Herzfrequenzformel

25. Mai 2017 H 2

Herzfrequenzformel (heart rate formula), mathematische Aussage zur Bestimmung der optimalen Herzfrequenz im Ausdauertraining, wobei vom bestimmenden Einfluss des Lebensalters auf die Herzfrequenz ausgegangen wird. Die zahlreichen Modelle (→Ausdauertraining der Masters) zeugen von der Unsicherheit in der exakten Bestimmung der anzustrebenden Herzfrequenz im Training, die auf die individuellen Unterschiede zwischen Trainierten und Untrainierten, Männern und Frauen zurückzuführen ist. Auch durch eine geschlechtsspezifische Differenzierung (Hottenrott, 2008) kann das Problem nicht zufriedenstellend gelöst werden.  Deshalb sollten fixe Formeln durch Belastungstest (→Conconi-Test, →Stufentest) ersetzt werden. →Herzfrequenzvariabilität

 Aktuelle Herzfrequenzformel nach Hottenrott (2008):

THF = HFmax x 0,70 x LFi x TZi x GFi x SPi

(Legende: THF =Trainingsherzfrequenz, LFi = Leistungsfaktoren (i1=1,0 Einsteiger; i2=1,03 Fitnesssportler; i3=1,06 Leistungssportler), TZi = Trainingszielfaktoren (i1=1,0 Grundlagenausdauertraining 1; i2= 1,1 GA 1-2-Training, i3= 1,2 GA 2-Training), GFi = Geschlechtsfaktoren
(Frauen: i1=1,10 niedrige; i2=1,06 mittlere; i3=1,03 hohe Intensität; Männer: i4=1,0), SPi=: Sportartfaktoren (i1=1 Laufen).

 Kommentar eines Sportlers: Eigentlich wollten wir laufen, aber nun müssen wir rechnen

Mehr zum Thema: Hottenrott, K. (2007). Neue Herzfrequenzformel (http://pulseadviser.de/wp-content/uploads/2014/12/Hottenrott-Neue-Herzfrequenzformel-in-Medical-Sports-Network-04-2007.pdf – Zugriff 7.07.2019)


2 Gedanken zu “Herzfrequenzformels”

  • 1
    Marcus Rips am 12. Oktober 2021 Antworten

    Wie immer im Sport ist auch diese Formel nur der Versuch einer Abbildung der wichtigsten Faktoren in einer mathematischen Berechnung. Dabei vermittelt die scheinbare Komplexität psychologisch eine ebenso scheinbare Genauigkeit. Das Gegenteil ist der Fall: jeder einzelne weitere Faktor einer solchen Formel weicht die Genauigkeit auf. Nur AthletInnen oder TrainerInnen, die dies nicht verstehen, werden die resultierenden Werte als Dogma interpretieren. Erfahrene TrainerInnen wissen, dass hier noch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen, beispielhaft „persönliche Eigenarten“, „Tagesform“, „Zustand der Erschöpfung“, etc. Als grober Richtwert ist daher die so ermittelte Zahl ein Anhalt, doch letztlich müssen die AthletInnen ihre Fähigkeit, Belastungen zu fühlen schulen, und TrainerInnen ihre Fähigkeit, Belastungen zu erkennen. Wichtiger als die reine Berechnung ist daher das Wissen um die Faktoren und deren Anwendung für die Beurteilung der Trainingsintensität.

    • 2
      Klaus Rudolph am 4. November 2021 Antworten

      hallo Herr Rips,
      ich stimme Ihren Worten zu.
      Danke für den Beitrag
      mit freundlichen Grüßen
      Klaus Rudolph

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