Öffnet in einem neuen Tab

Begriff

Geschwindigkeit

Geschwindigkeit (velocity; speed), Raum-Zeit-Maß eines bewegten Körpers, definiert als Differentialquotient des Wegs nach der Zeit. Es werden die konstante und die momentane Geschwindigkeit unterschieden.

Im Schwimmen ist z.B. die momentane Geschwindigkeit die Absprunggeschwindigkeit beim Startsprung, während die konstante Geschwindigkeit die auf der Strecke wäre, die aber zumeist schwankt und als Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt wird. Theoretisch, d.h. im Sinne einer effektiven Nutzung der energetischen Ressourcen, wäre eine konstante Schwimmgeschwindigkeit anzustreben. Das entspricht aber nicht den meisten Rennverläufen, zumal hier auch taktische Momente eine Rolle spielen (Wick, 2005). Bei der Festlegung einer optimalen Tempogestaltung ist eine stärkere Individualisierung in Betracht zu ziehen (McGibbon et al. 2018).  →Taktik, →Wettkampfanalyse, →kritische Schwimmgeschwindigkeit

Während bislang die Schwimmgeschwindigkeit aus Videoanalysen ermittelt wurde, bietet inzwischen eine Kombination von integriertem Beschleunigungssensor und GPS-Gerät ein valides und genaues Werkzeug zur Messung der Schwimmgeschwindigkeit (Beanland et al. 2014). Weitere Erfahrungen wurden mit Inertielsensoren (Stamm et al. 2013) gewonnen. Zur Technikanalyse werden intrazyklische Geschwindigkeitsschwankungen mit automatischem Tracking (AT) bestimmt (Olstad et al. 2012).

Beispiel: Rennverlauf über 100m Männer (alle Schwimmarten bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften seit 1996). Von der mittleren Renngeschwindigkeit (=100%) weichen die 25m-Teilstrecken wie folgt ab: + 4,8%, +2,1 %, -1,9 %, -4,7% (→Rennstrukturmodell).

Exkurs: Thompson et al. (2025) beschreiben in einer Übersichtsarbeit Definitionen und zugrunde liegenden Prinzipien des geschwindigkeitsbasierten Training (VBT), um die Test-, Überwachungs-, Programmierungs-, Autoregulations- und Feedbackstrategien in der Kraft- und Konditionstrainingspraxis zu informieren und zu beeinflussen. Sie geben eine detaillierte Bewertung der verschiedenen Möglichkeiten, ein Last-Geschwindigkeits-Profil (LVP) zu erstellen, mit Beispielen für Einfachheit, Zeiteffizienz, erhöhte Genauigkeit und die Optimierung von Trainingsvorgaben und Manipulationen.

Quellen

  • Beanland, Main, Aisbett, Gastin & Netto (2014). Validation of GPS and accelerometer technology in swimming. Journal of Science and Medicine in Sport (17)2, 234-238 Zur Quelle
  • McGibbon, Pyne, Shephard & Thompson (2018). Pacing in swimming: A systematic review. Sports Medicine (48)7, 1621-1633 Zur Quelle
  • Olstad, Zinner, Haakson, Cabri & Kjendlie (2012). 3d automatic motion tracking in water for measuring intra cyclic velocity variations in breaststroke swimming. 17th Annual Congress of the European College of Sport Science (ECSS), Bruges, 4. -7. July 2012 Zur Quelle
  • Stamm, James & Thiel (2013). Velocity profiling using inertial sensors for freestyle swimming. Sports Engineering (16)1, 1-11 Zur Quelle
  • Thompson, Fernandes, Dorrell, Greig & Bishop (2025). A coach's guide to velocity-based training: definitions and diagnostics. Strength and Conditioning Journal, Zugriff am 11.03.2025 unter https://doi.org/10.1519/SSC.0000000000000886 DOI Zur Quelle
  • Wick, D. (2005). Biomechanische Grundlagen sportlicher Bewegungen. Balingen: Spitta-Verlag Zur Quelle

Verwandte Begriffe

Überarbeitet am 7. April 2025Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Geschwindigkeit. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/geschwindigkeit/ (abgerufen am 28. Oktober 2026).