# Zentralnervensystem

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/
- Englisch: ZNS
- Schlagwörter: Anatomie, Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-17
- Sprache: de

Zentralnervensystem (ZNS) (central nervous system), Zentralorgan des [Nervensystems](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/) mit [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/), [Kleinhirn](https://schwimmlexikon.de/kleinhirn/) und Rückenmark, das integrative Zentrum vom [sensorischen Rezeptor](https://schwimmlexikon.de/system-sensorisches/) bis zum motorischen [Effektor](https://schwimmlexikon.de/effektor/). Für sportliche [Bewegungen](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) sind die Bereiche des Kleinhirns und des Zwischenhirns bedeutsam.

Eine finnische Studie zur Überprüfung motorischer [Vielseitigkeit](https://schwimmlexikon.de/vielseitigkeit/) zeigte, dass bei Sportlern das ZNS die Bildung und Entstehung der [Muskeln](https://schwimmlexikon.de/muskel/) sowie deren Aufbau beeinflusst. Schwimmer waren nicht in der Lage, in ihren Beinmuskeln einen ebenso starken [Dehnungsreflex](https://schwimmlexikon.de/dehnungsreflex/) auszulösen wie Springer. Der Grund hierfür ist ein anderes Erregungsmuster, was zu einer schlechteren [Sprungleistung](https://schwimmlexikon.de/sprung/) führte. Die Forscher begründeten diese Unterschiede mit den spezifischen Besonderheiten der jeweiligen [Sportarten](https://schwimmlexikon.de/sportart/) und insbesondere den Folgen für das ZNS durch das jahrelange [Training](https://schwimmlexikon.de/training/). Sie folgerten daraus, dass „ein längeres Training in einer bestimmten Sportart dazu führt, dass das zentrale Nervensystem die Muskelkoordination den Anforderungen dieser Sportart entsprechend programmiert“ und darüber hinaus „das erlernte Fähigkeit-Reflex-Muster des ZNS hierarchisch in das Leistungsprogramm von anderen Aufgaben einzugreifen scheint“. (Shephard, 2011). Man weiß heute, dass in Abhängigkeit von [Belastungsart](https://schwimmlexikon.de/belastungsgestaltung/), Dauer und Intensität sowohl zentral als auch peripher auf Nerven wirkende (neurotrophe) Faktoren ausgeschüttet werden, die u.a. die [Neurogenese](https://schwimmlexikon.de/neurogenese/), z.B. in der für [Gedächtnisleistung](https://schwimmlexikon.de/gedaechtnis/) relevanten Hippocampusformation anregen. Darüber hinaus werden diesen Wachstumsfaktoren teilweise ein die Nervenzellen schützender (neuroprotektiver) Effekt, sowie ein Einfluss auf den Stoffwechsel von [Neuronen](https://schwimmlexikon.de/neuron/) zugesprochen. Ferner könnte [Laktat](https://schwimmlexikon.de/laktatbildung/) als zentraler Brennstoff funktionelle Anpassungen des ZNS vor und nach Belastung erklären (Zimmer et al. 2015).

## Verwandte Begriffe

- [Nervensystem](https://schwimmlexikon.de/nervensystem/)
- [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/)
- [Kleinhirn](https://schwimmlexikon.de/kleinhirn/)
- [System, sensorisches](https://schwimmlexikon.de/system-sensorisches/)
- [Effektor](https://schwimmlexikon.de/effektor/)
- [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)
- [Vielseitigkeit](https://schwimmlexikon.de/vielseitigkeit/)
- [Muskel](https://schwimmlexikon.de/muskel/)
- [Acetylcholin](https://schwimmlexikon.de/acetylcholin/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Adoleszenz](https://schwimmlexikon.de/adoleszenz-2/)
- [Afferenz](https://schwimmlexikon.de/afferenz/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Zentralnervensystem. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/ (abgerufen am 17. Oktober 2026).
