# Zieltechnik

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/zieltechnik/
- Englisch: target-technique
- Schlagwörter: Planung, Schwimmen, Technik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-17
- Sprache: de

Zieltechnik (target-technique), „eine an die tatsächlich vorliegenden Personen- und oder Gruppenmerkmale angepasste Form des [Technikleitbildes](https://schwimmlexikon.de/leitbild/)“ (Neumaier & Krug, 2003, 443). Damit unterscheidet sich die Zieltechnik durch ihren Fokus auf das trainierende Individuum vom Technikleitbild als optimale, personenunabhängige Bewegungsfolge zur Lösung einer sportlichen Aufgabe (Hohmann, et al. 2002). Bei der Ableitung der konkreten Zieltechnik aus dem Technikleitbild sind [anthropometrische](https://schwimmlexikon.de/anthropometrie/) Merkmale, [biologisches](https://schwimmlexikon.de/alter-biologisches/) und [Trainingsalter](https://schwimmlexikon.de/trainingsalter/), [konditionelle](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/) und [koordinative Leistungsvoraussetzungen](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-koordinative/) und Bedingungen des [Umfeldes](https://schwimmlexikon.de/umfeld/) (Wassertemperatur, Beckentiefe usw.) zu beachten. Im Idealzustand müssten technisches Leitbild ([Idealtechnik](https://schwimmlexikon.de/idealtechnik/)) und Zieltechnik übereinstimmen.

Die Zieltechnik wird im [Schwimmen](https://schwimmlexikon.de/schwimmen/) mehr durch [Erfahrungen](https://schwimmlexikon.de/erfahrung/) und Eindrücke (Technik erfolgreicher Schwimmer) bestimmt als durch wissenschaftliche [Analysen](https://schwimmlexikon.de/technikanalyse/). Die derzeitigen [Erkenntnisse](https://schwimmlexikon.de/erkenntnis/) bei der Beschreibung von [Schwimmtechniken](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/), [Starts](https://schwimmlexikon.de/start/) und [Wenden](https://schwimmlexikon.de/wende/) basieren im Wesentlichen auf der [Beobachtung](https://schwimmlexikon.de/beobachtung/) der weltbesten Schwimmer. In der sportwissenschaftlichen Literatur existieren zwar vereinzelt quantitativ-[biomechanische](https://schwimmlexikon.de/3680-2/) Analysen, diese beschränken sich allerdings auf Messungen einzelner Körperpunkte, wie z.B. Hand-, Hüft- und Fußgelenke. Ein ganzheitlich [valides](https://schwimmlexikon.de/validitaet/) (gültiges) Technikmodell zu den Schwimmtechniken steht aufgrund messmethodischer Probleme noch aus. Ursache dafür sind die Schwierigkeiten, die von den rotatorischen Gelenkbewegungen (→[Rotation](https://schwimmlexikon.de/rotation/)) abgeleiteten antreibenden und bremsenden Faktoren hinreichend exakt zu bestimmen. Ein Blick in die derzeitige Weltspitze zeigt, dass die Lösungsmöglichkeiten bei der Realisierung der einzelnen Schwimmtechniken, Starts und Wenden vielfältig sind. Ziel einer Technikbeschreibung unter morphologischen Gesichtspunkten ist das Auffinden übergreifender Aspekte, die dann thematisch in der [Grundausbildung](https://schwimmlexikon.de/grundausbildung-schwimmerische/), im [Grundlagen](https://schwimmlexikon.de/grundlagentraining/)- und [Aufbautraining](https://schwimmlexikon.de/aufbautraining-abt/) aufgegriffen werden. Im [Anschluss](https://schwimmlexikon.de/anschlusstraining/)- und [Hochleistungstraining](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/) sollte dann auf Grundlage einer Stärken- und Schwäche-Analyse die individuell optimale Zieltechnik herausgearbeitet (→[Feinkoordination](https://schwimmlexikon.de/feinkoordination/)) werden. In diesem Trainingsstadium kann es nach bisherigem Erkenntnisstand nicht eine übergreifende Zieltechnik geben, sondern lediglich eine auf die aktuellen persönlichen Voraussetzungen abgestimmte [Technikvariante](https://schwimmlexikon.de/technikvariante/) (→[Stil](https://schwimmlexikon.de/stil-sportlicher/)).  Das ändert aber nichts daran, dass der [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/) in den Feldern  „[motorisches Lernen“](https://schwimmlexikon.de/lernen-motorisches/) und  „Biomechanik“ zuhause sein muss, denn erst dann kann er experimentieren und neue Technikvarianten erschließen oder erklären, was dem [Sportler](https://schwimmlexikon.de/sportler/) oft gefühlsmäßig gelingt. →[Techniktraining](https://schwimmlexikon.de/techniktraining/)

 

## Verwandte Begriffe

- [Leitbild](https://schwimmlexikon.de/leitbild/)
- [Anthropometrie](https://schwimmlexikon.de/anthropometrie/)
- [Alter, biologisches](https://schwimmlexikon.de/alter-biologisches/)
- [Trainingsalter](https://schwimmlexikon.de/trainingsalter/)
- [Konditionelle Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/)
- [Fähigkeit, koordinative](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-koordinative/)
- [Umfeld](https://schwimmlexikon.de/umfeld/)
- [Idealtechnik](https://schwimmlexikon.de/idealtechnik/)
- [Anschauungsmittel](https://schwimmlexikon.de/anschauungsmittel/)
- [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolg/)
- [Fehleranalyse](https://schwimmlexikon.de/fehleranalyse/)
- [Grobfehler](https://schwimmlexikon.de/grobfehler/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Zieltechnik. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/zieltechnik/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).
