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Begriff

Welle

Welle (wave), physikalischer Zustand, der sich im Raum fortpflanzt, entweder als mechanische Welle, die stets an ein Medium gebunden ist, oder Welle, die sich auch im Vakuum ausbreiten kann, wie z.B. elektromagnetische Wellen.

Bei der „Schwimmerwelle“. handelt es sich um eine Form der Energieübertragung, die durch die Vorwärtsbewegung des Schwimmers an der Wasseroberfläche entsteht und somit einen zusätzlichen Widerstand bildet (→Wellenwiderstand). Somit sind Wellen Energieverschwender (Demont, 2003). Eine effektive („ruhige“) Schwimmtechnik kann durch Wasserlage und Bewegungsform die Wellenbildung mindern. Optimal ist das Schwimmen unter der Wasseroberfläche, weshalb die von der FINA gestatteten Freiräume von 15m genutzt werden sollten (→Wasserwiderstand). Allerdings vermutet man, dass ähnlich dem Prinzip des Wellenreitens talentierte Schwimmer sogar die Welle zum Schwimmen nutzen. So „saß“ Thorpe bei vollem Tempo angeblich auf zwei Wellen und nutzte diese wie ein Surfer (Wayne, 2002). Auch bei der Undulationstechnik des Brustschwimmens ist vom „Aufsurfen“ (Ungerechts et al. 2002) die Rede. Biomechanisch ist aber das „Wunder“ noch nicht nachgewiesen. “Die Kunst des Schwimmens besteht auch darin, dass man das Wasser nicht vor sich herschiebt, sondern auf ihm gleitet oder es zerteilt“ (Makarenko, 1978). Ferner können Wellen stören, die durch andere Schwimmer ausgelöst werden. Hier ist man im modernen Bäderbau durch entsprechende Seitenwände und „Wellenkiller“ –Begrenzungsleinen (→Schwimmleine) bemüht, die Verbreitung und Überlagerung von Wellen zu verringern. →Windschattenschwimmen

 

Exkurs: „Mit der Welle schwimmen“ heißt umgangssprachlich, mit der Mode mitzugehen. Im Schwimmtraining kann sich das auf das „Sonnen im Schatten bzw. auf der Welle“ des vorausschwimmenden Trainingspartners beziehen. Man agiert wie der Radfahrer im Windschatten seines Vordermannes. Dem Beckenschwimmer nutzt das im Wettkampf wenig, dem Freiwasserschwimmer schon eher.

„Du kannst die Wellen nicht aufhalten – aber du kannst lernen zu surfen.“ Jon Kabal-Zinn (1944*) US-amerkanischer Psychologe

Quellen

  • DeMont, E. (2003). Learn from nature’s competitive swimmers: creating waves is a waste of energy. Canada, unter https://sportsci.org/jour/9901/med.html - Zugriff 30.07.25 Zur Quelle
  • Makarenko, L.P. (1978). Schwimmtechnik. Berlin: Sportverlag Zur Quelle
  • Ungerechts, Volck & Freitag (2002). Lehrplan Schwimmsport, Bd. 1: Technik. Schorndorf: Hofmann Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • WiderstandVielseitig verwendeter Begriff von Elektrotechnik bis zu Soziologie und Politik.
  • WellenwiderstandTeilkomponente des Wasserwiderstandes …
  • SchwimmtechnikZyklische Bewegung …
  • WasserlageLage des Schwimmers im Verhältnis zur Horizontale der Wasseroberfläche.
  • BewegungsformGestalt, Art und Weise einer Bewegung, z.B. gehem, laufen, schwimmen …
  • FINAFederation International de Natation Amateur
  • WasserwiderstandWiderstand, der beim Schwimmen durch die Verschiebung der …
  • UndulationstechnikLat. undula „kleine Welle“ …
  • BionikZusammengesetztes Wort aus Biologie und Technik.
  • TauchenFortbewegen unter der Wasseroberfläche.
  • WindschattenschwimmenSchwimmen in Training oder Wettkampf (Freiwasser) …
  • FreiwasserschwimmenLeistungsorientiertes Schwimmen in natürlichen offenen und …
Überarbeitet am 15. August 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Welle. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/welle/ (abgerufen am 4. November 2026).