Puls

29. Juni 2017 P 0

Puls (pulse), lat. pellere „schlagen, klopfen“; pulsum; Druckwelle, die durch Kontraktion des Herzens (→Systole) sich rhythmisch über die Arterien fortpflanzt und so die Blutversorgung bis zur Peripherie sichert (→Herzfrequenz). Der Puls kann an jeder Arterie, die nah zur Körperoberfläche liegt, gemessen werden. Für den optimalen Puls gibt es fortlaufend neue Empfehlungen, von der einfachen Regel „180 minus Lebensalter“ bis zur Hottenrott- Formel (THF = HFmax x 0,70 x LFi x TZi x GFi x SPi ©, Legende bei Hottenrott, 2007). →Herzfrequenzformel

Ist keine Pulsuhr vorhanden, wird im Schwimmtraining der Puls in der Regel an der Halsarterie über 10 Sekunden mit 2/3 Fingern getastet (palpiert) und auf eine Minute hochgerechnet. Da hierbei Fehler noch mit 6 multipliziert werden, empfiehlt sich der Einsatz von Pulsuhren. In der Trainingspraxis geben vier typische Pulsmessungen wichtige Informationen über die Belastung. Der Puls ist bei gesunden Menschen identisch mit der Herzfrequenz: Ruhepuls, Trainingspuls, Maximalpuls und Erholungspuls. Wilke & Madsen (1997) empfehlen auf der Grundlage von Ruhepuls (RP) und Maximalpuls (MP) einen individuellen Trainingspuls (TP) als Steuergröße für das Ausdauertraining nach der Formel:

TP = 4/5 (MP – RP) + RP

Beim Schwimmen wird durch die horizontale Lage und den Tauchreflex (Kälte des Wassers und Pressatmung) der Puls verlangsamt, was aber bei Leistungsschwimmern durch Anpassung, Aktivität und relative warmen Wasser nicht so stark in Erscheinung tritt (Strass & Wilke, 2006, S.57). Ferner sind die individuelle Ausprägung („Pulse unterscheiden sich wie Fußgrößen“), der Trainingszustand und die Bewegungsausführung zu berücksichtigen.


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