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Begriff

Kniegelenk

Kniegelenk (knee-joint), als „Vermittler zwischen Hüftgelenk und Sprunggelenken“ (Tittel, 2003, S.192) das größte, komplizierteste und empfindlichste Gelenk des Menschen. Es kann im Gegensatz zu anderen Gelenken gegensätzliche Funktionen verrichten, von der Stabilisierung (Stand) bis zur Beugung des Beines und der Innen– wie Außenrotation des Unterschenkels dank der Freiheitsgrade durch drei Knochen und sechs Gelenkflächen. Der „Einbau“ einer Scheibe nach vorn (Patella), von zwei Menisken und ein fester Badapparat (Kreuzband und Seitenbänder) stabilisiert das zweiachsige Gelenk.

Knieverletzungen zählen zu den häufigsten Sportverletzungen, so z.B.

  • am inneren (medialen) Meniskus bei plötzlichen Körperdrehungen und feststehendem Fuß (Fußball)hier
  • am Kreuzband nach starken Rotationsbewegungen des Unterschenkels (Skilauf, Fußball)
  • am Seitenband als Folge seitlichen Abknickens des Beines bei gestrecktem Knie

Bei asymptomatischen jungen Eliteschwimmer wurden 69% MRT-Anomalien in den Kniegelenken gefunden. Diese hohe Prävalenz positiver bildgebender Befunde bei Schwimmern kann auf gutartige Veränderungen oder präklinische Läsionen zurückzuführen sein (Soder et al. 2012).  Sportschwimmen ist eigentlich ein verletzungsarmer Sport, bei dem Überlastungsschäden in Abhängigkeit von der Stillage häufiger als Akutverletzungen auftreten. Gerade die 200- bis 400-m-Brustlage ist eine verletzungsanfällige Distanz. Bei mehr als vier Trainingseinheiten pro Woche steigt das Risiko für Knie- und Rückenbeschwerden signifikant an. Ab 2200 Trainingsstunden häufen sich Schulter-, Hüft- und Kniebeschwerden erheblich (Knobloch et al. 2008). Zudem ist nicht zu unterschätzen, dass etwa ein Drittel des Trainings an Land stattfindet. Hierbei ist Fußball auch unter Schwimmern beliebt, aber zugleich Ursache mancher Kreuzbandverletzung. Dabei muss nicht unbedingt der Gegner die Verletzung auslösen, sondern oft sind es Kleinigkeiten (Schuhe, Blasen, Muskelkater), die das Bewegungsmuster beeinträchtigen (Prof. Krutsch, SPIEGEL 6.11.21, S.102). Freire et al. (2025) bewerteten in einer Studie  das isokinetische Spitzenmoment (PT) des Knies für die isokinetische Kniekraftbewertung von Sportlern aus verschiedenen Sportarten. Männliche Athleten zeigten unabhängig von der Sportart höhere PT-Werte als weibliche Athleten, was darauf hindeutet, dass PT-Benchmarks für männliche und weibliche Athleten über alle Sportarten hinweg, jedoch nicht über alle Leistungsniveaus hinweg verwendet werden sollten. →Schwimmerknie

„Eine schwere Knieverletzung ist für jeden Sportler, egal ob Profi oder Hobbysportler, eine lebensverändernde Erfahrung. Mit Hilfe moderner Operationstechniken kann das vordere Kreuzband zwar weitgehend wiederhergestellt werden, dennoch kann ein Kreuzbandriss aufgrund der Folgen von Begleitverletzungen oder einer persistierenden Instabilität des Kniegelenkes das Karriereende bedeuten. Verschiedene sportmedizinische Studien konnten zeigen, dass das Risiko, eine schwere Kniegelenksverletzung zu erleiden, durch spezielle Trainingsübungen verringert werden kann. Diese Trainingsübungen sollten in ein Aufwärmprogramm integriert werden.“ (Stoffels et al. 2017) Video: https://www.youtube.com/watch?v=PtEQHbL4ESc und  https://www.youtube.com/watch?v=8u5ytPbE1hE– Zugriff 26.11.2019

Mehr zum Thema

  • WebKniegelenk flexikon.doccheck.com · Zugriff 26.11.2019

Quellen

  • Freire, Huff, Butterick, Figueroa & Siegler (2025). Knee isokinetic strength benchmarks in athletes across sports categories and performance levels. Biology of Sport, 42 (4), 77-87. Zugriff am 18.12.2025 unter https://doi.org/10.5114/biolsport.2025.148534 DOI Zur Quelle
  • Knobloch, Yoon, Kraemer & Vogt (2008). Die 200- bis 400 m-Brustlage dominiert bei Knieüberlastungsschäden im Schwimmsport. Sportverl. Sportschad., 22 (4), 213-219. Zur Quelle
  • Soder, Mizerkowski, Petkowicz & Baldisserotto (2012). MRI of the knee in asymptomatic adolescent swimmers: a controlled study. British Journal of Sports Medicine (46)4, 268-272 Zur Quelle
  • Stoffels, Achtnich & Petersen (2017). Prävention von Knieverletzungen - besteht da Evidenz? Sportorthopädie – Sporttraumatologie (33)4, 344-352 Zur Quelle
  • Tittel, K. (2003). Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen. München/Jena: Urban & Fischer Zur Quelle

Verwandte Begriffe

  • HüftgelenkDreiachsiges Kugelgelenk, gebildet vom Kopf des Oberschenkelknochens und der Pfanne …
  • SprunggelenkGelenkpaar (oberes und unteres Sprunggelenk) …
  • Gelenk(joint), bewegliche Verbindung zwischen Knochen, wobei man nach der Gelenkverbindung echte …
  • StabilisierungLat. stabilis „feststehend, standhaft, dauerhaft“ …
  • InnenrotationDrehbewegung einer Extremität um die Längsachse (Körperachse) …
  • Außenrotation (des Unterschenkels)Außenrotation des Unterschenkels (lateral rotation of the lower leg) …
  • FreiheitsgradAllgemein die Bewegungsmöglichkeiten eines Körpers im Raum auf ein …
  • MeniskusGriech. mēnískos „mondförmiger Körper ‚Möndchen“; sichelförmiger Faserknorpel …
  • AbdruckflächenWiderstandsflächen, die beim Schwimmen Vortrieb erzeugen und die …
  • AbstoßIm Schwimmen als Abstoß von der Beckenwand bei Wende …
  • AkupunkturLat. acus „Nadel“, punctio „Stechen“ …
  • AntagonistGriech. anti „gegen“ + agone „Bewegung“; In der Anatomie der Gegenspieler …

Schlagwörter

Überarbeitet am 18. Dezember 2025Autor: Klaus Rudolph

Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Kniegelenk. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/kniegelenk/ (abgerufen am 14. Oktober 2026).