlexikon.de/startblock/) stand, schwamm Welt- und Europarekorde und holte Medaillen bei internationalen Meisterschaften. (Moll, 2004).
 „In der heutigen Zeit ist es ja so, dass die acht Leute die im Finale stehen ein ähnliches Niveau haben. Aber bei den meisten ist es dann so, dass der, der gewinnt, wirklich der ist, der am meisten an sich selbst glaubt.“ (Britta Steffen, Deutschlandradio-Kultur am 6.01.2008)

## Verwandte Begriffe

- [Sportler](https://schwimmlexikon.de/sportler/)
- [Leistungsvermögen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvermoegen/)
- [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/)
- [Handlung](https://schwimmlexikon.de/handlung/)
- [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolg/)
- [Misserfolgserlebnis](https://schwimmlexikon.de/misserfolgserlebnis/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Ernährung](https://schwimmlexikon.de/ernaehrung/)
- [Cup](https://schwimmlexikon.de/cup/)
- [Hauptwettkampf](https://schwimmlexikon.de/hauptwettkampf/)
- [Kohäsion](https://schwimmlexikon.de/kohaesion/)
- [Trainingsweltmeister](https://schwimmlexikon.de/trainingsweltmeister/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Wettkampftyp. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/wettkampftyp/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).
