Elektrokardiogramm

12. April 2017 E 0

Elektrokardiogramm (EKG) (electrocardiogram), griech. kardia „Herz“; Herzstromkurve, d.h. Messung des zeitlichen Verlaufs der Aktionsströme des Herzens.

Elektrokardiografie ist ein grundsätzliches Verfahren in der sportmedizinischen Funktionsdiagnostik (s. http://www.sportmedizin-hamburg.com/images/pdfs/LeitlinienDGSP.pdf).  Dabei treten im Belastungs-EKG Herzveränderungen deutlicher hervor als im Ruhe-EKG.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen können verhindern, dass Sportler mit Durchblutungs- oder Herzrhythmusstörungen im weiteren Training hoch belastet werden. Das Sportherz weist typische Varianten im EKG auf. „Allen physiologischen EKG-Veränderungen von Sportlern ist gemein, dass 1.) keine Beschwerden oder Symptome vorliegen, 2.) bei Belastung eine Normalisierung des EKG eintritt, und 3.) eine (für Sportler) normale Herzgröße mit regelrechter systolischer und diastolischer Funktion bei adäquater Leistungsfähigkeit besteht“ (Scharhag, 2007, S. 185). Ein Minimum von 3 Stunden Training pro Woche und eine lebenslange Trainingsbelastung von über 3000 Stunden sind erforderlich, um bei Athleten zu elektrokardiographischen Veränderunge am Herzen zu führen (Bessem et al. 2018).

Bei Schwimmern wurden sportlertypische Veränderungen und funktionell bedingte Normvarianten ohne pathologische Relevanz gefunden, die als „Sportler- EKG“ bekannt sind (Rost & Hollmann, 1980). In der Leistungsdiagnostik konnten bei 477 Kadersportlern im DSV in keinem Fall pathologische Rhythmusanomalien bzw. Erregungsrückbildungsstörungen gefunden werden (Berbalk, 2000). Auch eine Studie mit 155 Kadersportlern im Alter bis 17 Jahre zeigt, dass junge Athleten mit regelmäßigem intensivem Training eine Vielzahl an Ruhe-EKG-Veränderungen aufweisen, welche beim Nicht-Sportler als pathologisch gelten würden. „Die hohe Prävalenz verdeutlicht die Anpassungsfähigkeit des jungen Herzens an intensive körperliche Belastung, aber sie bestätigt auch die Notwendigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen im Leistungssport. Eine korrekte Durchführung und Interpretation durch erfahrene Mediziner vorausgesetzt, scheint hier mit Hilfe des EKGs und der Seattle-Kriterien eine klare Trennung möglich, ab wann die EKG-Veränderungen auch beim Sportler einer weiteren Abklärung bedürfen. Dies ist von immenser Bedeutung, um frühe Anzeichen kardialer Pathologien rechtzeitig zu erkennen und die Wahrscheinlichkeit für bleibende Schäden oder gar den plötzlichen Herztod beim Sportler weiter zu reduzieren“ (Fischer, 2019). →Echokardiografie

Abb.: EKG und Erregungszustand der Herzmuskulatur (modifiziert nach Bartels, 1987: Physiologie. Verlag Urban & Schwarzenberg)
EKG und Erregungszustand der Herzmuskulatur (modifiziert nach Bartels, 1987: Physiologie. Verlag Urban & Schwarzenberg)

 

Mehr zum Thema: http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/fileadmin/content/archiv2013/Heft_12/07_standard_scharhag.pdf (Zugriff 12.02.2019)

Video: https://www.youtube.com/watch?v=Gqn14Nhzlqs (Zugriff 12.02.2019)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.