Öffnet in einem neuen Tab

Begriff

Geschwindigkeitsbereiche

Geschwindigkeitsbereiche (velocity ranges), in der Technik optimaler Bereich der Geschwindigkeit unter dem Aspekt der Effizienz (z.B. Verschleiß) oder der Gefahrenbegrenzung (z.B. Autoreifen).

Mit der Technologie des Global Positioning System (GPS) konnten Geschwindigkeit, Genauigkeit und Benutzerfreundlichkeit der Zeit-Bewegungsanalyse von Feldsportlern verbessert und Empfehlungen für sportartspezifische Geschwindigkeitsbereiche abgeleitet werden (Dwyer & Gabbett, 2012). Im Schwimmen beschränken wir uns auf die Klassifizierung der Schwimmgeschwindigkeiten in m/sec (oder Zeit) und in Relation zur Wettkampfgeschwindigkeit (=100%) einer definierten Strecke. Die Geschwindigkeitsbereiche werden als Vorgaben für das Training in den verschiedenen Trainingsbereichen genutzt, sind aber wegen der ungenau zu bestimmenden aktuellen Bestzeit (→Bestleistung) oder dem Fehlen von entsprechenden Vorgaben über alle im Training zu schwimmenden Strecken für die Trainingspraxis problematisch. Deshalb hat sich im Schwimmen die Trainingssteuerung nach Belastungszonen durchgesetzt, wobei vorwiegend physiologische Parameter zu Grunde gelegt werden. Im Laufen werden zum Beispiel 97% der Zunahme des Stoffwechsels über den gesamten Geschwindigkeitsbereich aus der Rate der Kraftgewinnung und dem Volumen der aktiven Beinmuskulatur erklärt (Kipp et al. 2018). Im Schwimmen können z.B. bei „Armarbeit“ an der aeroben Schwelle höhere Geschwindigkeiten als bei „Beinarbeit“ erreicht werden, was u.a. mit der größeren Muskelmasse der Beine erklärt werden kann (Palve & Keskinen, 1997).  →Puls, →Laktat, →Geschwindigkeitsmessung

Quellen

  • Dwyer & Gabbett (2012). Global positioning system data analysis: Velocity ranges and a new definition of sprinting for field sport athletes. The Journal of Strength and Conditioning Research (26)3, 818-824 Zur Quelle
  • Kipp, Grabowski & Kram (2018). What determines the metabolic cost of human running across a wide range of velocities? International Journal of Exercise Science (2)10 Zur Quelle
  • Palve & Keskinen (1997). Comparison of front crawl arm stroking and leg kicking in testing of swimmers. Proceedings XII FINA World Congress on sports medicine, April 1997 Göteborg, Sweden Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • Schwimmgeschwindigkeit(swimming velocity; speed), Geschwindigkeit des Schwimmers …
  • WettkampfgeschwindigkeitMittlere Geschwindigkeit aus dem unterschiedlichen …
  • Training„systematische und zielgerichtete Herausbildung und Verbesserung von Handlungskompetenz …
  • TrainingsbereichVon Engelhardt & Neumann (1994) vorgenommene Einordnung von …
  • BestleistungHöchste in einem Test oder Wettkampf erzielte Leistung für eine …
  • VorgabeAllgemein eine Richtlinie mit festgelegten Grenzen (Norm) …
  • TrainingssteuerungRegulierung von Trainingsplanung und -durchführung (Training) durch …
  • Belastungszone(load zone), allgemein ein Bereich oder Gebiet, das besonders belastet ist …
Überarbeitet am 21. Mai 2017Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Geschwindigkeitsbereiche. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/geschwindigkeitsbereiche/ (abgerufen am 4. November 2026).