Schwimmbekleidung

26. Juli 2017 Sch 0

Schwimmbekleidung (swimwear), durch Wettkampfbestimmungen teilweise vorgeschriebene Bekleidung des Wettkampfschwimmers, im Gegensatz zu der von Modetrends abhängigen Badebekleidung. Die Schwimmbekleidung unterlag in der Historie des Wettkampfschwimmens zahlreichen Veränderungen und ist besonders in den letzten Jahren in den Blickpunkt von Wettkampfpraxis und Wissenschaft geraten, indem versucht wird, durch spezifische Formgebungen und Oberflächengestaltung angelehnt an Vorbilder aus dem Bereich schnell schwimmender Fische (Klauck & Bieder, 2002) den Strömungswiderstand zu verringern. Das von vollmundigen Versprechungen begleitete Marktgerangel der Industrie steht im Widerspruch zu den Ergebnissen der Wissenschaft. Während Schleppversuche zunächst „keine generelle Tendenz für eine systematische Änderung des Widerstandsparameters beim Übergang von einer Schwimmbekleidung zur anderen“ zeigten (Klauck et al. 2007), führten die High-tech-Anzüge (LZR Raser, Bodysuit) 2008/09 zu einer solchen Flut von Weltrekorden, dass die FINA 2010 die Notleine ziehen musste. Für den Gebrauch bei internationalen Wettkämpfen zählt fortan:

  • Für Männer sind die Grenzen der Kleidung das Knie und der Nabel.
  • Für Frauen sind die Grenzen das Knie, die Schultern und der Nacken.
  • Das Material darf gewoben, gestrickt oder geflochten sein.
  • Die Materialdicke liegt bei max. 0,8 mm.
  • Auftrieb wird bis zu 0,5 Newton (50 g) erlaubt, wobei auch dieser Wert zukünftig gegen null gehen soll.
  • Das Material muss wasserdurchlässig sein und mindestens 80 Liter pro Quadratmeter in der Sekunde passieren lassen.
  • Reißverschlüsse oder andere Verschlusssysteme sind verboten.
  • Individuelle Modifikationen jeder Art sind ebenfalls verboten. Kein Tapen, aber auch Imprägnieren ist nicht erlaubt. (www.fina.org/sites/default/fines/fila­_generalrules.pdf)

„Überzeugend“ war der Gebrauch der Bodysuits besonders bei Masters, kann man doch damit die Bauchfalten verstecken. Und so verwandelte sich manches Nilpferd in ein Torpedo.

 

Mehr zum Thema:

Chollet et al. (2014).Evaluation of competitive jammers in expert male crawl swimmers. XIIth International Symposium for Biomechanics and Medicine in Swimming 95-100, (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/bms/12_95-100_Chollet.pdf)

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